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Zossen Neubeu der Dabendorfer Schule noch unsicher
Lokales Teltow-Fläming Zossen Neubeu der Dabendorfer Schule noch unsicher
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09:54 22.10.2013
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Zossen

Übernimmt sich Zossen finanziell mit dem beabsichtigten Neubau der Gesamtschule Dabendorf? Der Finanzausschuss hat noch Bauchschmerzen. Er will seine Empfehlung erst nach Durchsicht eines weiteren Zahlenmaterials am Dienstag und damit einen Tag vor der Stadtverordnetensitzung abgeben. Man möchte sichergehen, dass nach der Großinvestition nicht die Lichter in Zossen ausgehen und kein Geld mehr für andere Vorhaben in der Stadtkasse übrig bleibt.

Auf der Wiese zwischen der neuen Dabendorfer Sporthalle und den im Bau befindlichen Außensportanlagen soll ein Schulkomplex für 1000 Schüler entstehen. Angesichts der bisher beengten Platzverhältnisse an der Gesamtschule wäre das ein Befreiungsschlag.

Geplant sind ein Schulgebäude in U-Form mit seitlichem Riegel (teils zwei-, teils dreietagig mit Fahrstuhl) sowie ein Mehrzweckgebäude mit Aula, Mensa, Schulküche, Umkleide-/Sanitärräumen und Kegelbahn. Ein zunächst vorgesehenes gesondertes Vereinssport-Gebäude auf dem benachbarten Sportforum entfällt. Samt Außenanlagen – die Parkplätze sollen von Schule und Sportforum gemeinsam genutzt werden – summiert sich der Investitionsbedarf auf stolze 35 Millionen Euro.

Mit dem Aufstellen des Bebauungsplanes ist schon ein Büro beauftragt. Die Zeitplanung sieht vor, den Bauantrag einzureichen, sobald der Entwurf steht. „Wenn alles klappt, könnte im Herbst nächsten Jahres Baubeginn sein und im Schuljahr 2017/18 Bauende. Das ist eine sportliche Herausforderung“, sagt Bürgermeisterin Michaela Schreiber (parteilos).

Hans-Jürgen Lüders (SPD) macht darauf aufmerksam, dass zu der Respekt einflößenden Summe von 35 Millionen Euro die Kosten für die Schulausstattung gerechnet werden müssen, unterm Strich also 38 Millionen stehen. Die Bürgermeisterin rechnet vor, über wie viel Geld die Stadt voraussichtlich verfügen wird.

Demnach betrug das Investitionsvolumen in den zurückliegenden drei Jahren (nach Abzug aller Fixkosten und jetzigen Kreditverpflichtungen) rund zehn Millionen Euro. „Angenommen, dies bliebe etwa so und wir würden einen Kredit über mehr als 20 Jahre für den Schulneubau aufnehmen, dann hätten wir dafür einen jährlichen Schuldendienst von 1,9 Millionen Euro zu leisten – und hätten trotzdem noch acht Millionen Euro für weitere Investitionen übrig“, sagt Michaela Schreiber.
Sie räumt ein, dass es mehrere Risiken gibt: Bleiben die städtischen Einnahmen einigermaßen konstant? Hat die vom Land als wohlhabend eingestufte Kommune Zossen Erfolg vor dem Verwaltungsgericht oder muss sie „Reichensteuer“ zahlen? Wann und mit welchen Kosten schlagen die geplanten neuen Bahnquerungen zu Buche?

Hermann Kühnapfel (CDU) bringt einen noch nicht in die Bilanz einbezogenen Kostenpunkt ins Spiel. „Zu den 35 Millionen für die Schule kommen noch einmal zehn Millionen Euro Zinsen. Die Stadt verschuldet sich in riesiger Höhe. Ich möchte zunächst mal eine Aufstellung der Projekte und ihrer Kosten sehen, die wir bereits für die nächsten Jahre beschlossen haben. Es darf nicht sein, dass diese dann nicht mehr finanzierbar sind“, sagt er. Manche Ausgabe für die Gesamtschule, so die drei Millionen Euro allein für Parkplätze, komme ihm „überkandidelt“ vor.

Am Dienstag will die Verwaltung dem Finanzausschuss eine Übersicht der bereits beschlossenen Vorhaben auf den Tisch legen. Außerdem soll bis dahin eine andere als die bisher ins Auge gefasste Kreditaufnahmemöglichkeit geprüft werden.

Von Gudrun Schneck

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