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Zündeln und zerstören

Im Wald von Luckenwalde und Umgebung werden Hochsitze demoliert Zündeln und zerstören

Immer wieder werden Hochsitze oder Kanzeln in der Region um Luckenwalde zerstört. Vermutet werden dahinter militante Jagdgegner. Die Jagdpächter bleiben auf den Kosten sitzen.

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Zerstörter Hochsitz im Luckenwalder Elsthal.
 

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde.  Immer wieder lassen sich Randalierer an Hochsitzen in den Wäldern der Region aus. Sie zündeln und zerstören an den Holzbauten. Das bestätigen Jäger, Förster und die Polizei.

Zuletzt wurde die Luckenwalder Feuerwehr am 16. Mai in die Nähe der Woltersdorfer Walkmühle gerufen, weil dort ein Hochsitz in Flammen stand. Die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr hatten Schwierigkeiten, in das unwegsame Gelände überhaupt hineinzukommen. Nach ersten Erkenntnissen wurde der Brand in der Kanzel mit Brandbeschleuniger gelegt. Jetzt stehen nur noch die Betonpfähle und rundherum liegen verkohlte Holzteile.

Der Hochsitz war nicht der erste, der im Jagdbereich Luckenwalde vernichtet wurde. Bereits im vergangenen Jahr wurde der im Elsthal zerlegt. „In diesem Bereich haben wir große Probleme mit Waschbären“, berichtet Jäger Thomas Schmidt, der den Luckenwalder Jagdpächter unterstützt. Die Kleingärtner in den umliegenden Anlagen berichten über massive Schäden in den Gärten wegen der kleinen Raubtiere, die auch die Nester von Singvögel ausrauben und eine Bedrohung für Fledermäuse sind. „Waschbären sind Wildtiere, die man sich nicht aneignen darf“, sagt Schmidt, da er weiß, dass die possierlichen Pelztiere mit ihren Knopfaugen bei so manchem Zeitgenossen Mitleid hervorrufen. Doch die Schäden, die Waschbären anrichten, sind enorm, davon können die Kleingärtner ein Lied singen.

 Ohne Hochsitze wird sowohl die Jagd auf Waschbären als auch auf Wild schwierig. Neue Hochsitze zu bauen, kostet Zeit und Geld. „Wir werden versuchen die Hochsitze durch neue zu ersetzen aber das geht nicht von heute auf morgen“, sagt Schmidt. Auch ein Ansitzwagen, der im Elsthal stand, wurde vor einigen Jahren demoliert.

Hintergrund

Der Hochsitz dient dem Jäger als Deckung und Witterungsschutz bei der Jagd. So kann das Wild gut erkannt werden. Der Hochsitz ermöglicht sicheres Schießen. Durch die Höhe sitzt der Jäger über dem Wind, so dass das Wild keine Gefahr wittern kann.

Einen besonderen Schutz genießen Hochsitze nach dem Bundesjagdgesetz und den Jagdgesetzen der Länder, da sie unmittelbar der Jagd dienen.

Errichte t
 
 werden Hochsitze im Auftrag eines Jagdpächters oder des Eigenjagdbesitzers in einem bestimmten Gebiet.

Unerlaubtes Betreten und Besteigen eines Hochsitzes – egal ob verschlossen oder nicht – kann als Straftat geahndet werden.

 Im April dieses Jahres waren zehn Jagdkanzeln, vier Hochsitze und ein Ansitzwagen im Wald am ehemaligen Flugplatz Sperenberg angesägt worden. Den Schaden geben die beiden betroffenen Jagdpächter mit wenigstens 8000 Euro an. Das Problem ist, dass die Jagdpächter den Schaden allein zu tragen haben. Dafür gibt es keine Versicherungen.

Und es kann noch teurer für sie werden. Wenn die Jagdpächter nicht ihren Aufgaben nachgehen können, haben Wildschweine freie Bahn und richten teilweise große Schäden an. Für die müssen die Jagdpächter dann ebenfalls aufkommen. Wobei die Grünröcke momentan mehr mit totem Wild durch Verkehrsunfälle zu tun haben. „Inzwischen ist schon mehr eingezäunt als zu DDR-Zeiten und trotzdem gibt es so viele Wildunfälle, zu denen wir gerufen werden“, berichtet Schmidt.

Für Revierförsterin Bärbel Kuhlbrodt aus Kemnitz steht fest, dass es sich bei den Randalierern um militante Jagdgegner handelt. „Leiterstufen anzusägen, ist heimtückisch“, sagt Kuhlbrodt. Sie wünscht sich, dass die Bürger sensibilisiert werden, ihre Augen offen halten und die Polizei rufen, wenn ihnen Verdächtiges auffällt.

Wie Jana Birnbaum von der Polizei-Pressestelle auf MAZ-Anfrage mitteilt, gibt es zum Fall in Sperenberg noch nichts Neues. „Wir haben weder Hinweise aus der Bevölkerung noch konnten wir bislang einen Täter ermitteln. Die „heiße Spur“ fehlt uns bislang“, so Jana Birnbaum.

Von Margrit Hahn

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