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Zossen Zentraldienst der Polizei feiert mit Tausenden Besuchern
Lokales Teltow-Fläming Zossen Zentraldienst der Polizei feiert mit Tausenden Besuchern
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00:23 13.09.2018
Ein Polizeihubschrauber war der absolute Publikumsmagnet beim Tag der offenen Tür auf dem Gelände des Zentraldienstes der Polizei in Wünsdorf. Quelle: Frank Pechhold
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Wünsdorf

„Wir liegen vielleicht ein bisschen abseits. Aber langweilig ist es hier ganz und gar nicht“, so Anja Germer in ihrer Festrede Die amtierende Direktorin des Zentraldienstes der Polizei (ZDPol) sollte Recht behalten. Tausende kamen Samstag nach Wünsdorf zum Tag der offenen Tür anlässlich des 20-jährigen Standort-Jubiläums.

Während die Besucher auf das Gelände strömten, fand der Festakt in einer bestuhlten Fahrzeughalle vor rund 250 geladenen Gästen statt. Beim musikalischen Auftakt brillierte das Landes-Polizeiorchester mit dem Stück „Carnaby Street“ von Paul Hart. „Ich hätte nie gedacht, dass Musik in diesem Knallkasten so gut klingen kann“, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Normalerweise tüftelten in der Halle Mechatroniker an schwer vorstellbaren Dingen, die man sonst aus „James Bond“-Filmen kennt. Mehr dürfe er leider nicht verraten. „Wenn Sie also irgendwo fliegende Autos mit Laserkanonen sehen, dann können Sie sicher sein: Made in Wünsdorf by ZDPol“, sagte der zu Scherzen aufgelegte Minister.

620 Mitarbeiter an 16 Standorten

„Der ZDPol ist der beschaffungstechnische Tausendsassa der Landesregierung. Was hier nicht beschafft wird, das braucht auch niemand“, so Schröter. Ob Schreibtischlampe, Polizeimütze, Pistole, Hubschrauber oder Schiff: Der ZDPol besorgt die gesamte Ausrüstung für die Brandenburger Polizei. Weiter werden Einsatztechnik, Fahrzeuge, Ausstattung, Ausrüstung für weitere Partner in der Landesverwaltung, bei Feuerwehren und in anderen Bundesländern beschafft. Schröter dankte allen Beschäftigen. Seit seinem Bestehen habe sich der Zentraldienst der Polizei zu einem modernen Dienstleister entwickelt. Rund 620 Mitarbeiter sorgten an 16 Standorten dafür, dass der Laden läuft.

Seit 2004 gehört der Kampfmittelbeseitigungs- und Munitionszerlegungsdienst zum ZDPol. „Das sind unsere stillen Helden, die keine Nerven kennen und immer in die Grube steigen, um Bomben und Granaten zu entschärfen“, so Schröter. Solche Situationen habe er in seiner Zeit als Landrat in Oberhavel oft genug in der Kreisstadt Oranienburg erleben müssen. Einmal habe eine Frau den Kampfmittelbeseitigungsdienst angerufen und von einer seltsamen Zucchini in ihrem Garten erzählt. „Die seltsame Frucht erwies sich schließlich als Granate aus dem Zweiten Weltkrieg“, so Schröter. Weiterer Bestandteil des ZDPol ist die Zentrale Bußgeldstelle in Gransee. „Hand hoch: Wer hat noch keine Post aus Gransee bekommen und zur Sanierung der Landeskasse beigetragen? Der möge sich bitte melden“, blickte Schröter verschmitzt in die Runde. Er selbst sei schon an einer Stelle, an der er täglich auf dem Weg zum Dienst vorbeifahre, geblitzt worden.

Hubschrauber-Landung war ein Höhepunkt

„Auf diese Weise habe ich noch nicht dazu beigetragen, den Landeshaushalt aufzubessern“, so Michaela Schreiber (Plan B). Die Zossener Bürgermeisterin war unter den wenigen Ehrengästen, die sich auf Schröters Frage hin meldeten. Schreiber zufolge sei die Stadt kein großer Kunde des ZDPol. „Wir lassen nur die Kleidung für die Mitarbeiter unseres Ordnungsamtes beschaffen.“ Ungeachtet dessen freue sie sich darüber, dass der ZDPol nach elf Jahren endlich wieder seine Türen öffnet. So erführen viele Bürger, die zur Arbeit nach Berlin pendeln, dass sie hier arbeiten oder eine Ausbildung beginnen könnten.

Ein Höhepunkt war die Landung eines Polizeihubschraubers. Der Helikopter zog viele Kinder magisch an. „Hier wird auch Feuerwehrtechnik aus Zossen, Wünsdorf und Luckenwalde gezeigt, die wir größtenteils beschafft haben“, sagte ZDPol-Direktorin Anja Germer.

Besucher waren begeistert

„Die Feuerwehren haben mir am besten gefallen“, so Moritz Knurbien aus Wünsdorf. Er war mit seinem Vater unterwegs. „Das ist schon interessant, was hier in meiner ehemaligen Arbeitsstelle präsentiert wird“, sagte der Ludwigsfelder Revierpolizist Jens Massow. Das habe er seinen Kindern und Enkeln zeigen wollen. Helga Jäkel aus Wünsdorf war da, „weil meine Tochter beim ZDPol arbeitet“.

Von Frank Pechhold

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