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Zossen Archäologen untersuchen Baufeld für Schule
Lokales Teltow-Fläming Zossen Archäologen untersuchen Baufeld für Schule
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05:27 30.11.2018
Sobald der Boden wieder frostfrei ist, nimmt das Team von Ulrich Wiegmann (2.v.l.) die Grabungsarbeiten in Dabendorf wieder auf. Quelle: fotos: Frank Pechhold (3)
Dabendorf

Wie ein großer Buddelplatz sieht das Baufeld für das Mehrzweckgebäude der neuen Dabendorfer Gesamtschule aus. Knochenhart gefroren ist die Erde. Eisig weht der Wind dem vierköpfigen Team der Firma „Archäologie Wiegmann“ ins Gesicht. Eiszeit, Donnerstag um 8.30 Uhr. „Wir brechen ab“, entscheidet Grabungsleiter Ulrich Wiegmann.

„Bei dieser Kälte zu arbeiten bringt nichts“, sagt er. Rund vier Zentimeter tief sitzt der Frost im Boden. Selbst der Einsatz einer Spitzhacke macht bei gefühlt zehn Grad minus wenig Sinn. Dabei sind Archäologen keine Frostbeulen. Arbeit an der frischen Luft gehört zum Beruf. „Schon seit Tagen habe ich den ganzen Inhalt meines Kleiderschrankes am Körper“, scherzt Wiegmann. Man müsse einfach in Bewegung bleiben, dann ließen sich solche Temperaturen bis zu einem gewissen Tiefpunkt ertragen.

Auch Funde aus der Bronzezeit

„Im Oktober hatten wir hier herrliche Tage hier“, schwärmt Team-Chef Wiegmann. Bei 15 Grad plus begannen Anne Kellner, Harald Müller, Michael Walter, Studenten und er mit den von der Denkmalschutzbehörde vorgeschriebenen archäologischen Begleitarbeiten für das 46-Millionen-Euro-Projekt. Viel Fingerspitzengefühl bewies ein Fahrer, als er mit der gewaltigen Baggerschaufel die oberste Erdschicht abkratzte, ohne Funde zu zerstören. Bereits in dieser frühen Phase traten viele tief schwarze Flecken zu Tage. Die meisten Flecken markieren Kalkmischgruben. Kalk wurde um 200 vor Christus für das Gerben von Leder oder das Brennen von Keramik gebraucht. „Wir haben hier allerdings auch Gegenstände aus der Bronzezeit entdeckt“, so Wiegmann. Möglicherweise sei der Platz erst in der Bronzezeit und später noch einmal in der Eisenzeit besiedelt worden.

Archäologie ist für das kleine Team Alltagsgeschäft. Ein Beruf wie jeder andere, aber auch ein außerordentlich spannender. Bisher spektakulärste Zeitzeugnisse sind ein Tongefäß und ein Armreif aus der Eisenzeit. „Der Reif ist ein relativ seltenes Stück, weil er an beiden Seiten verdickte Enden hat und sehr zart anmutet“, so Wiegmann.

Trichterförmiger Topf

Auch der rund 200 Jahre vor der Zeitrechnung geformte, trichterförmige Topf sei noch sehr gut erhalten. „Wahrscheinlich handelt es sich um einen Vorratstopf, obwohl wir erst an eine Urne gedacht haben.“ Damals seien die Toten verbrannt, die Knochen aus dem erkalteten Feuer gesammelt und in eine Urne gepackt worden. Sämtliche Fundstücke werden fein säuberlich gereinigt, beschriftet und mit einer Dokumentation an das Archäologische Landesmuseum in Wünsdorf übergeben.

Bis zum Frühjahr müssen die Archäologen fertig sein. Dann soll der Bau des Mehrzweckgebäudes beginnen. „So viel Zeit haben wir selten“, lobt Wiegmann die gute Planung des Bauherren Zossener Wohnungsbaugesellschaft. Meist sitzen Bauarbeiter und Bagger den Archäologen im Nacken. In Dabendorf haben die modernen Schatzsucher freie Bahn und viel Zeit, um der Erde noch so manches Geheimnis zu entlocken.

Von Frank Pechhold

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