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Zossen "Die FDP-Hochburg wird fallen“
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12:15 17.01.2014
Oliver Scharfenberg sucht Mitstreiter für die Kommunalwahl. Quelle: Christian Zielke
Rangsdorf

Es begann mit einer Eiche. Der 20 Meter hohe Baum stand auf der Grundstücksgrenze von Oliver Scharfenbergs Haus und verhinderte, dass im Haus des Neu-Rangsdorfers ein Wasseranschluss gelegt werden konnte. Nach wenigen Wochen machten Oliver Scharfenberg und seine damals schwangere Frau die ersten negativen Erfahrungen mit sturen Behörden.

Doch Oliver Scharfenberg hat sich gewehrt – mit Erfolg. Die Eiche ist weg, dafür darf sein vier Monate alter Sohn jetzt im Wasser aus dem Hahn baden. Der Streit um die Eiche hat den selbstständigen Betriebswirt geprägt. Er will in seiner Gemeinde etwas verändern. Mit seiner neuen Bürgerinitiative „Die Rangsdorfer“ möchte er am 25. Mai bei den Kommunalwahlen antreten. Für einen Erfolg rechnet er sich gute Chancen aus. „Die FDP-Hochburg wird fallen“, sagt er. Dabei ist ihm liberales Gedankengut weder fremd noch zuwider. „Ich war selbst mal in der FDP“, sagt der 34-Jährige. Seine Forderung, die Gemeinde attraktiver für Unternehmen – und somit Steuerzahler – zu machen, könnte auch einem FDP-Wahlprogramm stammen. Doch Oliver Scharfenberg kann sich genauso gut mit Ideen der Linken oder der Piraten anfreunden. Wenn er von seinen Zielen spricht, fallen immer wieder Wörter wie Transparenz und Beteiligung. Eine Art Liquid Rangsdorf sei sein Traum. Was die Piraten für die gesamte Demokratie fordern, soll zumindest auf kommunaler Ebene funktionieren. Die Grenzen zwischen Bürgern und Abgeordneten verflüssigen sich.

Die Betroffenen haben die Möglichkeit sich an der Entstehung von Gesetzen zu beteiligen. In einem Internetportal könnten Bürger ihre Ideen vorstellen und mit anderen darüber diskutieren. In einem nächsten Schritt könnte man einen Bürgerhaushalt ins Leben rufen. „Dann können die Leute selbst entscheiden, was mit dem Geld passiert“, sagt Scharfenberg. Seine Ideen hat er bereits einigen Gemeindevertretern unterbreitet. Die Resonanz hat ihn bislang enttäuscht. „Es hat sich fast keiner gemeldet“, sagt Scharfenberg.

Resigniert ist er deswegen nicht. Im Gegenteil – Ignoranz und Widerstand stacheln ihn erst so richtig an. Als langjähriges Mitglied der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) kennt er sich mit verkrusteten Strukturen gut aus. Mit einer Rebellen-Liste hat er die IHK-Vollversammlung aufgemischt, hat durchgesetzt, dass Wahlergebnisse veröffentlicht werden und gegen die Zwangsmitgliedschaft für Kleinunternehmer gestritten.

Ganz so undemokratisch wie bei der Berliner IHK gehe es in Rangsorf nicht zu, räumt  Scharfenberg ein. Dass mehr als die Hälfte der Rangsdorfer bei der letzten Wahl ihre Stimme nicht abgaben, zeige, dass dennoch nicht alles in Ordnung ist. „Viele denken, es ändert sich sowieso nichts“, sagt Scharfenberg. Diese Denkart will er überwinden, indem er die Bürger mitentscheiden lässt. Dass er alle damit erreicht, glaubt er nicht. „Es wird sicher keine Massenbewegung, aber wenigstens kann dann keiner mehr sagen, dass sich nichts verändert.“ Für diese Ziele sucht Oliver Scharfenberg derzeit nach Mitstreitern. Nur gemeinsam könne man die wichtigsten Themen für die Wahl definieren, sagt Scharfenberg. „Eine One-Man-Show bringt nichts.“

Von Christian Zielke

www.die-rangsdorfer.de, oder 033708/ 915897

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