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Zossen Vogelsänger lernt viel über Topinambur
Lokales Teltow-Fläming Zossen Vogelsänger lernt viel über Topinambur
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05:17 28.08.2018
Holger Klotzsch (l.) füllt Granatapfelsaft ab. Minister Jörg Vogelsänger (2. v. l.) schaut interessiert zu. Quelle: Foto: Frank Pechhold
Dabendorf

Einblicke in die Topinambur-Verarbeitung erhielt Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Montag am Ende seiner landesweiten Bio-Tour. Abschluss-Station war die Lienig Wildfruchtverarbeitung GmbH in Zossen-Dabendorf.

Topinambur ist eine typische Brandenburger Sonderkultur und hat sich zu unserem Spezialprodukt entwickelt“, sagte Geschäftsführer Frank Lienig. Jährlich werden dort 1000 bis 1500 Tonnen Topimambur verarbeitet. Davon stammen rund 80 Prozent aus der Priginitz. Die übrige Menge bezieht die Firma von Produzenten aus dem Spreewald und Mecklenburg-Vorpommern.

Lienig: „Marktführer in Deutschland

„Bei der Verarbeitung von Topinambur sind wir Marktführer in Deutschland“, sagte Lienig. Vor 23 Jahren gründeten sein Vater Helmut und er die Firma. Die mehr als mannshohe Pflanze aus der Familie der Sonnenblumen mit ihren goldgelben Blüten hatte es dem Landwirt angetan. Der 53-jährige Mahlower wollte unbedingt alles herausholen, was in den kartoffelgroßen Knollen steckt, vor allem an Inulin. Dies ist Kohlehydrat und wasserlöslicher Ballaststoff zugleich, wird von Enzymen im Magen-Darm-Trakt nicht abgebaut. Es macht also nicht dick. Wissenschaftler bescheinigten den Dabendorfer Topinambur-Konzentraten eine hohe Wirksamkeit für die gesunde Ernährung von Mensch und Tier. „Topinambur wird für die Herstellung von Backwaren, Cornflakes, Futtermitteln und sogar Kindernahrung verwendet“, erläuterte Lienig.

Weiter ist sein Unternehmen auf die Veredlung von Aronia und Sanddorn zu Säften, Konzentraten, Püree und Pulvern für namhafte Nahrungsmittel-Firmen spezialisiert. „Wir führen Produkte von A wie Aronia bis Z wie Zitrone“, sagte er. Beispielsweise sei man regionaler Partner der Obst- und Gemüseverarbeitung Spreewaldkonserven Golßen GmbH. Dorthin würden Rohstoffe und Halbfertigprodukte wie Aronia, Holunder, Sauerkirschen, schwarze Johannisbeeren, Acerola, Apfel- und Bananenpüree geliefert. Der tägliche Warenumsatz beträgt zehn Tonnen.

Personeller Engpass

„Wir beschäftigen zehn Mitarbeiter, davon vier in der Produktion“, sagte Frank Lienig. Leider seien zwei Produktionsmitarbeiter dauerhaft erkrankt. Wegen des personellen Engpasses müssten auch alle anderen Kollegen gelegentlich mit ran, um Marmeladengläser zuzuschrauben, Likör abzufüllen oder Paletten zu packen. „Das ist schon heftig“, zollte Minister Jörg Vogelsänger bei seinem Besuch der Belegschaft seinen Respekt.

Bei Lagerhaltung, Logistik und Kühltechnik bestehe Nachholbedarf, so Frank Lienig: „Da werden wir 600.000 bis 800.000 Euro investieren.“ Finanzierungsanträge lägen bei der Investitions- und Landesbank Brandenburg.

Fit machen mit Hilfe digitaler Technik

Aktuell nimmt die Firma Lienig als Referenzunternehmen an dem von der Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung betreuten Projekt „Regiofood plus“ teil. „Da geht es kurz gesagt darum, dass sich landwirtschaftliche Betriebe mit Hilfe digitaler Technik für die Anforderungen des Lebensmittel-Einzelhandels fit machen sollen“, berichtete Firmenchef Lienig.

Mit einem guten Gefühl fahre er zurück nach Potsdam“, sagte Vogelsänger. Sicher gebe es auch bei der Lienig Wildfruchtverarbeitung GmbH noch Luft nach oben, so der Minister: „Und die wollen wir in ein paar Jahren schnuppern.“

Von Frank Pechhold

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