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Zossen: Polizeikontrolle eskaliert mit Schüssen

Zwei verletzte Polizisten Zossen: Polizeikontrolle eskaliert mit Schüssen

In Zossen ist in der Nacht zu Donnerstag eine Polizeikontrolle völlig außer Kontrolle geraten. Zwei Polizisten sind dabei verletzt worden. Die Polizisten hatten zuvor auf ein Auto geschossen, deren Insassen sich gewaltsam einer Kontrolle entzogen. Damit nicht genug. Am nächsten Morgen sorgte dann ein Bombenalarm am Bahnhof für Aufregung.

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Bombenalarm am Zossener Bahnhof.

Quelle: MAZ

Zossen. Zwei Polizeieinsätze sorgten Donnerstag für großes Aufsehen in Zossen. Beide standen im Zusammenhang mit Vorfällen, die sich am Bahnhof ereignet hatten. Dort sollen nach MAZ-Informationen Bundespolizisten gegen drei Uhr auf ein Auto geschossen haben, deren Insassen sich der Kontrolle widersetzten und davon fuhren. Dabei sollen die Täter die beiden Polizisten schwer verletzt haben. Rund acht Stunden später wurde der Bahnhof zwei Stunden lang wegen eines Bombenalarms hermetisch abgeriegelt. Auslöser dieses Einsatzes war eine herrenlose Sporttasche, deren Inhalt sich als harmlos herausstellte.

Die kaputte Schranke

Die kaputte Schranke.

Quelle: Pechhold

Wegen der zeitweise gleichzeitig laufenden Ermittlungen zu beiden Vorfällen wimmelte es in der Stadt nur so vor blau uniformierten Polizisten und gleichfarbigen Einsatzfahrzeugen. Neben dem Bahnhof markierten Kriminalisten die Fundstellen von sieben Patronenhülsen. „Bisher wissen wir nur, dass dort zum Tatzeitpunkt Beamte der Bundespolizei im Einsatz waren“, sagt Heiko Schmidt, Leiter der Pressestelle der Polizeidirektion West. Allem Anschein nach wollten die Bundespolizisten einen verdächtigen Pkw kontrollieren, der auf dem Parkplatz neben dem Bahnhof stand. Die Spurenlage lässt vermuten, dass der Pkw mit voller Geschwindigkeit auf die Beamten zugerast war und die Bundespolizisten schwer verletzt haben muss. Während der Auto-Attacke auf sie oder kurz danach gaben die Bundespolizisten sechs bis sieben Schüsse aus ihren Dienstpistolen auf das Fluchtfahrzeug ab. „Bei dem Vorfall wurden zwei Bundespolizisten so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden mussten“, sagte Heiko Schmidt. Erst wenn man die verletzten Beamten vernommen habe, gebe es möglicherweise einen Fahndungsaufruf. Am Freitagmorgen spricht die Polizei noch von einem leicht verletzten Polizisten.

Dass in der Nacht zu Donnerstag von den Bundespolizisten auf den Wagen geschossen wurde, hat eine Sprecherin der Polizei am Freitagmorgen bestätigt. Wie oft geschossen wurde, wollte die Sprecherin aber nicht sagen. Es werde noch ermittelt.

Auf ihrer Flucht vor der Polizei schüttelten die Unbekannten im Auto die Verfolger mit einem Trick ab, der Ortskenntnis vermuten lässt. Kurzerhand fuhren die Täter mit ihrem Fahrzeug auf das Gelände des Ford-Autohauses am Oertelufer vor. Dort parkten sie ihren Wagen zwischen den abgestellten Händlerautos. Als sie sich in Sicherheit vor ihren Verfolgern wähnten, knackten sie das Schloss an der Ausfahrtschranke mit einem Bolzenschneider und flohen. Dabei stieß ihr Wagen einen schweren Blumenkübel um. Am Donnerstag sicherten rund 25 Polizisten im Umfeld des Autohauses Spuren. Eine Theorie lautet, dass es sich um sogenannte Automatenbomber handeln könnte, die in der Nacht den Fahrscheinautomaten am Bahnhof sprengen wollten.

Der Bombenroboter der Polizei

Der Bombenroboter der Polizei

Quelle: Pechhold

Wahrscheinlich nahm die Polizei deshalb an, dass der nächtliche Vorfall im Zusammenhang mit einer von den Tätern zurückgelassenen Sporttasche stehen könnte, die am Vormittag gegen 10.45 Uhr herrenlos auf dem Bahnsteig stand. Noch dazu unter einem Fahrkartenautomaten. Eine verdächtige Mischung. Eine Passantin informierte die Polizei über die gefundene Tasche. Daraufhin wurde der Bahnhof komplett abgesperrt. Gegen 11 Uhr räumte die Polizei das Gebäude. Alle Fahrgäste und die Mitarbeiter des dortigen Bistros mussten das Haus verlassen. Spezialkräfte der Bundespolizei mit Splitterschutz-Ausrüstung röntgten die Sporttasche mit Hilfe eines Roboters. „Der Inhalt der Tasche erwies sich als harmlos. Ganz normales Reisezubehör“, sagte Doreen Weber, Pressesprecherin der Bundespolizei.

Kurz darauf wurde die von 10.40 bis 12.15 Uhr gesperrte, über Zossen führende, Bahnstrecke wieder für den Zugverkehr freigegeben. „Sechs Züge der DB-Regio waren von der Sperrung betroffen“, so Bahnsprecherin Antje Wittig. Viele Fahrgäste stiegen ersatzweise auf Busse um.

Am Morgen fielen Schüsse

Am Morgen fielen Schüsse.

Quelle: Pechhold

Von MAZonline, Frank Pechhold

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