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Auftakt zur Schlittenhunderennen-Saison in Großbeeren Zugnummer ohne Schnee

Schlittenhunderennen ohne Schnee - ja das geht. Am Wochenende ist in Großbeeren die Saison eröffnet worden. Auf den Schlitten saßen Europameister, aber auch vierjährige Kinder.

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Großbeeren. Der Auftakt der Schlittenhundesaison fand am Wochenende schon traditionell in Großbeeren statt. Die Palette der Teilnehmer war breit gefächert – vom Europameister bis zum vier Jahre alten Kind. Der Rennleiter und Präsident des Sportvereins reinrassiger Schlittenhunde Deutschland, Wolf-Dieter Polz, zeigte sich trotz des regnerischen Wetters zufrieden. An den Start gingen 77 Gespannfahrer, sogenannte Musher, und 300 Hunde. Regenfest und warm angezogen säumten zahlreiche Zuschauer den Start- und Zielbereich der 5,4 Kilometer langen, für Mensch und Tier aber eher leichten Strecke. Die Temperaturen waren für die Hunde gerade noch annehmbar, obwohl etwas zu warm, aber die Feuchtigkeit machte den Tieren zu schaffen.

In Großbeeren ist am Wochenende die Saison der Schlittenhunderennen eröffnet worden. Am Start waren auch Europameister und die Stars der Rennszene. Aber natürlich standen am Samstag und Sonntag in Großbeeren die Hunde im Mittelpunkt. 300 sportliche Tiere waren da.

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Der Niederländer Arie Verschoor, Europameister im Wagenrennen 2011, lebt seit 38 Jahren mit Schlittenhunden. In Großbeeren waren er und seine Frau Henny zum ersten Mal. „Wir hatten Spaß, die Hunde hatten Spaß“, lobt Verschoor die Veranstaltung. Der Spaß und die Freude an diesem schönen Sport standen bei Teilnehmern und Besuchern am Wochenende im Vordergrund.

Die sieben Jahre alte Theresa lief erstmals alleine mit ihrem Hund beim Kinderrennen mit. Ihre beiden Schwestern fuhren als Musher, ebenso wie ihr Vater Siegbert Zertani, der als Tierarzt in Teltow arbeitet. Schlittenhunderennen sind bei den Zertanis ein Familienhobby, ebenso wie bei vielen anderen Teilnehmern.

Ines Bebert, ihre Tochter Joana und Großmutter Gisela Bebert waren mit ihren Hunden aus der Nähe von Jüterbog angereist. „Meine Mädels fahren mit zehn Hunden“, erzählte Gisela Bebert stolz. Sie ist die Managerin, plant Trainingszeiten und koordiniert die Renntermine. Eine an der Autobahn mit Welpen ausgesetzte Huskyhündin öffnete ihr einst das Herz für diese freundlichen Sporthunde.

Es gibt vier nordische Hunderassen. Sie alle sind für das Schlittenziehen geeignet. Der größte Hund ist der Malamut, der auch als Frachtlokomotive des hohen Nordens bezeichnet wird. Er kann sehr schwere Lasten ziehen und ist sehr ausdauernd. Für den zweijährigen Malamut Jack und die 19 Jahre alte Louisa Richter aus Bitterfeld-Wolfen war es das dritte Rennen. „Auch wenn so ein Malamut unter den anderen Schlittenhunden nicht zu den schnellsten Läufern gehört, unser Jack ist doch der Beste“, sagte Louisa. So ein Schlittenhund kann immerhin das Zwanzigfache seines Körpergewichts ziehen. Dafür benötigt er in der Laufsaison an die zweieinhalb Kilo Fleisch täglich. Das Hochleistungsfutter kommt von namhaften Herstellern und nicht etwa aus dem Supermarkt.

Etwa zwei Stunden vor jedem Rennen werden die Hunde gewässert. Das heißt, sie schlappern ein dünnes Süppchen. Zum Ruhen geht es dann in die Box.

Die große Aufregung beginnt für die Hunde kurz vor dem Start, wenn sie vor den Wagen oder bei Schnee vor den Schlitten gespannt werden. Beim Auszählen der letzten Sekunden schaut der Leithund aufmerksam zu seinem Musher. Alle warten dann auf das Kommando „Go“.

Hunde, die ihr Rennen hinter sich hatten, beobachteten interessiert ihre Artgenossen. Auch der erst neun Wochen alte Welpe des Ludwigsfelders Ferenc Frey, Frey ist der Zeugwart des Vereins, schien sich schon fürs Rennen zu interessieren. Beate Eberhardt aus der Nähe von Groß Kugel indes demonstrierte die Einheit von Rudel und Mensch, indem sie mit ihren Hunden heulte.

Die wichtigsten Infos zum Verein "Reinrassige Schlittenhunde"

Der Verein ist ein Amateursportverein. Seine rund 90 Mitglieder kommen zur Hälfte aus Berlin und Brandenburg, zur anderen Hälfte aus dem Ausland. 40 Aktive nehmen an den Schlittenhunderennen teil.
Die Rennen finden mit einem, zwei, vier, sechs, acht oder zehn Hunden statt.

Gespanne ab zwölf Hunden sind hierzulande kaum mehr händelbar. In Alaska starten auch Gespanne mit 20 Hunden.

Der Verein „Reinrassige Schlittenhunde Deutschland“ ist als gemeinnützig anerkannt. Der Verein ist Mitglied im Landessportbund Brandenburg.

Hervorgegangen ist er aus dem 1981 gegründeten Schlittenhundesportverein Berlin, den Wolf-Dieter Polz im damaligen Westberlin ins Leben rief. 1990 wurde daraus der Treal-Club Brandenburg und 2001 der Verein Reinrassige Schlittenhunde.
Rennen werden in der Roller-, in der Skandinavierklasse oder in sogenannten offenen Klassen gefahren.

Die Rennorte sind in Großbeeren, in der Westernstadt Hasselfelde im Harz sowie in Clausthal-Zellerfeld im Westharz.

Von Gudrun Ott

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