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Kunst und Leid liegen eng beieinander

Galeriefest beendet erste Ausstellung im Rangsdorfer Haus Kunst und Leid liegen eng beieinander

„Wir zeigen Gesicht“ – so war die erste Ausstellung in den neuen Räumen der Galerie „Kunstflügel“ in der Rangsdorfer Seebadalle überschrieben, die am Sonntag mit einem kleinen Galeriefest endete.

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Die Malerin Sabine Slatosch vor ihrem Bild „Kassandra“.

Quelle: Gudrun Ott

Rangsdorf. Gerlinde Förster, Kunstwissenschaftlerin und Leiterin der Galerie, freute sich, zahlreiche Gäste begrüßen zu können. Darunter waren viele Künstler sowie vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg der Staatssekretär Martin Gorholt (SPD). Anwesend war auch die Präsidentin des Bundesverbandes der Gedok Ulrike Rosenbach. Sie schwärmte von den neuen Galerieräumen. „Für alle Gedok-Gruppen ist es etwas Besonderes, ein so schönes Haus zu haben.“ Der gesamte Vorstand sei sehr gerne hier, betonte sie.

Entschuldigen wegen eines anderen Termins ließ sich Bürgermeister Klaus Rocher (FDP). Der habe den Wert der Galerie schätzen gelernt, hieß es, denn immerhin spendiert die Gemeinde der Gedok einen kostenfreien Mietvertrag über einen Zeitraum von fünf Jahren. Staatsekretär Gorholt lobte ausdrücklich das Engagement der Kommune, auch das Ministerium werde Gedok in diesem Jahr fördern, versprach er, allerdings nur einzelne Projekte mit insgesamt 5000 Euro.

Dass diese Summe bei weitem nicht ausreichend ist, bestätigte Gerlinde Förster. Mehr als ein Drittel Eigenkapital steuert die Gedok selber bei. Bildende Künstler müssten immer zusehen, wie sie durchs Leben kommen, so der Politiker bedauernd. Mit etwa 100 Millionen Euro pro Jahr fördert das Land Brandenburg die Kultur. Das ist gegenüber anderen Bundesländern vergleichsweise gering. Auch innerhalb der Gedok, Verband der Gemeinschaften der Künstler und Kunstförderer mit Sitz in Bonn, fällt die Förderung in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich aus. Die Malerin Sabine Slatosch, Gedok-Mitglied und in der Ausstellung mit zwei großen Bildern vertreten, beklagte, „dass bei Kunst und Kultur in Zeiten knapper Kassen immer zuerst gekürzt wird. Kunst kann nicht aus sich selbst heraus existieren, ist aber wichtiger Vorreiter für die Entwicklung einer Gesellschaft, weil sie gesellschaftliche Strömungen zuerst aufspürt.“

Staatssekretär Gorholt verabschiedete sich mit Worten in Anspielung auf den Titel der Ausstellung: „Gesicht zeigen, ist mit Risiken verbunden – zeigen Sie weiter Gesicht.“ „Mit Ihrer Unterstützung wird uns das hoffentlich gelingen“, bemerkte Galeristin Gerlinde Förster, die zugleich auch Stellvertreterin Rosenbachs im Bundesverband ist. Schon Thomas Mann, repräsentativer Außenseiter seiner Zeit, ließ in seiner Erzählung „Tonio Kröger“ den geneigten Leser wissen, dass Kunst und Leid eng beieinander liegen.

Von Gudrun Ott

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