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Zossen Kritik an Plus-Bus-Plänen der Landrätin
Lokales Teltow-Fläming Zossen Kritik an Plus-Bus-Plänen der Landrätin
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11:13 28.09.2018
Der aktuelle Plus-Bus-Vorschlag von Landrätin Kornelia Wehlan ist wahrlich kein Sahneschnittchen. Quelle: Peter Geisler
Zossen

Mogelpackung Plus-Bus. Dieser Vorwurf wurde Mittwochabend in der Zossener Stadtverordneten-Versammlung erhoben. Adressatin ist Landrätin Kornelia Wehlan (Die Linke).

„Nachdem uns das Land die Buslinie 618 gestrichen hat und wir für einen Ersatz gekämpft haben, streicht uns die Landrätin jetzt die Buslinie 701“, sagte Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B). So wolle Wehlan einen in ihren Augen unliebsamen Kreistagsbeschluss „umsetzen“ und eine neue Plus-Bus-Linie nicht bis Wünsdorf, sondern nur bis Zossen schaffen. „Verarschen kann ich mich selber.“

Verwaltung setzt den Rotstift an

Schreibers Kritik basiert auf einem Bericht, den die Landrätin am 4. September im Ausschuss für Regionalentwicklung und Bauplanung gab. Der Bericht sei nicht so harmlos, wie er aussehe.

Angesichts steigender Kosten für den Öffentliche Personennahverkehr im Landkreis Teltow-Fläming setzt die Verwaltung den Rotstift an. Der Rotstift-Politik scheint nun auch der vom Kreistag beschlossene Plus-Bus teilweise zum Opfer zu fallen. Laut Beschluss soll die Ende 2017 vom Land ersatzlos gestrichene, von Potsdam nach Wünsdorf führende Busline 618 neben dem bereits existierenden Plus-Bus zwischen der Landeshauptstadt und Ludwigsfelde noch durch einen weiteren Plus-Bus ersetzt werden. Dieser zusätzliche Plus-Bus soll von Ludwigsfelde über Zossen nach Wünsdorf führen.

Weich gespülte Variante

Im Wehlan-Bericht findet sich eine weich gespülte Variante des Kreistagsbeschlusses. Hier ist nur noch von einer Plus-Bus-Linie zwischen Ludwigsfelde und Zossen die Rede. Gleichzeitig wird betont, dass diese Linie einer der für den Landkreis Teltow-Fläming wichtigsten Ost-West-Verbindungen sei. Der finanzielle Gesamtaufwand beläuft sich auf 380 000 Euro pro Jahr. Der Plus-Bus wird mit dem vom Land angekündigten Zuschuss von 0,40 Euro pro 200 000 Fahrplankilometer, zusätzliche Kreismittel in Höhe von schätzungsweise 150000 Euro und den Wegfall der Linie 701 finanziert. „Das ist wirklich keine gute Nachricht“, sagte Michaela Schreiber in der Stadtverordnetenversammlung. Zusammengefasst wolle der Kreis die neue Plus-Bus-Linie durch den Wegfall der bestehenden Linie 701 Zossen-Glienick-Ludwigsfelde finanzieren. Darüber hinaus solle der Plus-Bus erst in Zossen einsetzen.

„Da soll einfach mal so die 701-er Linie gestrichen werden. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen“, so CDU-Fraktionschef Hermann Kühnapfel. Komme es wirklich dazu, werde nicht nur die Zossener Stadtmitte, sondern ganz Wünsdorf bustechnisch abgehangen. „Dagegen sollten alle Stadtverordneten und die betroffenen Bürger auf die Barrikaden gehen“, forderte Kühnapfel.

Appell an alle Kreistagsmitglieder

Bürgermeisterin Schreiber appellierte an alle Kreistagsmitglieder unter den Stadtverordneten, dieses Thema noch einmal in ihre Fraktionen zu tragen. „Und wir sollten uns darauf verständigen, dass die Stadtverordnetenversammlung Zossen einen Protestbrief an die Landrätin auf den Weg bringt“.

„Es kann nicht sein, dass Wünsdorf erneut von einer Busverbindung abgeschnitten wird. Da gehen wir nicht mit“, sagte Ortsvorsteher Rolf von Lützow (parteilos). Er setze das Thema Plus-Bus auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Wünsdorfer Ortsbeirates. Die Stellungnahme des Ortsbeirates leite er an die Stadt weiter. „Gemeinsam mit der Bürgermeisterin reichen wir eine Petition an den Kreistag ein.“

Von Frank Pechhold

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