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Das Gürteltier steckt im Netz

Freiflächenphotovoltaikanlage in Großbeeren versorgt etwa 400 Haushalte Das Gürteltier steckt im Netz

Die Sonne scheint und ein kühler Wind weht durch die Reihen der Solarmodule auf der einstigen Aschedeponie bei Großbeeren zwischen der neuen B 101 und der Anhalter Bahn. Ideale Verhältnisse also für ein Sonnenkraftwerk bis auf die paar Wolken, die zwischendurch vorbeiziehen.

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Hoffen auf viel Sonnenschein: Mark Pohl mit seinem sieben Monate altenTöchterchen Carlotte Marie und Robert Prym in ihrem Solarpark.

Quelle: Hartmut F. Reck

GROSSBEEREN . Die Solarmodule schmiegen sich um die gerundete Oberfläche der mit Gras und Wildkräutern bewachsenen Halde. Dadurch sieht sie von weitem wie ein Gürteltier aus. Und dadurch hat die Anlage bei Mark Pohl und Robert Prym ihren Spitznamen weg.

Gestern luden die beiden Betreiber des Solarparks alle Beteiligten, die zum Gelingen des Projekts beigetragen hatten, zur offiziellen Inbetriebnahme auf die Aschedeponie ein. Zwar wird der dort gewonnene Strom bereits seit dem 12. Februar ins allgemeine Stromnetz eingespeist, aber zu dieser nicht ganz so sonnenreichen Jahreszeit bot sich eine solche Feierstunde nicht gerade an.

Bis zur Fertigstellung hatte es etwa zwei Jahre gedauert, weil dafür ein vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren durchgeführt werden musste. Die Investoren hatten Glück, gerade noch so vor Inkrafttreten einer Gesetzesänderung die Betriebsbereitsschaft ihrer Anlage bestätigt zu bekommen. Dies geschah am 27. September vergangenen Jahres (die MAZ berichtete). Drei Tage später wäre die Höhe der Einspeisevergütung drastisch gesunken und die Anlage dann möglicherweise nicht mehr rentabel gewesen. Dafür dauerte es noch viereinhalb Monate, bis „das Gürteltier“ an das Stromnetz angeschlossen wurde.

Die Betreiber Mark Pohl und Robert Prym aus Berlin kennen sich aus in dem Geschäft. Sie betreiben auch Windkraftanlagen und noch weitere Solarparks in Nordrhein-Westfalen, die sogar noch größer sind als der in Großbeeren.

Auf der dortigen Aschedeponie liefern etwa 6500 Module rund 1,4 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Das entspricht dem Durchschnittsverbrauch von etwa 400 Haushalten.
Da mittlerweile Solarmodule auch begehrte Gegenstände bei Menschen mit krimineller Energie sind, haben Mark Pohl und Robert Prym ihren Solarpark einzäunen lassen. Außerdem überwacht eine Videoanlage das Gelände 24 Stunden rund um die Uhr. Auch ein Sicherheitsdienst schaut in unregelmäßigen Abständen nach dem Rechten. (Hartmut F. Reck)

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