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Zossen Mit den Schwarznasen auf Du und Du
Lokales Teltow-Fläming Zossen Mit den Schwarznasen auf Du und Du
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11:26 18.07.2013
Lieblingsplatz ist für Mutter und Tochter bei den Schafen. Quelle: Gudrun Ott
Jütchendorf

"Natur ist das Schönste für mich", sagt Manuela Holl, stellt die Sense zur Seite und zeigt über rund 10000 Quadratmeter Wiese und Weideland. Hier draußen, hinter ihrem Haus, sprießt üppiges Grün und der Blick reicht hinüber bis ins Nachbardorf Gröben.

Hinter einem Koppelzaun weiden vier Walliser Schwarznasenschafe, abgetrennt blökt Widder Benny. Der nämlich darf erst zu den Auen (so nennt man die weiblichen Tiere), wenn die Mückenzeit und damit die Übertragungsgefahr einer Seuche, die den Föten im Mutterleib der Tiere schaden kann, vorbei ist.

Die Berliner Beamtin hat sich für eineinhalb Jahre beurlauben lassen, um Zeit fürs Land und für ihre Tiere zu haben. Im April hat sie die Herdbuchtiere gekauft, will züchten, um die Rasse zu erhalten. Bereits im 15. Jahrhundert wurden die Schwarznasenschafe im Schweizer Kanton Wallis erwähnt. Sie sind genügsam und zutraulich. Ihre Wolle eignet sich hervorragend zum Filzen. Manuela Holl hat ihre Tiere bereits einmal scheren lassen. Die Wolle ging an eine Züchterin in Bayern. Es werden daraus wunderbar wärmende Walkjacken gefertigt.

Tochter Leonie mag Landleben und Tiere ebenso gern wie ihre Mutter. So ist es für das 12 Jahre alte Mädchen selbstverständlich, seine Ferien weitgehend in der Natur zu verbringen. Es schmust mit dem Lieblingsschaf Honey oder besucht die Pferde, die so gut riechen. Die ersten Tiere in der Familie waren die Katzen, dann kamen ein Leonberger und ein Pyrenäenhund hinzu. Es folgten zwei Pferde und seit April bereichern die Walliser Schwarznasenschafe die ländliche Idylle.

"Meinen schönsten Urlaub verbringe ich hier auf dem Land", weiß Manuela Holl und Leonie nickt. Von den Nachbarn bekam die Hobby-Bäuerin zum Geburtstag eine besondere Legehenne. Aber weil Hühner zum glücklichen Leben ihresgleichen brauchen, wohnt das Geburtstagshuhn in der nachbarlichen Hühnerschar, lediglich die Hühnereier findet die Beschenkte jeden Morgen im Körbchen im Hof. Sie schwärmt von der Arbeit und findet dafür nur Superlative: "Sensen ist für mich wie Meditation, ähnlich dem Spinnen. Dann bin ich ganz weit weg. Und wenn ich die Schafe streichele, dann werden meine Hände weich und zart vom Fett, das in der Wolle ist."

Von Gudrun Ott

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