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Zossen Instrumentenanflug in Schönhagen
Lokales Teltow-Fläming Zossen Instrumentenanflug in Schönhagen
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01:15 14.10.2018
Pilot Klaus-Jürgen Schwahn (u.) und Co-Pilot Jan-Peter Fischer nach der Landung. Quelle: Elinor Wenke
Schönhagen

„Eigentlich ist das Flugwetter heute viel zu schön“, scherzte Klaus-Jürgen Schwahn (61), Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft Schönhagen und seit 37 Jahren Pilot. „Zu schön, weil wir mit unserem Instrumentenflug eigentlich zeigen wollen, wie man bei schlechter Sicht gut und sicher durch die Luft und auf den Boden kommt.“ Schwahn steuerte mit seinem Co-Piloten Jan-Peter Fischer (62) am Donnerstag das erste Flugzeug, das per Instrumentenflug auf dem Flugplatz in Schönhagen starteten und landen konnte. Damit erfüllte er sich einen lang gehegten Wunsch.

Nach der erfolgreichen Landung wird die Maschine mit einem Wasserstrahl begrüßt. Quelle: Margrit Hahn

Im August 2006 hatte die Flugplatzgesellschaft den Antrag auf eine Betriebsgenehmigung für den Instrumentenflugbetrieb gestellt; erst jetzt wurde sie erteilt. „Das sind 13 Jahre, in denen wir über 12.000 Arbeitsstunden investieren mussten, um die technischen und genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen resümierte Schwahn, „die Hälfte der Zeit haben wir mit Rechtsstreiten, behördlichen Widerspruchsverfahren und gerichtsanhängigen Klagen verbracht.“

Der satellitengestützte Instrumentenflug statt des bislang praktizierten Sichtfluges soll vor allem die Sicherheit für den Flugverkehr und die Piloten erhöhen und den Flugbetrieb wetterunabhängig machen. „Man muss sich das wie ein Navigationssystem im Auto vorstellen“, erklärt Schwahn. Man fliegt auf festen Routen, weil ähnlich wie beim Auto-Navi die „Luftstraßen“ per GPS verortet sind. „Und wir sind die ganze Zeit unter Radarkontrolle, das erhöht sich Sicherheit“, so Schwahn.

Der Bildschirm des Navigationssystem im Cockpit der Cirrus SR 22. Quelle: Elinor Wenke

Mit seinem Co-Piloten von der ortsansässigen CD Aircraft GmbH setzte er sich in einer Cirrus SR 22, einem modernen Leichtflugzeug, in Bewegung. Bei einer Höhe von 1500 Metern und einer Fluggeschwindigkeit zwischen 200 und 300 Stundenkilometern schwebten sie in Richtung Luckenwalde, Jüterbog und Oehna und dann über Sperenberg, Mellensee und Trebbin wieder zurück nach Schönhagen.

Pilot Klaus-Jürgen Schwahn im Cockpit. Quelle: Elinor Wenke

„Das meiste macht der Autopilot“, erklärt Jan-Peter Fischer und betont: „Wir brettern hier nicht im Tiefflug über die Orte, sondern fliegen meist über unbewohntes Gebiet, um die Anwohner vor Lärm zu schützen.“ Als der Kurs über Trebbin geht, erfolgt der Sinkflug schon fast im Leerlauf. Punkt 10.14 Uhr legt Schwahn eine butterweiche Landung hin. In den Applaus des Publikums mischt sich Schwahns Kritik: „Es ist nicht zumutbar, dass man für eine Betriebsgenehmigung 13 Jahre braucht. Jetzt können wir uns endlich neuen Herausforderungen widmen.“

Werbung für emissionsarmen Flugbetrieb

Trebbins Bürgermeister Thomas Berger (CDU), gleichzeitig Aufsichtsratschef der Flugplatzgesellschaft, relativierte Schwahns Kritik. „Unser Rechtssystem ist auf gegenseitiger Rücksichtnahme aufgebaut. So hat das lange Verfahren auch einen Interessenausgleich gebracht.“

Anwohner hatten unter anderem befürchtet, dass der Instrumentenflug als Alibi für eine großzügige Erweiterung des Flugplatzes genutzt wird. „Ich habe das Gefühl, dass die Entwicklung jetzt in der Bevölkerung akzeptiert wird“, so Berger. Er warb für einen noch gesünderen, sauberen und emissionsarmen Flugbetrieb. Ebenso Andreas Timmermann, Vorstand der Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz. „Der Flugplatz Schönhagen wird dabei ein wichtiger Partner sein“, sagte er.

50.000 Starts im Jahr

Lob gab es von Klaus Hildner von der Verkehrspilotenschule Berlin. „Wir haben in Erwartung des Instrumentenfluges unseren Standort im Vorjahr von Schönefeld nach Schönhagen verlegt“, sagte er. Mit 50.000 jährlichen Starts und 36 ansässigen Firmen ist Schönhagen einer der wichtigsten Verkehrslandesplätze in Deutschland.

Von Elinor Wenke

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