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Zossen kämpft für den Erhalt der Polizeiwache

Sicherheit in Zossen Zossen kämpft für den Erhalt der Polizeiwache

Dass die Streifenpolizisten und die Kripo im Sommer nach Ludwigsfelde umziehen sollen, will man in Zossen nicht hinnehmen. Am Mittwoch haben die Stadtverordneten darum einen offenen Brief an Brandenburgs Innenminister Schröter beschlossen.

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Die Zukunft der Zossener Polizeiwache sorgt für Aufregung in der Stadt.

Quelle: Hasselmann

Zossen. Die Stadt Zossen kämpft für den Erhalt ihres Polizeireviers: Einstimmig haben die Stadtverordneten bei ihrer Sitzung am Mittwochabend in Wünsdorf einen von Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) eingebrachten offenen Brief an Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) beschlossen.

Hintergrund ist der für Juli geplante Umzug des Wach- und Wechseldienstes sowie der Kriminalpolizei von Zossen nach Ludwigsfelde. Eine Ministeriumssprecherin versicherte in der vergangenen Woche zwar, dass die Wache erhalten bleibt (MAZ berichtete). Unklar ist jedoch, wie viele Revierpolizisten künftig am Standort eingesetzt werden. Zudem prüft das Polizeipräsidium in Potsdam, ob das Revier aus Kostengründen in ein anderes Gebäude in Zossen verlegt wird.

„Solche Pläne“, heißt es unter anderem in dem Brief, „widersprechen eindeutig den von Ihnen als zuständiger Minister gemachten Äußerungen sowohl gegenüber uns Stadtverordneten als auch gegenüber den Bürgern im Vorfeld der Fertigstellung der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Wünsdorf.“ Schon jetzt habe die Wache in Zossen die Verantwortung für mehr als 60 000 Bürger in der Region, gab Bürgermeisterin Schreiber am Mittwochabend zu bedenken. Zum Einzugsbereich des Polizeireviers Zossen zählen auch die Kommunen Blankenfelde-Mahlow, Rangsdorf und Am Mellensee.

„Die für die Schließung von Wachen oft bemühte Begründung, die Bevölkerungszahl schrumpfe, trifft für Zossen definitiv nicht zu“, heißt es in dem Brief weiter. Das „nächstgelegene“ Polizeirevier in Ludwigsfelde ist mehr als 25 Kilometer entfernt. Die Fahrtzeit beträgt rund 30 Minuten – „nicht eingerechnet die langen Wartezeiten im Falle von Staus und geschlossenen Schranken“, wie in dem Schreiben an den Innenminister betont wird.

Bereits im Jahr 2009 hatten sich Zossens Stadtverordnete für den Erhalt ihrer Wache eingesetzt und eine entsprechende Absichtserklärung beschlossen. Damals forderten sie den Landtag auf, sich für die Rücknahme der Schließungspläne und gegen den weiteren Abbau von Polizeikräften auszusprechen. Seither habe sich die Notwendigkeit für den Erhalt des kompletten Polizeireviers noch erhöht, schreiben die Stadtverordneten nun. Als Gründe führen sie die in der Erstaufnahmestelle zu erwartende Zahl von bis zu 1700 Flüchtlingen sowie die wachsende Einwohnerzahl der Stadt Zossen, ihrer zehn Ortsteile sowie der anderen, im Einzugsbereich des Polizeireviers liegenden Kommunen an.

Mit dem offenen Brief allein, der am Donnerstag ans Innenministerium verschickt worden ist, will sich Bürgermeisterin Schreiber allerdings nicht zufrieden geben. Sie stieß eine Unterschriftensammlung an, mit der die Landesregierung aufgefordert werden soll, die Umzugspläne aufzugeben. „Ich bin Wähler und ich habe eine Stimme: für eine leistungsfähige Polizei in Zossen und gegen die, die den jetzigen Standort schließen wollen – auch bei der nächsten Landtagswahl!“, heißt es in dem Anschreiben.

Info : Die Unterschriftslisten liegen im Bürgerbüro der Stadtverwaltung aus und können auf www.zossen.de heruntergeladen werden.

Von Josefine Sack

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