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Zossen Großbrand in der Gerichtstraße
Lokales Teltow-Fläming Zossen Großbrand in der Gerichtstraße
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14:38 31.07.2018
Das Feuer in dem Anbau Quelle: aireye
Zossen

An der Zossener Gerichtstraße ist es in der Nacht von Montag zu Dienstag gegen 2.30 Uhr zu einem Großbrand gekommen. Zwei zweigeschossige Wohnhäuser und ein Gartenhaus standen dort in Flammen, die Feuerwehr war im Großeinsatz. 112 Feuerwehrleute waren beteiligt, darunter 60 Atemschutzträger. Nach Angaben der Stadt Zossen hatte das Feuer in einer Garage zwischen den beiden Häusern begonnen und sich dann auf die Häuser ausgebreitet. Die Feuerwehr rettete zwei Bewohner der Häuser mit einer Drehleiter und einer Streckleiter aus den brennenden Gebäuden. Das Feuer war von einer Polizeistreife bemerkt worden, die eigentlich wegen eines Fahrraddiebstahls in die Gerichtstraße gerufen worden war, berichtete die Polizeidirektion West am Vormittag. Die Beamten alarmierten die Feuerwehr. Eine 88-jährige Bewohnerin eines der Häuser wurde leicht verletzt und mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Gegen 10.30 Uhr am Morgen konnte die Feuerwehr melden, dass der Brand gelöscht war, nur einzelne Glutnester mussten noch beseitigt werden

Schwierige Löscharbeiten

Weitere Bilder vom Brand in der Gerichtsstraße in Zossen

Die Löscharbeiten gestalteten sich äußerst schwierig. Das Feuer fraß sich blitzschnell in die hölzerne Konstruktion der Häuser. Die Dachkonstruktion eines der beiden Häuser bestand aus Wellblech, das war für die Löscharbeiten besonders hinderlich. Denen sich im Dachstuhl ausbreitenden Flammen konnten die Feuerwehrleute nicht mehr von innen begegnen, dadurch seien Einsatzkräfte möglicherweise gefährdet, hieß es. Das Dach musste abgenommen werden. Erst nach Stunden war es möglich, das Feuer zu löschen. Im zweiten Doppelhaus hatten sich die Flammen ebenfalls bis ins Dachgeschoss ausgebreitet, doch hier konnten die Einsatzkräfte die Flammen dank der Standardkonstruktion im Dach schneller unter Kontrolle bekommen.

„So einen Einsatz hat man nicht alle Tage“, sagte Mathias Bleek, der Ortswehrführer von Zossen. Er leitete den Einsatz. Die Lage des Carports, in dem das Feuer vermutlich ausbrach, habe wie ein Kamin gewirkt. Die Flammen schossen an den Hauswänden empor und setzten den Dachstuhl in Brand. Erschwerend hinzu kam, dass eines der Häuser ein Metalldach hatte. „Dadurch kamen wir nur schwer an das Feuer heran“, sagt Mathias Bleeck.

Ein Nachbar berichtet, dass er gegen 2.30 Uhr aus dem Schlaf gerissen wurde. „Ich habe einen Knall gehört, es klang wie eine Explosion“, sagt er. Beim Blick aus dem Fenster sah er, wie die Flammen aus dem Carport schlugen und auf die Dachstühle der Häuser übergriffen.

Betroffene Wohnungen teilweise geräumt

Die betroffenen Wohnungen mussten teilweise geräumt werden, um mögliche Brandnester zu lokalisieren. Ein weiterer Anbau bereitete den Einsatzkräften ebenfalls großes Kopfzerbrechen. Hier hatte man im Laufe der Jahre eine Flachdachkonstruktion immer wieder mit Auflagen ergänzt, so dass auch hier die Löscharbeiten zuerst überhaupt nicht möglich waren. Erst nach Aufbrechen des Flachdachs kamen die Einsatzkräfte an die Flammen heran.

Drehleitern gerieten an ihre Grenzen

Obwohl die eingesetzten Feuerwehren technisch gut ausgestattet sind, gerieten sie an ihre Grenzen. Die eingesetzten Drehleitern konnten das brennende Hinterhaus nicht erreichen, weil sie nicht lang genug waren. Nachdem zunächst die Löschzüge aus Zossen und Wünsdorf die Flammen bekämpft hatten, wurde um 4 Uhr stadtweiter Alarm ausgelöst, berichtete die Stadt Zossen am Vormittag. Zusätzlich wurde die Drehleiter aus Mittenwalde sowie Atemschutzgeräteträger aus Rangsdorf und Blankenfelde alarmiert.

Kriminaltechnik vor Ort

Noch während der Löscharbeiten nahm die Kriminaltechnik ihre Arbeit auf, um der Brandursache auf die Spur zu kommen. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der besonders schweren Brandstiftung. Inwieweit die ursprünglich gemeldeten Fahrraddiebstähle mit dem Feuer in Zusammenhang stehen, ist unklar, so die Polizei..

Beide Häuser unbewohnbar

Eines der beiden Doppelhäuser brannte im Kern fast vollständig aus, das zweite Nachbarhaus bleibt vorerst unbewohnbar. Hier muss die Brandsanierung veranlasst werden, zudem hat das Löschwasser Reste der Einrichtung zerstört. Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) machte sich am Vormittag vor Ort ein Bild von der Lage. Die Stadt habe eine betroffene Person zunächst in einem Hotel untergebracht. Die vier Bewohner des anderen Hauses seien bei Verwandten untergekommen, so Schreiber. „Natürlich werden wir auch für die Unterbringung der verletzten Frau sorgen, wenn diese wieder aus dem Krankenhaus kommt“, sagte die Bürgermeisterin. Sie bedankt sich ausdrücklich bei allen Einsatzkräften, die bei diesen schweißtreibenden Temperaturen und unter größter körperlicher Anstrengung die Löscharbeiten „sehr gut abgewickelt“ haben. Dieser engagierte Einsatz, mit dem noch Schlimmeres verhindert werden konnte, verdiene höchsten Respekt.

Einsatzleiter lobt die Arbeit

Für Einsatzleiter Mathias Bleeck zählt neben der gezeigten Leistung seiner Freiwilligen auch die Tatsache, dass niemand ernsthaft zu Schaden gekommen sei: „Wir konnten trotz eines denkbar kleinen Zeitfensters zwei Bewohner in Sicherheit bringen“. Die Höhe des Sachschadens machte auch ihn nachdenklich, doch sei es oft die Bausubstanz, die solche Brände begünstigt.

B246 gesperrt

Die B246 wurde in beide Richtungen voll gesperrt. Die Sperrung dauerte am Mittag noch teilweise an, der Verkehr wurde umgeleitet.

Von Carsten Schäfer und Christian Zielke

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