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Zossen Gespräch mit neuen Lehrern
Lokales Teltow-Fläming Zossen Gespräch mit neuen Lehrern
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08:36 29.08.2013
Wünsdorf

Es ist eine typische Pausenszene, wie es sie in Schulen an jedem Tag gibt. Es wird wild durcheinander gesprochen, gewunken, umarmt und gelacht. Nur sind die Schüler in diesem Fall Lehrer und die Lehrerin ist die Bildungsministerin Martina Münch (SPD). Als die Ministerin den Raum betritt, wird es schlagartig ruhiger und alle Blicke richten sich nach vorn.

Etwa 20 Neu-Lehrer sind ihrer Einladung nach Wünsdorf in das staatliche Schulamt gefolgt. „Ich freue mich, dass sie alle hier sind, denn wir brauchen frisches Blut, da viele ihrer Kollegen im Schnitt über 50 Jahre alt sind“, begrüßt Münch die Neulinge.
Mit landesweiten 550 Neueinstellungen gibt es so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr. Doch der Schein trügt ein wenig. Nicht alle in Pension gegangenen Lehrer sind ersetzt worden und nicht an allen Schulen konnten sämtliche Unterrichtsstunden besetzt werden. „Das Problem ist, dass wir nicht genügend Vertretungslehrer zum Schuljahresbeginn gefunden haben und dadurch im Moment krankheitsbedingte Ausfälle nicht immer kompensieren können“, sagt Winfried Otto, Leiter des staatlichen Schulamtes Wünsdorf. Gerade in den Fächern Sport, Englisch und Musik bestehe großer Bedarf. Aber da alle ausgebildeten Lehrer schon eine Stelle haben und in der jetzigen Phase wenig neue Lehrer auf dem Markt sind, ist eine schnelle Lösung nicht in Sicht. Die neu eingestellten Lehrer berichten, trotz größtenteils positiver Resonanzen von ihren ersten Wochen, auch von anderen Problemen an den Schulen.

Der große Altersunterschied zwischen den „Neuen“ und „Alten“ sorge hier und da noch für kleine Irritationen. So wurde zum Beispiel eine Lehrerin mit einer Schülerin und ein Lehrer mit einem Referendar verwechselt. Zwar wurden diese Vorfälle mit einem Lachen erzählt, aber sie zeigen, dass sich die neuen Kollegen erst freischwimmen müssen. „Lehrer und auch die Eltern sind über Jahre hinweg ältere Gesichter gewöhnt. Mit der Zeit wird sich das Lehrerbild aber ändern“, ist sich Ministerin Münch sicher. Die älteren Kollegen sind nach Aussage vieler hilfsbereit und arbeiten ihrer Nachfolger gerne ein. „Ich habe heute Nachmittag von einer Kollegin, die 38 Jahre die Verantwortung für die Sporthalle hatte, den Schlüssel für die Halle übergeben bekommen. Sie ist nach den Sommerferien, trotz Pension, extra für mich noch ein paar Tage in der Schule geblieben. Sie hat quasi freiwillig nachgesessen“, freut sich ein neuer Sportlehrer aus Großbeeren.

Ein größeres Problem scheint bei der Stellenvergabe zu bestehen. Zwar gebe es ein Internetportal, in dem sich angehende Lehrer anmelden könnten, um dann dort von den Ämtern direkt angesprochen zu werden, doch nach Aussage der Lehrer passiert dort wenig bis gar nichts. „Es nützt mir nichts, wenn ich mir auf dem Portal zehn Mathelehrer ansehe und für eine Stelle in Betracht ziehe und dann zehn Absagen bekomme, weil sie in anderen Landkreisen schon etwas gefunden haben. Das ist dann unnützer Aufwand, da die verschiedenen Schulämter untereinander nicht über die potenziellen Kandidaten sprechen“, erklärt Otto das Dilemma im Internet. Insgesamt würden die angehenden Lehrer sehr spät von den Schulämtern angesprochen und oft helfe nur „Vitamin B“, um eine Stelle zu bekommen, beschwerte man sich. Laut Otto könne erst ab März auf die Bewerber zugegangen werden, weil dann die Klassen für das neue Schuljahr stünden. Erst ab diesem Zeitpunkt ist der Bedarf an neuer Lehrerschaft abzusehen.

Ein Einzelfall einer jungen Lehrerin zeigt die Ernsthaftigkeit der Gesprächsrunde. Sie muss fachfremde Fächer unterrichten. Die junge Frau fühlt sich damit überfordert, den Schülern Dinge beibringen zu müssen, die nicht in ihrem Fachgebiet liegen. Ministerin Münch und Amtsleiter Otto werden sofort hellhörig. „Wir wollen niemanden verheizen, nur damit die Stunden besetzt sind. Wir werden eine Lösung finden und sehen, ob es an den Nachbarschulen eine Vertretung für diese Fächer gibt“, verspricht Otto.

Von Fabian Frenzel

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