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Zossen Streit über Fundtier-Vertrag eskaliert
Lokales Teltow-Fläming Zossen Streit über Fundtier-Vertrag eskaliert
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05:27 15.09.2018
Vor verschlossenen Türen stehen Bürger mit in Zossen und seinen Ortsteilen gefundenen Tieren ab Januar vor dem Tierheim. Quelle: foto: frank Pechhold
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Zossen

Der Tierheim-Streit in Zossen spitzt sich weiter zu. Der Tierfreunde-Verein „Schützende Hand“ und die Stadtverwaltung weisen sich gegenseitig die Schuld zu.

Wie berichtet, hat der Verein den mit der Stadt geschlossenen Vertrag zur Aufnahme von Fundtieren zum Jahresende gekündigt. Das habe man überrascht, verwundert und enttäuscht zur Kenntnis genommen, wurde am 7. September aus einer Presseerklärung der Stadt in der MAZ zitiert. „Wenn Frau Schreiber ihre Korrespondenz nicht zur Kenntnis nimmt und nun angeblich überrascht ist, kann sie das schlecht uns zum Vorwurf machen“, so die Vereinsvorsitzende Ursula Bauer. Selbstverständlich habe die Stadt Zossen als Vertragspartner drei Tage vor dem MAZ-Beitrag und damit als erste von der Kündigung des Fundtiervertrages erfahren.

Bauer: „Wie ein Schlag ins Gesicht“

Als besonders infam empfinde der Verein Schreibers Aussage, die Stadt Zossen biete dem Tierheim ein „Luxus-Paket“. Schließlich müsse die Einrichtung 365 Tage im Jahr in Bereitschaft stehen, um Fundtiere aufnehmen zu können. „Das geht nur Dank des Engagements unserer Mitarbeiter und der vielen ehrenamtlichen Helfer“, sagt Bauer. Mitarbeiter und Helfer als Teil eines „Luxus-Paketes“ zu bezeichnen, sei wie ein Schlag ins Gesicht. Hier zeige sich deutlich, welchen Stellenwert Engagement im Tierschutz für die Bürgermeistern der Stadt Zossen habe. „Vermutlich dient die von der Bürgermeisterin gewählte Form der polemischen Darstellung nur dazu, um von der eigenen Untätigkeit der vergangenen Jahre abzulenken“, so Bauer weiter.

Der Verein verfasse nun einen Brief an alle Stadtverordneten, in dem Abläufe und Verhalten von Stadt sowie Bürgermeisterin ausführlich dokumentiert werden, kündigte Ursula Bauer an. „Sonst steht zu befürchten, dass die Vertreter der Bürger nicht ausreichend über den Sachverhalt informiert werden.“

Schreiber: „Getroffene Hunde bellen“

Die Reaktion des Vereins Tierfreunde „Schützende Hand“ auf die öffentliche Kritik der Stadtverwaltung komme für sie wenig überraschend, so Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B). Nach dem sprichwörtlichen Motto „Getroffene Hunde bellen“ hole der Verein jetzt zu einem verbal-polemischen Rundumschlag aus. Dabei schrecke man auch nicht vor Unterstellungen zurück. Wahrscheinlich um davon abzulenken, dass nicht die Stadt, sondern der Tierfreunde-Verein den seit vier Jahren bestehenden Fundtiervertrag einseitig gekündigt hat. „Wir müssen die Kündigung akzeptieren“, so Schreiber. Allerdings weise sie den von dem Verein erhobenen Vorwurf zurück, dass es sich um einen „in vielen Punkten unzulänglichen Vertrag“ handelt.

Schreiber betont, dass es keine Lücke bei der Betreuung herrenloser Tiere geben werde. Der zweite Vertragspartner der Stadt – die Ludwigsfelder Tierpension Jagoschitz – werde seinen Vertrag über die Aufnahme von Fundtieren zuverlässig erfüllen. Deshalb sehe sie auch keinen Gesprächsbedarf mit dem Verein der Tierfreunde „Schützende Hand“. Bereitschaft zu einem klärenden Gespräch hatte die Vereinsvorsitzende Ursula Bauer gegenüber der MAZ signalisiert.

Tischtuch scheint endgültig zerschnitten

Damit scheint das Tischtuch zwischen Stadt und Verein endgültig zerschnitten zu sein. Ohne vertraglichen Auftrag der Stadt Zossen nimmt der Verein ab Januar 2019 keine Fundtiere aus Zossen mehr im Heim auf. Dort stehen ortsansässige Tierfinder dann vor verschlossenen Türen.

Von Frank Pechhold

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