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Schweinefarm in Klausdorf kommt nicht

Erfolgreicher Protest Schweinefarm in Klausdorf kommt nicht

Der Protest hat Wirkung gezeigt. In Klausdorf sollte eine Schweinemastanlage für 5000 Tiere gebaut werden. Nun hat der Betreiber beschlossen, das Projekt zu beenden. Klausdorfer hatten in den vergangenen Wochen immer wieder gegen die Anlage Stimmung gemacht.

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Klausdorf. Das Vorhaben, in Klausdorf eine Schweinemastanlage für 5000 Tiere zu errichten, ist vom Tisch. Der Bürgerprotest zeigte Wirkung. Die Gesellschafterversammlung der Agrargesellschaft Sperenberg beschloss überraschend, die Rinder ställe in Klausdorf nicht an die Saalower Mast GmbH zu verkaufen. Diese Ställe sollten zur Schweinefarm umgerüstet werden.

Gerhard Linde, Vorsitzender der Agrargesellschaft Sperenberg, war gestern nicht für eine Stellungnahme erreichbar. In einem früheren Gespräch mit der MAZ hatte er gesagt, dass die beabsichtigte Anlage keine Gefahr für die Umwelt darstelle und die Debatte darüber unsachlich geführt werde. Offenbar hat die Agrargesellschaft zur Kenntnis nehmen müssen, dass sehr viele Bürger gegen das Projekt sind – und hat entsprechende Konsequenzen gezogen.

Marianne Frey (Saalow) von der Bürgerinitiative ist froh: „Wir haben das in drei Monaten geschafft. Andere Bürgerinitiativen kämpfen zehn Jahre lang. Es war also richtig, dass wir schon mobil gemacht haben, obwohl noch gar kein Genehmigungsantrag da war. Die Agrargesellschaft Sperenberg hat verantwortlich und im Sinne späterer Generationen gehandelt.“ Marianne Frey vermutet, dass die Verpächter der Landwirtschaftsflächen Druck gemacht haben und keine Überdüngung ihrer Felder wollen. Auch Bernd Kosensky, Ortsvorsteher von Klausdorf, zollt der Agrargesellschaft Respekt: „Diese Entscheidung war vernünftig. Unsere Bürgerinitiative lösen wir trotzdem nicht auf. Die am 16. November geplante Demo gegen Massentierhaltung, für Umwelt und sanften Tourismus findet statt. Wir werden gegen die Aufstockung der bereits genehmigten Schweinemastanlage in Saalow protestieren.“ Fischer Jochen Gebauer (Mellensee) ist erleichtert: „Hätte erst einmal eine Genehmigung auf dem Tisch gelegen, wäre es sehr schwer geworden, uns dagegen gerichtlich zu wehren. Für diesen Fall wollte unser Verein „Pro Mellensee“ extra ein Konto eröffnen. Das brauchen wir nun nicht. Ich glaube, der Bürgermeister hat mit seiner zögerlichen Haltung zur Schweinemastanlage etliche Chancen verspielt.“

Lutz Lehmann, CDU-Fraktions chef in der Gemeindevertretung Am Mellensee, ist überrascht: „Mit dem Rückzug der Agrargesellschaft Sperenberg hat keiner gerechnet. Aber es ist das Beste, was passieren konnte. Unsere Fraktion hat versucht, die Emotionen aus der Diskussion rauszunehmen und trotzdem darauf hinzuarbeiten, dass die Gemeinde das Heft des Handelns in die Hand bekommt und nicht das Landesumweltamt allein entscheidet.“

Gunter Wieden (Klausdorf) von der Bürgerinitiative: „Dieser Erfolg ist das Verdienst der BI. Wir laden demnächst die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke zu uns ein, um sie für das Thema Massentierhaltung zu sensibilisieren.“

Von Gudrun Schneck

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Schweinemast am Mellensee geplant

"Keine Schweinemast in Klausdorf" - so lautet die Überschrift eines offenen Briefes mit mehr als 250 Unterschriften, den eine Bürgerinitiative am Mittwochabend dem Bürgermeister der Gemeinde Am Mellensee übergab. Während der Gemeindevertretersitzung waren alle Besucherstühle besetzt.

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