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Zossen 20 Jahre Bücher- und Bunkerstadt
Lokales Teltow-Fläming Zossen 20 Jahre Bücher- und Bunkerstadt
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05:31 10.09.2018
Begründer der Bücherstadt: Hildegard (84) und Gerhard Gollan (92). Quelle: Frank Pechhold
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Wünsdorf

Eine Busfahrt mit Überraschung. Damit bedankte sich Werner Borchert am Samstag bei Freunden und Förderern der vor 20 Jahren gegründeten Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf.

„Diese Standortrundfahrt haben sich unsere Bunkerführer gewünscht“, moderierte Borchert im Bus. Dass Wünsdorf für 100 Jahre Militärgeschichte stehe, dürfte sich mittlerweile herum gesprochen haben, so der Geschäftsführer der Bücherstadt-Tourismus GmbH. Kaiser, Hitler, Sowjets hinterließen deutlich sichtbare Spuren. Beispielsweise sechs so genannte Winkel-Türme. „Diese Hochbunker wurden nach dem Architekten Leo Winkel benannt“, sagte Borchert. Einst standen 19 „Betonzigarren“ in Wünsdorf. „13 haben die Sowjets nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört.“

Gelungene Überraschung

Zeitgleich wurde damit begonnen, ein rund sechs Quadratkilometer großes Areal mit einer rund 17 Kilometer langen Betonwand hermetisch abzuriegeln. Ein Teil der „Verbotenen Stadt“ ist immer noch nicht zugänglich, gehört dem Land Brandenburg, wartet auf Investoren. „Wir besitzen eine Betretungsgenehmigung“, so Werner Borchert.

Am Lenin-Denkmal hielt der Bus. „Lenin muss nach Westen gucken. Aber die Sowjets haben ihn nun einmal so aufgestellt“, spielte Borchert auf die politische Wende im Osten an. Dann lud er alle ein, mit Sekt oder Saft auf 20 Jahre Bücher- und Bunkerstadt anzustoßen. Eine gelungene Überraschung.

Gerhard Gollan gründete Bücherstadt

Der 92-jährige Gerhard Gollan blieb während dessen im Bus sitzen und erhob von hier aus symbolisch sein Glas. „Wenn es ihn nicht gäbe, gäbe es die Bücherstadt nicht mehr“, so Werner Borchert. Der holsteinische Bauunternehmer Gollan schuf in Wünsdorf den Wohnpark „Vogelsang“, machte aus Kasernen 216 Wohnungen. Die am 12. September 1998 eröffnete Bücherstadt sei nur ein Nebenprodukt gewesen, stapelt Gollan tief. Erst seit 2003 wurde die Bezeichnung Bücherstadt um das Wort „Bunker“ erweitert.

Heute vermietet Gollan beispielsweise Räume für eine griechische Gaststätte, die russische Teestube und die Neue Galerie des Landkreises Teltow-Fläming. „Weiter gibt es drei große Antiquariate mit rund 350.000 Büchern“, sagt Werner Borchert. Wobei es den Antiquaren manchmal schwer falle, die Miete für den Winter zu bezahlen. „Da stehen wir vor einer kleinen Zäsur.“

Ortsvorsteher: „Aushängeschild“

Ortsvorsteher Rolf von Lützow (parteilos) wünscht der Bücher- und Bunkerstadt weiter Erfolg. „Anfangs waren viele skeptisch. Heute ist das ein Aushängeschild für den ganzen Landkreis.“

Von Frank Pechhold

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