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Zu viel Lärm: Biogasanlage sorgt für Ärger

Dobbrikow Zu viel Lärm: Biogasanlage sorgt für Ärger

Die Biogasanlage in Dobbrikow sorgt seit der Inbetriebnahme für Ärger, obwohl Jürgen Frenzel von der Betreiberfirma alles unternommen hat, um die Probleme zu beseitigen. Zwei Millionen Euro wurden in die Anlage investiert. Aber Holger Jeserigk (Linke), der Vorsitzende des Bauausschusses der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, lässt nicht locker.

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Jürgen Frenzel vor der Dobbrikower Biogasanlage, die Ende vergangenen Jahres in Betrieb ging.

Quelle: Margrit Hahn

Dobbrikow. Holger Jeserigk (Linke) ist Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeinde Nuthe-Urstromtal und wohnt in Dobbrikow. Er beklagt sich über Lärmbelästigungen, die seiner Ansicht nach durch die im November in Dobbrikow errichtete Biogasanlage verursacht werden. Die Schwingungen hätten eine mit sinkender Frequenz zunehmende, große Wellenlänge. Dadurch breite sich der Schall kilometerweit nahezu ungehindert aus.

„Etwaige Hindernisse können diese Schallwellen nicht wirkungsvoll abschirmen. Durch Resonanzeffekte, sogenannte stehende Wellen, treten Pegelerhöhungen in den geschlossenen Räumen der Wohnhäuser auf“, erklärt Jeserigk. „Oberhalb der Wahrnehmungsschwelle rufen die lästigen Geräusche insbesondere Schlafstörungen hervor.“ Die nach Baurecht zugelassene Biogasanlage erfülle nicht die Vorsorgeanforderungen, behauptet Jeserigk. Die Einhaltung des Immissionsrichtwertes sei nicht durch eine Messung nachgewiesen worden.

Schlaflose Nächte durch die Biogasanlage

Zudem verletzt die Baugenehmigung laut Jeserigk die Rechte der Anwohner. Er möchte wissen, ob das Schutzgut Mensch beim Gesetzgeber ausreichend Beachtung findet und hat sich deshalb an etliche Behörden gewandt. „Jede Fledermaus, jede Zauneidechse, jeder Wolf erfährt durch scharfe Naturschutzgesetzgebungen eine höhere Würdigung als der einzelne Bürger“, so Jeserigk. Er fordert, dass die Anlage den Betrieb erst fortsetzen darf, wenn die gesetzlichen Normen unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstandes erfüllt sind.

Jürgen Frenzel von der Dienstleistungs GmbH Frenzel & Schmid als Betreiber der Anlage kann diese Forderungen nicht nachvollziehen. Er hat in den vergangenen Monaten viel unternommen, um den Wünschen von Holger Jeserigk nachzukommen. Als dieser im Dezember vergangenen Jahres bei Frenzel beklagte, dass er schlaflose Nächte habe, versprach dieser ihm Abhilfe.

„Ich weiß nicht, was wir noch tun könnte“

Jeserigk hatte vorgeschlagen bessere Schalldämpfer zu installieren. Die Überprüfung ergab, dass sich in der Anlage genau jene Schalldämpfer befinden, die der Dobbrikower vorgeschlagen hatte. Dann wurden Motor und Blockkraftheizwerk unter die Lupe genommen. Auch dort konnte durch Messungen, für die Frenzel 4000 Euro bezahlen musste, keine erhöhten Werte festgestellt werden. „Wir haben die Anlage heruntergefahren und per Handy miteinander kommuniziert, um zu sehen, woran es liegen kann“, berichtet Frenzel. Selbst als die komplette Anlage abgestellt war, wurde dies, wie Frenzel sagt, von Jeserigk nicht als Besserung empfunden. „Wir haben das Problem von Anfang an sehr ernst genommen. Aber ich weiß nicht, was wir noch tun könnte“, fügt Frenzel hinzu.

Auch die Herstellerfirma hat Frenzel mehrmals kontaktiert, die bestätigte, dass alles im grünen Bereich ist. Er und sein Kompagnon waren stolz auf die Anlage, in der nur Abfallstoffe wie Stalldung, Gülle oder Futterabfälle verwendet werden. In den kommenden Jahren wollten sie erweitern und Biokohle erzeugen. Doch nach dem Ärger jetzt hat Frenzel die Nase voll. Täglich erreichen ihn Anrufe von Behörden mit der Anfrage, was in Dobbrikow los sei.

Keine Beschwerden von anderen Dorfbewohnern

Monika Nestler (Linke), Bürgermeisterin der Gemeinde Nuthe-Urstromtal teilte auf MAZ-Anfrage mit, dass die Gemeinde nicht zuständig sei, um irgendeine Entscheidung zu treffen. „Zwischenzeitlich liegen die Messergebnisse vor, die derzeit keine Überschreitungen erkennen lassen“, so Nestler. Auch gäbe es keine Beschwerden von anderen Dorfbewohnern. Selbst nicht von denen, die in unmittelbarer Nähe wohnen.








Von Margrit Hahn

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