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Autofreunde machen alten W50 wieder fit

Fahrzeug soll in Ludwigsfelde ins Museum Autofreunde machen alten W50 wieder fit

Es ist eine Arbeit, die viel Zeit, ein feines Auge, Technikverständnis und viel Liebe zu alten Autos benötigt. In Ludwigsfelde machen die "Freunde der Industriegeschichte" einen alten W50 wieder fit. Angefangen hatte alles mit einer Anzeige in der MAZ.

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Jörg Lange, Heinz Heinrich und Günter Tangermann (v.l.) richten das Fahrerhaus des W<ET>50 wieder her. Viele Mitglieder des Vereins hatten auch im Beruf mit Autos zu tun.

Quelle: Gudrun Ott

Ludwigsfelde. Da steht er, oder besser, da steht es, das Gerippe, das wieder ein W50 werden soll. Gebaut als Zugmaschine Anfang der 70er Jahre für die Nationale Volksarmee der DDR, nach der Wende umgerüstet zum Kipper. Um gut vierzig Zentimeter war das Fahrzeug für diesen Zweck gekürzt worden. Die „Freude der Industriegeschichte“ Ludwigsfeldes wollen den Oldtimer wieder flott machen. Für sie ist es eine Herausforderung.
Vereinsmitglied Michael Primus fand das Fahrzeug in einer Anzeige in der Märkischen Allgemeinen. Der W50 stand auf einem großen Bauernhof nahe Brandenburg und konnte sogar noch aus eigenem Antrieb gefahren werden. Das war schon mal eine gute Voraussetzung. „Die Jungs können zaubern“, meint Dieter Enoch, der noch nicht lange dem Verein „Freunde der Industriegeschichte Ludwigsfelde“ angehört und ehrfurchtsvoll auf Hubert Ptak, Jürgen Sebald, Hans Bergner, Eckhard Rutz und Bernd Domigall weist. Allesamt seien sie „die Montagsarbeiter mit den goldenen Händen“.
Der W50 wurde von ihnen nicht nur auf die Originallänge gebracht. Eine Original-Seilwinde wurde gegen den Kipperaufbau eingetauscht und auch der Reifendruck kann wieder vom Fahrerhaus aus auf allen vier Rädern reguliert werden. Nun soll das Fahrzeug auch wieder wattfähig werden, das bedeutet, es muss einen Fluss in einer bestimmten Wassertiefe durchqueren können. „Dafür müssen die Achsen dicht sein“, erklärt Eckhard Rutz. Der Diplomingenieur für Kfz-Technik war bei Ifa, später bei Daimler Benz beschäftigt und hat, wie die meisten anderen Mitglieder des Vereins, seinen früheren Beruf mit Eintritt ins Rentenalter zum Hobby gemacht. „Wir kennen uns hier alle“; sagt Jürgen Sebald. Er war Ingenieur in der Versuchsabteilung und frischt gern sein Wissen auf, wie er es ausdrückt. Für viele ist es Jahrzehnte her, dass sie die Autos berufsmäßig gebaut haben. Das Fahrerhaus des „W50LA/A/Z“ ist die reinste Rostlaube und wird von den Spezialisten der Blech- und mechanischen Bearbeitung Günter Tangermann, Jörg Lange und Heinz Heinrich hergerichtet. Ziel ist, auch dieses Fahrzeug im Ludwigsfelder Stadtmuseum auszustellen. Alle vom Verein restaurierten Fahrzeuge wurden im Ludwigsfelder Autowerk produziert und sind im Museum in wechselnden Ausstellungen zu sehen.

Von Gudrun Ott

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