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Zossen: Wer hat den Dachschaden?

Bürgermeisterin vs. Polizei Zossen: Wer hat den Dachschaden?

Direkt nebeneinander liegen die Polizeiwache und das Rathaus in Zossen. Während das neue Dach der Wache kastanienbraun leuchtet, ist das Rathausdach ziegelrot gedeckt. Doch das ist für Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) ein No-Go. Nun ist darüber ein Streit entbrannt – und niemand möchte so richtig zurückweichen.

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Kastanienbraun contra ziegelrot in Zossen: Links das Dach der Polizeiwache, rechts das Rathausdach.

Quelle: foto: frank pechhold

Zossen. Um das Dach der direkt an das Rathaus angrenzenden Polizeiwache in Zossen bahnt sich ein handfester Streit an. Das Dach wurde im Auftrag des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen (BLB) und mit Genehmigung der Kreisdenkmalbehörde kastanienbraun gedeckt. Aber laut Gestaltungssatzung sind im Stadtzentrum nur ziegelrote neue Dächer auf alten Gebäuden erlaubt. Deshalb geht jetzt Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) gegen den BLB vor.

„Wir wollen, dass der Verstoß gegen unsere Gestaltungssatzung beendet wird“, fordert Schreiber. Die Polizeiwache ist Bestandteil des Denkmals „Historischer Markt- und Kirchplatz Zossen“. In dem Sanierungsgebiet sind Dächer mit unglasierten, nicht glänzenden, ziegelroten Ton-Ziegeln zu decken. Wer vorsätzlich oder fahrlässig andere Ziegel verwendet, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis zu 10 000 Euro geahndet werden kann. „Da in diesem Fall offenkundig gegen die Gestaltungssatzung verstoßen wurde, sah sich die Stadt Zossen gezwungen, den BLB aufzufordern, die kastanienbraunen Ziegel wieder abzunehmen“, sagt Schreiber.

Behörde sieht keine Veranlassung zur Reaktion

„Gegenwärtig sieht der BLB keine Veranlassung zu reagieren“, sagt Behördensprecher Frank König. Er verweist darauf, dass für die kastanienbraune Eindeckung des 800  Quadratmeter großen Daches eine Erlaubnis der Unteren Bauaufsichts- und Denkmalschutzbehörde des Landkreises Teltow-Fläming vorliege. „Die Denkmalschutzbehörde hat die Auswahl des Ziegels gemeinsam mit Bauherr, Architekt und Sanierungsträger ausgewählt“, so Behördenleiterin Rita Mohr de Pérez. Bei der Auswahl wurden folgende Aspekte berücksichtigt: Welcher Dachziegel passt zur Gestaltung der Polizeiwache, insbesondere zu dem Sockel aus dunklen Klinkern? Welcher Ziegel passt in die Dachlandschaft der Stadt? Welcher Ziegel ist mit der Satzung der Stadt vereinbar? „Der in der denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis festgelegte Ziegel erfüllte am ehesten die drei Voraussetzungen“, meint Rita Mohr de Pérez.

Schreiber spöttelt über Entscheidung

„Kastanienbraun ist also das neue Ziegelrot“, spöttelte Schreiber kürzlich am Rande einer Bauausschuss-Sitzung über die Haltung der Kreisdenkmalschutzbehörde, die sich in diesem Fall einfach über die Festlegungen der städtischen Gestaltungssatzung hinwegsetze. „Schließlich hat der Kreis mehrere Jahre an der Erarbeitung der Satzung mitgewirkt“, so Schreiber. Bleibt abzuwarten, wer am Ende den Dach-Schaden hat. Stadt oder BLB?

Pikanterweise zieht die Zentrale Vergabestelle des BLB im März 2016 in das zweite Obergeschoss der Polizeiwache ein. Darum investiert das Land Brandenburg zwei Millionen Euro in die Sanierung des Gebäudes. Noch befindet sich die Vergabestelle im Wünsdorfer Verwaltungskomplex B. Alle ansässigen Landesbehörden werden umgesiedelt, weil dort eine neue Erstaufnahmestelle für bis zu 1700 Flüchtlinge entsteht.

Von Frank Pechhold

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