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Zossen Großbrand in Zossen vernichtet Oldtimersammlung
Lokales Teltow-Fläming Zossen Großbrand in Zossen vernichtet Oldtimersammlung
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01:16 02.02.2019
Blick in die ausgebrannte Lagerhalle. Hier wurden ausrangierte Lieferwagen des Express-Dienstleisters DPD aufgebaut. Quelle: Frank Pechhold
Nächst Neuendorf

Vorsätzlich oder fahrlässig? Wer oder was hat das Großfeuer im Zossener Ortsteil Nächst Neuendorf verursacht? Diese Fragen klären Kriminaltechniker der Polizei. Donnerstag nehmen die Ermittler ihre Arbeit in der völlig vernichteten Halle auf. Bis zum Eintreffen der Spurensicherer bewacht eine Funkstreifenwagen-Besatzung das an der Nächst Neuendorfer Landstraße 12 gelegene Gelände.

Dieser Großbrand hat den Kameraden alles abverlangt. Von zwei bis 15 Uhr waren zu Spitzenzeiten rund 160 Feuerwehrleute in Nächst Neuendorf im Einsatz. Hier brannte eine Lagerhalle total aus.

„Hier handelt’s sich um einen Tatort“, sagt Polizeihauptkommissar Jörg Menschner. Die genaue Höhe des entstandenen Sachschadens lasse sich noch nicht beziffern. Momentan sei noch gar nicht klar, wie viele Fahrzeuge in der Halle standen, so der Dienstgruppenleiter der Polizeiinspektion Teltow-Fläming.

Erste Alarmierung um 1.45 Uhr

Per Notruf wurde die Polizei Mittwoch um 1.45 Uhr über den Brand informiert. „Es hat richtig gebumst“, schildert ein Augenzeuge die Situation. In der rund 2600 Quadratmeter großen Halle habe es mehrere Explosionen gegeben. Flaschen mit dem zum Schweißen benötigten Gas Acetylen seien in die Luft geflogen. Die Druckwelle habe die Fensterscheiben in den benachbarten Gebäuden erzittern lassen. Anschließend seien bis zu 30 Meter hohe Flammen aus dem Dach geschlagen.

Feuerwehr löst Stadtalarm aus

„Wegen des riesigen Feuers mussten wir Stadtalarm auslösen“, so die Zossener Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B). Kurz darauf waren Kameraden aus Dabendorf, Glienick, Horstfelde, Kallinchen, Nächst Neuendorf, Neuhof, Nunsdorf, Schöneiche, Schünow, Wünsdorf und Zossen zur Stelle. Drehleiter-Besatzungen aus Ludwigsfelde und Mittenwalde wurden nachträglich angefordert. Gegen sechs Uhr eilten Atemschutzträger aus Rangsdorf, Baruth, Sperenberg, Klausdorf und Saalow zur Hilfe. „Wir haben kleine Glutnester gelöscht“, so der Rangsdorfer Ortswehrführer Robert Hesse.

Gasflaschen explodiert

„Die Wasserversorgung war sehr schnell stabil“, so Bürgermeisterin Schreiber. Dabei mussten kilometerlange Schlauchverbindungen zu drei Wasserentnahmestellen aufgebaut werden. Den Feuerwehrleuten gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf das benachbarte Autohaus König zu verhindern. Weiter kühlten sie unbeschädigte Gasflaschen, um sie aus der Gefahrenzone ins Freie bringen zu können. Das Löschwasser gefror bei klirrender Kälte zu Eis. „Deshalb habe ich Mitarbeiter des Bauhofes mit einem Streufahrzeug ran geholt“, sagt Schreiber. Weiter seien zwei große Bagger bestellt worden. Mit Hilfe der Bagger wurden in die Flammen zu stürzen drohende Dachteile und große Berge alter Kleidung abgetragen.

In der Halle wurden alte DPD-Fahrzeuge aufgearbeitet

„Was in der Halle stand, war nicht neuwertig“, so Bürgermeisterin Michaela Schreiber. Das Gebäude gehörte zu DDR-Zeiten dem ehemaligen Zossener Kreisbetrieb für Landtechnik. MAZ-Informationen zufolge sollen hier ausrangierte Fahrzeuge des Express-Dienstleisters DPD aufgearbeitet worden seien. Weiter hätten Hobby-Schrauber kleinere, räumlich getrennte Bereiche genutzt.

Oldtimer vernichtet

Einer von ihnen ist Thomas Krabowski. „Hier standen diverse Oldtimer und alte Motorräder drin. Alles, was ich mein ganzes Leben gesammelt habe“, so der Berliner. Er bezifferte den ihm entstandenen Schaden auf rund 200.000 Euro.

B 246 war um 15 Uhr wieder frei

Einsatzleiter in der ersten Phase war Stadtbrandmeister Stefan Kricke. Er wurde gegen fünf Uhr von Robert Gebuhr abgelöst. „160 Kameraden waren im Einsatz“, so Bürgermeisterin Schreiber. Rund 50 Atemschutzgeräte wurden benötigt. „In jedem Gerät befinden sich 1680 Liter komprimierte Atemluft. Das reicht unter normalen Umständen zirka 30 Minuten aus“, so René Mydaß vom Feuerwehrtechnischen Zentrum des Landkreises Teltow-Fläming. Gegen 15 Uhr war der Einsatz für die meisten Kameraden beendet. Zeitgleich konnte die bis dahin zwischen Schranke und Chausseehaus voll gesperrte Bundesstraße 246 wieder frei gegeben werden.

Von Frank Pechhold

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