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Zossen 20 Hunde bei Tiermessie-Paar beschlagnahmt
Lokales Teltow-Fläming Zossen 20 Hunde bei Tiermessie-Paar beschlagnahmt
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01:15 02.06.2018
Auch diese geretteten Französischen Bulldoggen erholen sich im Tierheim Zossen allmählich von ihrem Martyrium. Quelle: Ursula Bauer/Aktion Tier
Zossen

Dieses Hunde-Elend hat ein Ende. Im Tierheim Zossen geht es acht Mischlingen und zwölf Französischen Bulldoggen den Umständen entsprechend gut. Mitarbeiter des Veterinäramtes Teltow-Fläming beschlagnahmten die 20 Vierbeiner.

Wie ein Kurz-Krimi liest sich die Geschichte der Hunderettung. „Ohne die Hartnäckigkeit unserer Mitarbeiterinnen Myriam Laser und Michaela Gebhardt sowie dem berühmten Quäntchen Glück wäre die Rettung nicht gelungen“, so Ursula Bauer von der „Aktion Tier“. Laser und Gebhardt gelang es, nach tagelanger Beobachtung die scheue Mischlingshündin „Nuri“ einzufangen. Fundort war ein acht Kilometer vom Tierheim entferntes Waldstück, Fundmonat der Februar  2018. Kurz darauf irrte Mischlingshündin „Malou“ herrenlos auf einem sechs Kilometer vom Tierheim entfernten, eingezäunten Waldgrundstück umher. Drei Tage danach wurde der in einem rund 40 Kilometer entfernten Industriegebiet gefundene blinde Mischlingsrüde „Igor“ ins Heim gebracht.

Der blinde „Igor“ brachte die Amtstierärztin auf die richtige Spur

Von den drei Hunden war „Igor“ der einzige mit einem Microchip, registriert auf das Ehepaar B. in Zossen. „Dieses Ehepaar war schon mehrfach negativ aufgefallen, weil deren Hunde immer wieder als Fundtiere bei uns abgegeben wurden“, so Bauer. Erst im Mai kam „Georgia“ ins Heim. Die Französische Bulldogge wurde völlig abgemagert auf der Straße aufgelesen. In einem Ohr wuchs ein Tumor . Als sich eine Amtstierärztin „Georgia“ näher anschaute, erzählte ihr Tierpflegerin Myriam Laser vom blinden „Igor“. Beide kamen auch auf „Malou“ und „Nuri“ zu sprechen. Alle drei Hunde waren ursprünglich auf Familie B. registriert.

Der blinde Fundhund „Igor“ brachte Tierheim-Mitarbeiter und Amtstierärztin auf die Spur zu den 20 geretteten Hunde. Quelle: Norbert BueringNorbert Buering

Noch im Februar hatte die Amtstierärztin das bellende Trio bei Familie B. gesehen. Anlass war eine Kontrolle. Damals wurde die Hundehaltung als gerade noch tolerierbar beurteilt, verbunden mit der Auflage, den Bestand zu reduzieren. Dieser Auflage war das Ehepaar B. anscheinend nachgekommen, indem es „Nuri“, „Malou“ und „Igor“ verbotenerweise aussetzte.

Besitzer und Hunde griffen Polizisten bei Beschlagnahme an

Um diesem schlimmen Verdacht nachzugehen, gab es am 24. Mai erneut eine amtstierärztliche Kontrolle. Polizisten unterstützten das Veterinäramt bei der Einziehung der Hunde. Dabei wurden Mitarbeiter des Veterinäramtes und ein 31-jähriger Polizist von Hunden gebissen. Weiter griffen die Hundebesitzer – der Mann (59) und seine Frau (52) – die Polizisten an. Beide schlugen mit den Fäusten auf zwei Polizisten ein und kratzten sie. Die Angriffe wurden mit Reizgas abgewehrt.

„Das ist ein typischer Fall von Animal Hoarding“, so Ursula Bauer. 20 Hunde in einem Zwei-Personen-Haushalt seien definitiv zu viel. Der schlechte Zustand der Tiere belege die völlig unzureichende Haltung.

Vierbeiner dürfen im Tierheim vermittelt werden

Eine tierärztliche Untersuchung offenbarte die Folgen. So sind 16 Hunde auffallend unterernährt. Der extreme Pflegerückstand führte bei den Mischlingen mit langem Fell teils zu extremen Verfilzungen. Bei zwei Hunden müssen bald bösartige Tumore operiert werden.

Diese Mischlingsrüde wurde extrem verfilzt aufgefunden. Quelle: Ursula Bauer/Aktion Tier

Um zu verhindern, dass wieder Hunde angeschafft werden, habe das Veterinäramt nach der Beschlagnahmung für das Ehepaar B. ein Tierhalteverbot verhängt, so Ursula Bauer. „Die beschlagnahmten Hunde wurden uns übereignet, so dass wir sie vermitteln dürfen“.

Interessenten wenden sich bitte an: „Aktion Tier“, Straße der Jugend 156, 15806 Zossen, Telefon-Rufnummer 0 33 77/20 15 17.

Von Frank Pechhold

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