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Nur zur Übung: Ab in 30 Meter Höhe!

Ludwigsfelder Feuerwehrleute trainieren Ernstfall Nur zur Übung: Ab in 30 Meter Höhe!

Gerade für Feuerwehrleute ist es wichtig, jederzeit auf schwierige Einsätze gefasst zu sein. Deswegen üben sie regelmäßig solche Situationen. Am Freitag haben die Ludwigsfelder Feuerwehrleute einen besonders spektakulären Einsatz trainiert. In 30 Meter Höhe.

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Schwindel erregender Einsatz: Die Feuerwehrmänner fuhren mittels Drehleiter zur Kabine des Krans.

Quelle: Gudrun Ott

Ludwigsfelde. Die Lage ist kritisch: In 30 Metern Höhe hat sich ein Kranseil verfangen. Ein Kranfahrer will in luftiger Höhe verhindern, dass durch die Panne noch mehr Schaden entsteht. Dabei stürzt er auf den Schwenkarm, ein Kollege will ihm noch zu Hilfe eilen, klettert fix nach oben. Doch helfen kann er nicht mehr, in der Krankabine bricht er bewusstlos zusammen. Nun sind die Rettungskräfte gefragt.

Es ist zum Glück kein Ernstfall, der die Ludwigsfelder Feuerwehr, die Mercedes-Benz-Werkswehr und den Rettungsdienst am Freitagabend aufs Gelände der Royal BAM Group in der Straße der Jugend rasen lässt. Der simulierte Unfall soll es den Feuerwehrmännern und Medizinern ermöglichen, eine Höhenrettung unter realen Bedingungen zu proben. Nur wenige Minuten nach dem Alarm sind vier Rettungswagen, fünf Sanitäter sowie ein Notarzt am Unglücksort eingetroffen. Auf den Kran dürfen aber nur die Feuerwehrmänner. Höhenrettung ist schwierig. Die Mediziner sind dafür nicht ausgebildet und Eigensicherung geht vor. Ronny Beyer, Rettungsdienstleiter des Landkreises, ahnt, dass die Sache kompliziert wird.

„Höhenrettung hat man nicht jeden Tag“, sagt er. „Richtige Höhenretter müssten aus Berlin oder Potsdam angefordert werden“, erklärt Stadtwehrführer André Schütky. Die Einsatzkräfte müssen nun eine Entscheidung treffen: die Verletzten abseilen oder über die Drehleiter retten. Entgegen aller Befürchtungen reicht die Drehleiter sogar bis an die Kabine des Krans heran. Aber die hat keine seitliche Öffnung. Der Versuch, über das aufgeklappte Fenster ins Innere zu gelangen, misslingt. Die Retter kommen schließlich von unten her in die Kabine. Die Unfallopfer können nun geborgen werden.

„Ich habe vollstes Vertrauen zu meinen Kameraden“, sagt der Feuerwehrmann und Truppanwärter Eike Böhm, der den verunglückten Herzinfarkt-Patienten mimt. Seine Kollegen hieven ihn sicher in den Rettungskorb. Nicht so einfach gestaltet sich die Bergung von Steffen Hänisch. Der Feuerwehrmann auf dem Schwenkarm muss sich gedulden. Eine knappe Stunde in der Kälte liegen – möglicherweise mit ernsten Verletzungen – und auf ärztliche Hilfe warten, das geht in der Realität gar nicht, kritisieren die Beobachter am Boden.

Nun klettern die Feuerwehrmänner auf den Kran, während andere auf den Rettungskorb der Drehleiter eine Trage montieren. Als sie die fiktive Unglücksstelle erreichen, wird die Übung aus Arbeitsschutzgründen abgebrochen. Die Rettung wäre auf diese Weise aber möglich gewesen, erklärt Stadtwehrführer Schütky. Er kündigt eine detaillierte Auswertung der Übung an. „Es hat sich gezeigt, dass ein Sanitäter durch uns für die Hilfe in der Höhe ausgebildet werden muss“, so sein erstes Fazit.

Von Gudrun Ott

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