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Zossen Neuer Seeadler-Horst durchkreuzt Windkraft-Pläne
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00:26 23.11.2018
Seeadler stehen unter Naturschutz. Deshalb müssen die Pläne für eine Windenergie-Konzentrationsfläche überarbeitet werden. Quelle: Privat
Zossen

Adlerauge, sei wachsam.“ Dieses geflügelte Wort bekommt in Zossen eine völlig neue Bedeutung. Hier durchkreuzen zwei Seeadler-Pärchen und ein Grundsatzurteil des Oberverwaltungsgerichtes Berlin-Brandenburg (OVG) die Pläne der Stadt gegen Windkraft-Wildwuchs. Damit liegt der Flächennutzungsplan „Wind“ (FNP) auf Eis.

Stadt will Konzentrationsfläche

Grundsätzlich geht es darum, Vorgaben von Regionalplanung und Landesregierung mit den Vorstellungen der Stadt in Einklang zu bringen. Das Land will zwei Prozent aller Flächen für Windenergie-Projekte zur Verfügung stellen. Zossen hat 17 957 Hektar Fläche und müsste demzufolge rund 360 Hektar bereitstellen. Kleine Flächen gibt es mehrere. Nur wenn die Stadt eine Konzentrationsfläche nachweist, sind die kleinen Flächen geschützt. Als Konzentrationsfläche kommen nur zwei benachbarte, insgesamt 406,9 Hektar große Flächen infrage. Diese Flächen liegen an der Stadtgrenze zu Töpchin nordöstlich von Wünsdorf und östlich der Waldstadt.

Neuer Adlerhorst und andere Greifvögel

In diesem Gebiet wies die in Kallinchen ansässige Naturschutzvereinigung „Freier Wald“ vor Monaten einen Seeadler-Horst nach. Kürzlich wurde ein zweiter Horst entdeckt. Damit dürfte mindestens die Hälfte der Konzentrationsfläche für Windenergienutzung hinfällig sein. Der nun entdeckte Seeadler-Horst ist der dritte im Stadtgebiet. „Zossen verzeichnet einen enormen Zuzug von Greifvögeln vieler Arten“, so Helga Ehresmann vom Vereinsvorstand „Freier Wald“. Neben immer neuen Seeadlern beobachte man zwei Wespenbussard-Pärchen und diverse Rot- und Schwarzmilan-Horste. Der Greifvogel-Zuzug habe zwei Ursachen. Einerseits zögen Raubvögel den Bodenräubern hinterher, um von deren Futterresten zu leben. Folglich lockten die in den Wünsdorfer Wäldern aktiven Wölfe mehr Vögel an. Andererseits stelle die von der Stadt geplante Konzentrationsfläche eine windkraftfreie Oase für die Natur dar. „Die Erhaltung solcher Freiräume ist nun vordringlichste Aufgabe des Naturschutzes, zumal die Untersuchungsqualität der Windkraftplaner immer noch stark zu wünschen übrig lässt.“

Fachbüro soll erneut Tierbestand erfassen

Auch deshalb beauftragte die Stadt ein Fachbüro damit, erneut alle Tiere und Pflanzen im FNP „Wind“-Gebiet zu erfassen. Zeitgleich werden Hinweise aus dem OVG-Urteil in die Pläne eingearbeitet. So beträgt der Mindestabstand zwischen Windenergiekraftanlagen und Wohnbebauung laut Gericht 850 statt der von der Stadt geforderten 1000 Meter. Ende Sommer 2019 sollen die neuen Unterlagen vorliegen. „Erst dann können wir die Träger öffentlicher Belange beteiligen und die Pläne offenlegen“, so Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B).

Von Frank Pechhold

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