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Posse um Baumpflanzung in Zossen

Auflagen verhindern neuen Baum Posse um Baumpflanzung in Zossen

Baum-Posse in Zossen: Im dortigen Stadtpark sollte im Mai einer neuer Baum gepflanzt werden, als Ersatz für eine gefällt kranke Trauerweide. Doch nun verzögert sich die Pflanzung. Der Grund: Streit um Auflagen der Denkmalschutzbehörde. Der Park gilt als Gartendenkmal

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Zossen. Eigentlich sollte jetzt im Herbst ein neuer Baum als Ersatz für die im Mai gefällte kranke Trauerweide im Stadtpark Zossen gesetzt werden. Doch danach sieht es nicht aus. An der Pflanzung entzündet sich offenbar der alte Streit zwischen der Stadt Zossen und der unteren Denkmalschutzbehörde wieder neu. Der Stadtpark gilt als Gartendenkmal.

Der Ortsbeirat Wünsdorf erklärte sich nach der Fällung des mächtigen alten Baumes bereit, eine neue Weide zu spendieren. Ortsvorsteher Dieter Jungbluth schreibt: „Anstatt die Pflanzzeit auszunutzen, gibt es jetzt nach Aussage der Stadtverwaltung einen Disput mit der unteren Denkmalschutzbehörde.“

Die untere Denkmalschutzbehörde hatte die Fällgenehmigung der Weide an folgende Auflagen geknüpft: Pflanzung einer jüngeren Trauerweide mit einem Stammdurchmesser von 12 bis 14 Zentimetern an derselben Stelle. Falls ein erhöhtes Risiko für das Anwachsen bestehen sollte, muss zuvor ein Bodenaustausch erfolgen.

Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) hat jedoch nicht vor, jetzt pflanzen zu lassen, denn: „Die Stadt hat Widerspruch gegen die Auflagen erhoben, aber noch keine Antwort erhalten. Außerdem beantragten wir vor mehr als einem Jahr bei der unteren Denkmalschutzbehörde und beim Landesdenkmalamt die Aufhebung des Gartendenkmal-Status. Auch darauf gibt es bisher keine Reaktion.“

Die Stadt werde nicht nachpflanzen, solange diese Fragen ungeklärt seien, so Schreiber. Nach ihrer Ansicht hat der Stadtpark den Schutzstatus als Gartendenkmal längst verloren. „Der Springbrunnen ist irreparabel marode und nicht mehr funktionstüchtig. Die Treppe zeigt starke Schäden. Die Weide musste aus Verkehrssicherungsgründen gefällt werden – alles parkprägende Elemente, aus denen sich einst der Denkmalcharakter ergeben hatte“, so die Bürgermeisterin.

Rita Mohr de Perez, Sachgebietsleiterin in der unteren Denkmalschutzbehörde, bestätigte der MAZ den Eingang des Widerspruchs der Stadt zu den Auflagen der Fällung. Er werde von der Widerspruchsbehörde des Landkreises geprüft. Über Beibehalt oder Verlust des Denkmalstatus entscheide das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege. Prinzipiell sei für ein Gartendenkmal nicht wichtig, ob ein Baum gefällt wurde oder ein Springbrunnen kaputt sei. Rita Mohr de Perez: „Entscheidend ist, ob die Idee der Gartengestaltung erkennbar ist. Es ist ganz normal, dass in Gärten, die unter Denkmalschutz stehen, nachgepflanzt wird und dass bauliche Dinge in Ordnung gebracht werden. Das erwarten wir von einer Kommune noch eher als von einem Privateigentümer.“

Doch Michaela Schreiber drängt: „Ich will endlich die Freigabe, um mit den Bürgern über eine Neugestaltung des Parks diskutieren zu können. Dann können wir auch die Treppe und den Springbrunnen neu bauen – ausgerichtet an unseren heutigen Zielen der Parknutzung.“ Sie will eine Entscheidung von den Behörden, und sei sie auch negativ: „Dann könnte die Stadt wenigstens dagegen klagen.“

Der Stadtpark steht seit dem Jahre 1982 auf der Denkmalschutzliste. Er gilt als eine der letzten zusammenhängenden Parkanlagen aus DDR-Zeiten. Rita Mohr de Perez sieht keinen grundsätzlichen Widerspruch zwischen Denkmalschutz und moderner Nutzung: „Ein guter Gartenarchitekt wird stets versuchen, in das Vorhandene auch neue Elemente zu integrieren, ohne dass der Schutz aufgehoben werden müsste. Darüber kann man doch reden.“

Von Gudrun Schneck

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