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Zossen Unter besonderer Beobachtung
Lokales Teltow-Fläming Zossen Unter besonderer Beobachtung
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01:16 01.07.2018
Der junge Somalier ist in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Wünsdorf untergebracht.
Wünsdorf

Ein 20 Jahre alter Somalier steht derzeit in der Wünsdorfer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge unter besonderer Beobachtung. Gegen den Asylbewerber laufen verschiedene Ermittlungsverfahren, darunter wegen Körperverletzung und versuchter Vergewaltigung. Das brandenburgische Innenministerium bestätigt den Fall.

Im März 2015 war der Mann als minderjähriger Flüchtling nach Deutschland eingereist und hatte Asyl beantragt. Seitdem war er in mehreren Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, wo er zahlreiche Straftaten beging. Im Oktober 2017 bedrohte er in Doberlug-Kirchhain stark alkoholisiert Mitbewohner mit dem Messer und beleidigte Sicherheitsleute und eine DRK-Mitarbeiterin, die sich ihm in den Weg stellten.

Mehrere Monate abgetaucht

Nach dem Vorfall tauchte er für mehrere Monate ab und meldete sich im Mai dieses Jahres in der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt. Am 28. Mai versuchte er, eine DRK-Mitarbeiterin zu vergewaltigen. Wachleute konnten den Mann von seiner Tat abhalten. Kurz darauf verletzte er eine Reinigungskraft.

Nach dem Vorfall wurde der Mann in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Wünsdorf verlegt, wo er rund um die Uhr beobachtet wird. „Wir haben mehr als zwei Augen auf ihn“, sagt Ingo Decker, der Sprecher des Brandenburger Innenministeriums. Mehrere Wachschutzmitarbeiter beobachteten den Mann permanent, auch die Polizeiinspektion Teltow-Fläming habe einen Hinweis erhalten und stehe in ständigem Kontakt mit der Einrichtung.

Staatsanwaltschaft sieht keinen Anlass für Untersuchungshaft

Anlass für eine Untersuchungshaft gibt es laut Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) nicht. Die Behörde hatte verfügt, den Mann nach der versuchten Vergewaltigung aus der Haft zu entlassen. „Es gibt keinen dringenden Tatverdacht für eine versuchte Vergewaltigung“, sagt Staatsanwalt Ingo Kechichian. Es gebe Hinweise, dass der Mann kurz vorher von einer Vergewaltigung abgelassen hat. „Wir prüfen derzeit, ob ein sexueller Übergriff in Betracht kommt“, sagt Kechichian. Die Ermittlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen, da die Polizei noch nicht alle Zeugen gehört hat.

Der Somalier hat in seiner Zeit in Deutschland eine beachtliche Strafakte angehäuft: Körperverletzung, Diebstahl, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, Schwarzfahren, Hausfriedensbruch. Der Fall ist offenbar so brisant, dass der Innenminister persönlich eingeweiht ist, heißt es aus dem Ministerium.

BAMF hat Asylantrag zweimal abgelehnt

Eine Abschiebung gestaltet sich schwierig. Bereits zwei Mal hatte der Somalier Antrag auf Asyl gestellt – beide Male erfolglos. Ein dritter Antrag liegt derzeit beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das ein Abschiebeverbot verhängt hat. Dieses Verbot hatte die zentrale Ausländerbehörde des Landes versucht zu widerrufen.

Laut Ministerium will das BAMF im Juli erneut über den Asylantrag entscheiden. „Wir streben eine schnelle Entscheidung an“, sagt Decker. Auch wenn der Somalier alle Straftaten bisher in den Unterkünften begangen hat, gebe es keine Gewähr, dass er nicht auch außerhalb straffällig wird. „Die Situation ist unerfreulich“, so Decker, „wir tun alles, um weitere Taten zu verhindern.“

Von Christian Zielke

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