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Landwirt aus Überzeugung

Reinsdorf Landwirt aus Überzeugung

Ackerbauer zu sein, ist das Schönste, was sich Konrad Niendorf aus Reinsdorf vorstellen kann. Nun nimmt der 27-Jährige am Ceres-Award teil, dem bedeutendsten Landwirte-Wettbewerb im deutschsprachigen Raum, und hat sich bereits für das Finale qualifiziert.

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Landwirtschaft heute funktioniert am besten vernetzt. Vom Tablet aus steuert Konrad Niendorf die optimale Dünge- und Saatgutmenge für die unterschiedlichen Bodenverhältnisse.

Quelle: Uwe Klemens

Reinsdorf. Konrad Niendorf war nicht anders als die meisten kleinen Jungs. „Na klar, auch ich war als Kind hin und weg, wenn ich irgendwo einen Traktor oder Mähdrescher gesehen habe. Mit Vier Jahren wusste ich ganz sicher, dass ich Landwirt werden will“, sagt der 27-jährige Reinsdorfer. Im Gegensatz zu den meisten seiner damaligen Buddelkastenfreunde hat Niendorf den Wunsch aber wirklich werden lassen. Und in diesem Jahr gehört er sogar zu den Anwärtern für den Ceres-Award. Der nach der römischen Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit benannte Preis wird vom deutschen Landwirtschaftsverlag seit 2014 in elf Kategorien an Landwirte im deutschsprachigen Raum vergeben.

Einer von drei Finalisten in der Kategorie Ackerbauer

Mit 180 Bewerbern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligen sich in diesem Jahr so viele Landwirte wie noch nie, sagt Kristina Fischer, Pressesprecherin der Deutschen Landwirtschaftsverlages. Nach Sichtung der Bewerbungsunterlagen steht bereits fest, dass Konrad Niendorf in der Kategorie Ackerbauer zu den drei Finalisten gehört. „Entscheidend für die Bewertung sind nicht Höchstleistungen auf dem Feld oder im Stall, sondern beste wirtschaftliche Ergebnisse bei gleichzeitiger Berücksichtigung bäuerlicher Unternehmertugenden wie Mut, Ideenreichtum sowie Verantwortungsbewusstsein für Familie, Betrieb, Tier, Natur und Gesellschaft“, sagt Fischer.

Konrad Niendorf stammt aus einer Bauernfamilie. Seine Eltern haben eigene Landwirtschaftsbetriebe. Sein Unternehmenskonzept hat die Juroren bereits im Vorfeld überzeugt. Neben der Bewirtschaftung von 730 Hektar Acker- und 70 Hektar Grünlandflächen betreibt der Landwirtschaftsmeister und Agrarwirt aufwändige Vermehrungsflächen und eine Kompostieranlage zur Versorgung mit organischem Dünger.

Erneuerbare Energien und Computertechnik

Zudem setzt der Ackerbauer auf Solar- und Windenergie, und moderne Computertechnik, mit deren Hilfe der Einsatz von Düngemitteln und Saatgut optimal den Bodenverhältnissen anpassen lässt. Die Haltung einer Alpaka-Herde und der Einsatz als Dienstleistungsunternehmen für andere Landwirte runden das Unternehmensprofil ab.

Auch Niendorfs Wirken als Gemeindevertreter und als Initiator des Zusammenschlusses „Junge Flämingbauern“, der das Image des Landwirts besonders für die junge Generation aufbessern will, wird bei der abschließenden Jury-Bewertung eine Rolle spielen.

Bauer zu werden hat er nie bereut

Seine Entscheidung, das Gymnasium nach der 10. Klasse zu verlassen und in einer dreijährigen, dualen Ausbildung Fachabitur und eine Lehre als Landwirt zu absolvieren, hat Konrad Niendorf bis heute nicht bereut. Die Begeisterung für seinen Beruf schwingt in jedem Gespräch mit. „Du gestaltest den Lebensraum so vieler Menschen. Das ist eine verantwortungsvolle und schöne Aufgabe zugleich“, sagte er. Dass Niendorfs Vater Jörg stolz darauf ist, dass sein Sohn so erfolgreich in seine Fußstapfen getreten ist, versteht sich da schon fast von alleine.

Preisvergabe am 11. Oktober

Wer genau die Gewinner der einzelnen Kategorien und der Gesamtsieger des Ceres-Award sein wird, wird erst am 11. Oktober während der Preisverleihung im Berliner Filmtheater Kosmos verraten. Als Preisgeld winken den elf Besten jeder Kategorie jeweils 1000 Euro. Der Gesamtsieger erhält zudem 10 000 Euro, die für ein Projekt seiner Wahl eingesetzt werden müssen. Einzige Bedingung: Sie sollen das Ansehen der Landwirtschaft fördern.

Von Uwe Klemens

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