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Zossen Der Name „Comenius“ macht Schule
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07:09 29.09.2018
Lucas Golenz, Michelle Richter, Bürgermeisterin Michaela Schreiber, Thorben Weber als Comenius, Schulleiterin Ines Moeß, Ortsvorsteher Rolf von Lützow, Silas Bochow (v.l.). Quelle: Frank Pechhold
Wünsdorf

Festakt in der Turnhalle, davor die feierliche Enthüllung des Namenszuges „Comenius-Schule“. So heißt die Oberschule Wünsdorf seit Freitag.

Lautstark eröffnete der 40-köpfige Schulchor die Feierstunde mit dem Lied „Vom selben Stern“ des Duos „Ich + Ich“. Schüler, Lehrer, Eltern und Ehrengäste folgten dem kurzweiligen Programm. Obwohl ein paar Zehntklässler bewusst falsch sangen, gab es viel Beifall.

Schreibers sprichwörtlicher Fehler

So einen großen Chor habe sie nicht erwartet, sagte die Zossener Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) in ihrem Grußwort. Gut sei es gewesen, die Namensverleihung an das traditionelle Schulfest zu koppeln und „damit alles in einem Abwasch zu erschlagen“. Für ihren sprichwörtlichen Fehler erntete Schreiber verdutzte, aber verständnisvolle Blicke. Damit war die Sache erledigt. Schreiber bedankte sich bei allen, die sich auf den Weg gemacht hätten, einen Namen für die Schule zu finden. Wobei sie einen Anteil daran habe, dass der Weg länger als geplant war.

„Der Schulträger hat unseren ersten Namensvorschlag rund heraus abgelehnt“, so Schulleiterin Ines Moeß. Anfang Mai 2016 regte die Arbeitsgruppe „Zukunft“ an, Namensvorschläge auf dem Schulfest zu sammeln. Auf der Vorschlagsliste stand „Linden-Oberschule Wünsdorf“ ganz oben. Mehrheitlich sprachen sich Schüler, Lehrer und Eltern dafür aus. Doch die Stadt Zossen als Schulträger lehnte „Linden-Oberschule Wünsdorf“ ab. Man wünsche keine Baum-Namen für Schulen, hieß es unter anderem zur Begründung. Diese Entscheidung stieß bei den Namensbefürwortern auf Unverständnis. Da habe es einer großen Frustrationstoleranz bedurft, um einen neuen Vorstoß zu wagen, sagte Moeß. Schließlich verständigte man sich auf den Vorschlag „Comenius-Schule Wünsdorf“ und den Beinamen „Berufsorientierende Schule“. Dem stimmten die Stadtverordneten am 9. Mai 2018 einstimmig zu.

Moeß: „Der Name ist Programm“

„Der Name ist Programm“, so Schulleiterin Moeß. Johann Amos Comenius (1592-1670) gilt als der große Pädagoge des 17. Jahrhunderts. Im Leitbild der Wünsdorfer Bildungsstätte ist die Umsetzung der von ihm vor 400 Jahren formulieren Grundsätze festgeschrieben. Comenius forderte bildungspolitische Chancengleichheit für Mädchen, sozial Schwache, körperlich und geistig beeinträchtigte Kinder und Jugendlichen. Sein Credo war es, Menschen zur Menschlichkeit zu erziehen und so die Welt zu verbessern. „Diese Forderungen sind heute aktueller denn je“, sagt Moeß.

Der Ruf der Schule im Rathaus und beim staatlichen Schulamt habe sich enorm verbessert. „Das haben wir uns hart erarbeitet.“ Zurzeit würden 180 Schüler der Klassenstufen 7 bis 10 von einer sehr erfahrenen Lehrerschaft mit einem Durchschnittsalter von 50 Jahren unterrichtet. „Die älteren Kollegen sind im Herzen jung geblieben und akzeptieren die Herausforderungen des digitalen Zeitalters.“ Allerdings brauche die Schule dringend mehr und gut ausgebildetes Personal sowie moderne, funktionierende Computer-Technik.

Von Frank Pechhold

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