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Zu arm, um leise zu sein

Rangsdorf will den Lärm bekämpfen Zu arm, um leise zu sein

Autobahn, Bundesstraße, Eisenbahn und Flugzeuge machen den Rangsdorfern das Leben schwer. Um Wege aus dem Lärm zu finden, macht die Gemeinde seit 2007 eine Lärmaktionsplanung, die am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Politisch haben die Bürger in den kommenden Jahren nur wenig Verbesserung zu erwarten, dafür könnten sie das Recht auf Ruhe einklagen. Die Chancen sind nach Einschätzung eines Experten ziemlich gut.

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Hartmut Jonas vom Landesumweltamt (l.), Bürgermeister Klaus Rocher.

Rangsdorf. Ruhig und grün – so wünschen sich viele Alt- und Neu-Rangsdorfer ihren Ort. Ruhe ist in einem Ort, der eingekeilt ist von Autobahn, B96 und der Bahnstrecke nach Dresden und bald auch noch einen Großflughafen in der Nähe hat, ein hohes Gut.

Wie kann man den Lärm minimieren – mit dieser Frage waren viele der rund 30 Anwohner am Dienstag ins Rathaus gekommen, um sich über die Lärmaktionsplanung der Gemeinde zu informieren. So richtig zufrieden waren nur wenige. Ayk Schmorde, der direkt an der Hauptlärmquelle wohnt, wo sich B96 und Kienitzer Straße kreuzen, hätte sich mehr konkrete Vorschläge gewünscht. „Es wurden lediglich bekannte Fakten gesammelt. Planung heißt für mich, dass man sagt, was in den kommenden Jahren passieren soll.“ Ähnlich ernüchtert verließ Peter Lucas die Veranstaltung. „Außer Spesen nichts gewesen“, sagte er. Ihn ärgerte, dass Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) immer wieder auf die fehlende Zuständigkeit der Gemeinde und auf die angespannte Haushaltssituation verwies.

So beiße man sich seit Jahren an den Behörden von Bund und Land die Zähne aus, um Lärmschutzwände und Flüsterasphalt für die Autobahn zu bekommen. Immerhin: Seit Ausbau der Bahnstrecke sei zumindest der Norden zwischen Bahnhof und Friedensallee etwas entlastet, auch wenn die scheppernden Güterzüge voraussichtlich noch bis 2025 rollen. Von 2020 an sollen die lauten Waggons zumindest aus den Nachtstunden verbannt werden, sagte Hartmut Jonas vom Landesumweltamt. Der Lärmexperte machte auch deutlich, dass von alleine niemand den Rangsdorfern Ruhe beschert. „Man muss der Bahn und dem Straßenbaulastträger auf dem Klageweg etwas abringen“, sagte er. Dies könne jeder Bürger tun, die Erfolgsaussichten seien nicht einmal schlecht, da viele Bereiche Rangsdorfs einem Dauerschallpegel von 70 Dezibel und mehr am Tag und mehr als 60 Dezibel in der Nacht ausgesetzt seien. Am Geld müsse es nicht scheitern. Bei der Deutschen Bahn käme man gar nicht hinterher, die jährlich 100 Millionen Euro für freiwillige Lärmreduzierung auszugeben.

So viel hätte man in Rangsdorf auch gerne auf der Hand, dann könnte man die holprige Groß Machnower Allee und die Kienitzer Straße ausbauen. Beide Hauptverkehrsadern sind für einen Großteil des innerörtlichen Lärms verantwortlich. Auch der geplante Nord-Süd-Verbinder, der Entlastung bringen soll, ist finanziell noch in weiter Ferne, weil die Gemeinde den Eigenanteil zum Fördergeld nicht aufbringen kann.

Matthias Gerloff, Grünen-Fraktionsvorsitzender, regte an, bei der zukünftigen Verkehrsplanung nicht nur den Autoverkehr zu betrachten. „Wir sollten den Fußgänger- und Radverkehr attraktiver machen, um Verkehr zu vermeiden“, sagte er. Hartmut Jonas vom Landesumweltamt empfahl der Gemeinde, ein Konzept über die Entwicklung des künftiges Verkehrs zu erarbeiten.

Von Christian Zielke

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