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Zugvögel auf der Durchreise

Dahmeland-Fläming Zugvögel auf der Durchreise

Seit einigen Wochen hört man Gänsegeschnatter am Himmel und sieht Tiere in Formation fliegen: Die Zugvögel machen sich auf den Weg gen Süden. Auf ihrer Reise rasten sie auch in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming, wo sie sich auf den langen Weg in wärmere Gefilde vorbereiten.

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Manche bleiben, manche fliegen: Kraniche machen sich mittlerweile nicht mehr geschlossen im Winter auf in wärmere Gefilde, weil es hier auch immer wärmer wird.

Quelle: Wilfried Dötzel

Dahmeland-Fläming. Rund um das Naturschutzgebiet der Nuthe-Nieplitz-Niederung beobachten die Mitglieder der Fachgruppe Ornithologie der Landschaftsförderung Nuthe-Nieplitz-Niederung die Wasservögel, die auf der Durchreise vorbeikommen.

„Wir zählen die Vögel regelmäßig, um zu überprüfen, wie sich die Bestände entwickeln“, sagt Heinrich Hartong, Vorsitzender der Fachgruppe. „Im Bestand der Wasservögel ist, anders als bei vielen anderen europäischen Zugvogelarten, durchaus eine positive Entwicklung zu beobachten“, sagt Hartong. In der Niederung sind die Vögel gut geschützt – im Rastgebiet der Vögel ist außer der Fischerei keine Freizeitnutzung erlaubt, Wasservogeljagd ist verboten, und die Wasserqualität verbessert sich konstant.

Der Blankensee und der Grössinsee sind wichtige Schlafgewässer für die Vögel. Schon seit den 1990er Jahren ist die Gruppe der ehrenamtlichen Ornithologen mit der regelmäßigen Zählung beschäftigt. „Wir erfassen alle Wasservogelarten, die auf den Seen Rast machen“, sagt Hartong. Dazu gehören Entenarten wie der Gänsesäger und der Zwergsäger, Reiherarten wie der Silberreiher, Kormorane und Gänse. Auch kleinere Vogelarten wie etwa die Feldlerche und der Buchfink werden gezählt, wobei diese Aufgabe sehr viel schwieriger ist als bei großen Vögeln. „Die Zählung der kleinen Arten erfordert eine besonders gute Kenntnis“, sagt Hartong.

Jährlich kommen zehntausende Gänse durch die Region

Anfang September geht alljährlich die große Vogelwanderung los, die Hochphase verteilt sich über Oktober und November, wenn die meisten Vögel ihre Reise beginnen. Nach Ende des Winters, um den Februar herum, kommen die Schwärme wieder zurück.

„Im Oktober waren die Zahlen noch relativ gering, deshalb gehen wir davon aus, dass es bei der Zählung im November deutlich mehr sein werden“, sagt Hartong. Aufgrund der Witterung habe sich der Zug der Kraniche und Gänse etwas nach hinten verschoben. „Wir zählen regelmäßig über 50 000 Gänse, vor ein paar Jahren lag die Maximalzahl bei 100 000“, sagt der Ornithologe. Im Schnitt passieren jedes Jahr mehrere zehntausend Gänse den Kreis Teltow-Fläming.

Auch in Dahme-Spreewald rasten noch immer viele Vögel. „Die Hauptzugzeit ist eigentlich schon vorbei“, sagt Gisela Deckert, Mitglied des Naturschutzbundes (Nabu) Dahmeland. „Zuerst machen sich die Graugänse auf den Weg, und aus den sibirischen Tundren kommen Saatgänse und Blessgänse bei uns vorbei.“

Klimawandel hat Einfluss auf Zugverhalten

Gänse blieben so lange vor Ort, wie sie etwas zu fressen finden, sagt Deckert. Durch verstärkten Maisanbau ergäben sich besonders für Gänse und Kraniche günstige Bedingungen. Die milden Temperaturen verlängern ihre Aufenthaltszeiten vor dem Abflug, bevor sie Richtung Mittelmeer aufbrechen. Mittlerweile flögen viele Arten immer später los, einige überwinterten sogar in Deutschland, sagt Deckert. „Das ist besonders bei den Kranichen zu beobachten.“

Aber auch kleinere Arten wie das Wintergoldhähnchen oder der Star würden den nicht mehr ganz so kalten deutschen Winter aushalten. „Das hat unter anderem den Nachteil, dass Singvögel, die hier überwintern, die guten Nistplätze besetzen und die rückkehrenden Vögel aus Afrika Schwierigkeiten haben, gute Brutstellen finden“, sagt die Ornithologin.

Der Klimawandel habe definitiv einen Einfluss auf das Zugverhalten der Vögel – die Folgen seien noch nicht im Einzelnen abzusehen, aber sicherlich seien sie nicht positiv, sagt Hartong. Auch die Nahrungsbedingungen änderten sich nicht nur zum Guten – unter anderem durch das große Insektensterben und die intensive Landwirtschaft.

Von Christina Koormann

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