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Zossen Die Gunst der Woge
Lokales Teltow-Fläming Zossen Die Gunst der Woge
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12:15 11.07.2018
In Mona Hökes Gemälden und Grafiken wird die Kalligraphie oft zur fragmentarischen Form. Ihre Arbeiten und André von Martens’ Schwarzkeramik ergänzen sich optimal. Quelle: Karen Grunow
Wünsdorf

Die große Aufregung bleiben diesmal draußen, obwohl diese Ausstellung aufregend ist: Was in der Neuen Galerie in Wünsdorf derzeit zu sehen ist, ergibt in der Kombination eine meditative Ruhe. Die Gemälde und Grafiken von Mona Höke und die keramischen Arbeiten von André von Martens ergänzen sich stimmig. Schon allein von ihren farblichen Qualitäten her scheinen beider Arbeiten wie absichtlich aufeinander abgestimmt.

Dabei beschränkt sich von Martens auf Schwarz. Was er nach Wünsdorf mitgebracht hat, ist zum Teil beeindruckend groß. Seine Schalen und Gefäße entstehen auf Töpferscheiben, die für seine Zwecke passend gemacht worden sind. Selbst den Brennofen hat André von Martens so entwickelt und optimiert, dass er nicht einfach nur große Gefäße brennen kann. Vor allem erreicht er durch die Mischung verschiedener eisenoxidhaltiger Tone mit Schamott und Glimmer jenen Schwarzbrand, der seinem Ideal entspricht. Das, sagte er einmal, sei nicht Perfektion, sondern Präzision. Entscheidend sei nicht, wie lange er für etwas brauche, sondern wie das Ergebnis sei.

Schwarzkeramik von André von Martens mit faszinierenden Details. Quelle: Karen Grunow

Was er erschafft, hat ihm schon zahlreiche Preise eingebracht. Seine Arbeiten gehören zu bedeutenden Sammlungen wie der des Grassi-Museums in Leipzig, des Kölner Museums Kolumba oder der Münchener Pinakothek der Moderne. Dass von Martens zusagte, einige seiner Arbeiten in der Neuen Galerie in Wünsdorf zu zeigen, freut nicht nur Thomas Haetge, den für Kunst- und Kulturförderung zuständigen Mitarbeiter des Landkreises Teltow-Fläming, der Träger der Neuen Galerie ist.

Haetges Vorgängerin Margitta Wünsche hatte diese Ausstellung noch angeregt und vorbereitet, bevor sie sich im März in den Ruhestand verabschiedete. Sie ist mittlerweile die Vorsitzende der Kunstfördergemeinschaft Neue Galerie e.V. und begleitet das Ausstellungsgeschehen also in gewisser Weise nach wie vor. Vor allem sorgt sie nun ab und an – wie die vielen anderen Ehrenamtlichen auch – dafür, dass die Neue Galerie immer donnerstags bis sonntags geöffnet werden kann. So kommt auch sie immer mal mit Besuchern ins Gespräch. Und spürt so, dass die Präsentation von Mona Höke und André von Martens die Menschen anspricht.

Literatur ist für Mona Höke wichtig

„Mona Höke hatte ich schon seit längerer Zeit im Visier“, erzählt Margitte Wünsche. Die Künstlerin lebt in Cottbus, wo sie unter anderem im Museum Dieselkraftwerk mit einer Einzelausstellung gewürdigt worden ist. Vor mehr als 20 Jahren wandte sie sich der Malerei zu, spürte in sich selbst nach, welchen Weg sie da konkret einschlagen soll und fand Lehrer wie den Cottbuser Künstler Hans Scheuerecker. Literatur, sagt sie, sei oft Ausgangspunkt für eine Arbeit. „Bauch und Kopf entscheiden dann, wann für mich ein Bild stimmig ist in Farbe, in Komposition“, erklärte sie einmal.

Namen tragen nur wenige ihrer Arbeiten. In Wünsdorf sind auch großformatige Serigraphien zu sehen, einige sind von 2009 aus der Serie „die gunst der woge ist gischt“. Von Bert Papenfuß stammt dieser Vers, der Titel wurde für eine Grafik-Lyrik-Mappe, in der Mona Hökes Siebdrucke auf Lyrik von Elke Erb, Kai Grehn, Johannes Jansen oder eben Papenfuß reagieren. Höke schichtet, schafft Fragmentarisches aus Kalligraphischem, das zur Form gerät, oder gibt Anmutungen von Figürlichem. Es gibt ein „Du“, es gibt ein „Ich“, zwei Köpfe voller Worte.

Arbeiten beider Künstler ergeben tolle Symbiose

Wie Zauberkessel thronen vor solchen Gedankenspielen nun André von Martens Schwarzkeramiken. Gelernt hat er bei Hedwig Bollhagen in Marwitz. Interessiert haben ihn immer schon die uralten Schwarzbrand-Techniken, die er für sich neu interpretiert, indem er mit teils selbst gefertigtem Werkzeug aus Uhrenzahnrädern oder Halbedelsteinen die Oberfläche präzis dekoriert. Nach dem rund 50-stündigen Brand bei 1000 Grad werden die Objekte in Bienenwachs getränkt, das dichtet den Scherben. Außerdem, erklärt von Martens, entstehe dann ein holzähnlicher Klang. Ohnehin erreicht er bei seinen Arbeiten eine durchaus an Holz erinnernde Maserung. Seine Werke sind ungemein faszinierend. Zusammen mit den Bildern Mona Hökes entsteht ein symbiotischer Sog.

INFO: Bis 19. August, Neue Galerie, Gutenbergstraße 1, Wünsdorf, donnerstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr.

Von Karen Grunow

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