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Zossen Nacktbaden in allen drei Strandbädern
Lokales Teltow-Fläming Zossen Nacktbaden in allen drei Strandbädern
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01:16 15.02.2019
Die Betreiber des Strandbades in Kallinchen möchten bereits in der Saison 2019 eine FKK-Zone anbieten. Quelle: Fotos (2): frank Pechhold
Zossen

Hüllenloser Badespaß. Der soll bald in allen drei öffentlichen Strandbädern im Zossener Stadtgebiet erlaubt sein. Die Diskussion über die in der neuen Benutzungsordnung vorgesehenen nackten Tatsachen schlug Montag im Ausschuss für Recht, Ordnung und Sicherheit (RSO) hohe Wellen.

Betreiber des Strandbades Kallinchen gaben den Anstoß

Ausgangspunkt des Nacktbade-Vorstoßes sei der von Gästen und Betreibern des Strandbades Kallinchen geäußerte Wunsch nach textilfreien Zonen, so Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B). Darum setzten Mitglieder von RSO- und Kultur-Ausschuss Ende Januar ein deutliches Signal. In einer gemeinsamen Sitzung gaben sie die Empfehlung ab, in den Strandbädern Kallinchen, Zesch am See und Wünsdorf rund ein Fünftel der Fläche für Freikörperkultur (FKK) vorzusehen. Die FKKler bekommen einen direkten Zugang zum jeweiligen Badegewässer. Eine hüfthohe Hecke soll den ihnen vorbehaltenen FKK-Bereich von dem anderen Gelände trennen. Jenseits der Hecke sind Badehose, -anzug oder Bikini Pflicht. „Das müsste eigentlich funktionieren“, warb Verwaltungschefin Schreiber um Zustimmung für die Beschlussvorlage. „Wir sollten uns da etwas offener und toleranter als bisher zeigen.“

Skepsis in Wünsdorf

Die freizügige Angelegenheit ist aus Sicht des Wünsdorfer Ortsvorstehers Rolf Freiherr von Lützow (VUB) noch lange nicht in trockenen Tüchern. Er glaube nicht, dass der Ortsbeirat dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen werde. Beispielsweise gingen auch viele Flüchtlinge aus der Erstaufnahmestelle im Wünsdorfer See baden. „Da treffen doch Welten aufeinander“, sprach von Lützow das vor allem im arabischen Raum bei Strafe verbotene Nacktbaden an.

Bereits Praxis in Kallinchen

„Für Kallinchen ist das kein Problem“, so Ortsvorsteher Reinhard Schulz (VUB). Er ist zugleich Geschäftsführer der Kalli GmbH, die das Strandbad am Motzener See betreibt. Dort sei die Nachfrage nach Nacktbaden da, sagte Schulz. Mit der neuen Benutzungsordnung würde man etliche Sachen legalisieren, die bisher schon passiert seien.

Shishas und E-Zigaretten sollen verboten werden

Schulz schlug zudem vor, Shishas und E-Zigaretten explizit mit Piktogrammen auf den Hinweisschildern am Eingang zu verbieten. „Shisha-Rauchen nimmt stark zu.“ Nicht nur unter arabischen Badegästen, sondern auch bei vielen deutschen Jugendlichen. In der Wasserpfeife wird meist Tabak mit Fruchtaroma oder ähnlichen Geschmacksrichtungen geraucht. Der Rauch wird zunächst durch ein mit Wasser gefülltes Gefäß gezogen. Dadurch wird der Rauch gekühlt. Sowohl über Shisha-Rauch als auch Zigarettenqualm hätten sich Badegäste häufig beschwert, so Schulz. Weiter verstoße Shisha-Rauchen gegen den Brandschutz. Um Rauch zu erzeugen, wird Holzkohle zur Glut gebracht. „Dieser Umgang mit offenem Feuer ist brandgefährlich.“ Ein Bademeister genüge nicht, um dagegen vorzugehen. Der habe andere Aufgaben, als sich mit Shisha-Rauchern auseinanderzusetzen.

„Die drei Strandbäder sind öffentliche Einrichtungen“, so Bürgermeisterin Schreiber. Außer auf den dafür frei gegebenen Flächen sei Rauchen einschließlich Shisha und E-Zigarette strikt verboten.

Die Stadtverordneten beraten am 13. März über die Benutzungsordnung.

Lesen Sie dazu einen Kommentar von Carsten Schäfer

Von Frank Pechhold

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