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Zu trocken für den Baum des Jahres

Dahmeland-Fläming Zu trocken für den Baum des Jahres

Vor wenigen Tagen kürte die Silvius-Wodarz-Stiftung den Baum des Jahres 2017: Die Fichte. Als Allerweltsbaum polarisiert sie, denn nur allzu oft verdrängt sie in Monokultur andere Baumarten. Deshalb bedeckt der beliebte Holzlieferant 24 Prozent der deutschen Waldfläche, in der Region sind es nur 1,6 Prozent.

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Silvius Wodarz mit der Baumscheibe einer Fichte.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Förster und Naturschützer werden den Baum des Jahres 2017 in der Region Dahmeland-Fläming nur vereinzelt feiern können: Vor wenigen Tagen erhielt die Fichte den ehrenvollen Titel von der Silvius-Wodarz-Stiftung. Die Stiftung würdigt jedes Jahr eine andere Baumart – nun ist es ein Allerweltsbaum geworden. Einer, der polarisiert. Manche lieben die Fichte, andere verteufeln sie. Klar ist: 24 Prozent der deutschen Waldflächen sind mit Fichten bedeckt, damit ist sie die am häufigsten vorkommende Baumart. Nur in Dahmeland-Fläming, da ist mit der Fichte nicht viel los.

Laut Tim Ness, Leiter der Oberförsterei Hammer, haben Fichten in ganz Brandenburg ein wesentliches Problem. „Hier ist es einfach nicht feucht genug für sie“, sagt er. Und obendrein noch zu warm. „Die Fichte benötigt mindestens 700 Liter Niederschlag pro Jahr und Quadratmeter.“ Ein Klima, das etwa in Hochlagen wie dem Mittelgebirge herrscht. In Brandenburg liegt der durchschnittliche Niederschlagsdurchschnitt jedoch nur bei etwa 500 Litern im Jahr.

Kritik an Monokulturen

Deshalb kommen Fichten hierzulande auch nicht natürlich vor – mit Ausnahme eines kleinen Verbreitungsgebietes in der Niederlausitz. Dennoch sieht man sie vereinzelt eigentlich in jedem Forstrevier, auf 1,6 Prozent der Brandenburger Waldfläche. Tim Ness erklärt, warum: „Die Fichte bringt viel und vor allem gutes Holz, deshalb hat sie wohl jeder Waldbesitzer schon mindestens einmal angebaut.“ Auch als Weihnachtsbaum ist sie beliebt. Die Flachwurzler sind extrem wirtschaftliche Bäume. Deshalb werden sie mancherorts auch übermäßig angesiedelt – und sind Naturschützern in solchen Monokulturen ein Dorn im Auge.

„Mit der Fichte wurde schon viel Unfug getrieben“, sagt Ness und spielt auf die künstliche Ansiedlung von Fichtenwäldern etwa im Thüringer Wald, Erzgebirge oder Harz an. Auch deshalb begrüßt er es, dass das Gehölz jetzt zum Baum des Jahres 2017 gekürt wurde. „Immerhin ist die Fichte wirklich ein toller Baum“, sagt er. Und auch sie benötigt Schutz, weil sie unter dem Klimawandel und dem zunehmenden Borkenkäferbestand leidet.

„Schönes, gerades Holz“

Dass Fichten polarisieren, war für Stiftungsgründer Silvius Wodarz der Anlass, sie jetzt als Baum des Jahres zu küren. „Wir haben der Fichte viel zu verdanken“, sagt er. „Immer wenn eine Holznot da war, hat sie uns Menschen gerettet.“ Der Ruf nach Fichtenholz sei immer noch genauso groß. „Die Architekten wollen eben schönes, gerades Holz haben“, erklärt Silvius Wodarz. Und Waldbesitzer hätten eben auch eine Verpflichtung gegenüber dem Holzmarkt.

Was in Hochlagen die Fichte ist, ist in der Region laut Silvius Wodarz die Kiefer – die sich im brandenburgischen Klima wohlfühlt. Auch sie bringt viel und gutes Holz und wird deshalb hier großflächig angebaut. „Für Brandenburg könnte man auch Fichte und Kiefer als Baum des Jahres 2017 küren“, sagt Wodarz. „Aber die Kiefer war ja schon 2007 Baum des Jahres.“

Die Silvius-Wodarz-Stiftung kürt seit 27 Jahren den Baum des Jahres.

Von Anja Meyer

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