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Zum Brand des Flüchtlingsheims fehlte nur wenig

Jüterbog Zum Brand des Flüchtlingsheims fehlte nur wenig

Im Prozess gegen einen mutmaßlichen Jüterboger Brandstifter sagte am Donnerstag ein Brandschutz-Sachverständiger aus. Seiner Einschätzung nach kam es nur durch zwei glückliche Zufälle nicht zu einem größeren Gebäudebrand in der Unterkunft von 20 minderjährigen Flüchtlingen.

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Der Angeklagte Chris P. mit seinem Verteidiger Torsten Kauer bei der Verhandlung vor dem Potsdamer Landgericht.

Quelle: Foto: Degener

Jüterbog. Großes Glück hatten die Bewohner der Jüterboger Flüchtlingsunterkunft, auf die am 1. Oktober 2016 ein Brandanschlag verübt worden war. Zu dieser Erkenntnis gelangten die Teilnehmer des Prozesses vor dem Potsdamer Landgericht, der gegen den mutmaßlichen Brandstifter Chris P. (21) aus Jüterbog am Donnerstag fortgesetzt wurde.

„Verwunderlich“ sei es, dass nur die erste Scheibe eines Doppelfensters durch einen Brandsatz zerschlagen wurde, so der Brandschutz-Ingenieur und Sachverständige Michael Staubach. „Es ist nur ein ganz kleiner Schritt, dann wäre auch die zweite Scheibe kaputtgegangen“, sagte Staubach aus.

Feuerfeste Gardinen sind in Deutschland eine Ausnahme

Durch die hinter dem Fenster liegenden Matratzen und Möbel hätte sich das Feuer „ungehindert zu einem größeren Brandgeschehen weiterentwickeln“ können, so Staubach. Doch zum Glück hielt das Fenster dem Molotow-Cocktail aus einer Bierflasche stand, die mutmaßlich vom geständigen Chris P. geworfen wurde.

Eine Scheibe des Doppelglas-Fenster blieb zum Glück intakt

Eine Scheibe des Doppelglas-Fenster blieb zum Glück intakt. Die Gardine dahinter war zudem feuerfest, wofür es keine Vorschrift gibt.

Quelle: Victoria Barnack

Das zweite Glück der 20 Heimbewohner war die Gardine des Fensters. „Bei dem einstöckigen Gebäude handelt sich um einen Sonderbau mit einer schwer entflammbaren Konstruktion“, sagte Staubach.

Das brennende Benzin fand auf den glatten Oberflächen des Fensters und des Rahmens keinen Angriffspunkt, um sich auszubreiten – außer der Gardine des angekippten Fensters. Im Gegensatz zur feuerfesten Hauskonstruktion gebe es dafür keine Vorschriften in Deutschland.

Eine normale Gardine wäre brennend in den Raum hineingefallen

Im Normalfall hätte die Gardine Feuer gefangen, wäre zu Boden gefallen und dann hätte der Brand sich im Inneren ausbreiten können. „Es handelte sich in diesem Fall um eine speziell imprägnierte Folie, die vor der Hitze wegschmolz“, erklärte Staubach. „Solche Gardinen sind in Deutschland bisher eine Ausnahme“, sagte er. So hatte das Feuer auch hier keine Chance.

DNA eines zweiten Tatverdächtigen wird derzeit analysiert

Trotz des Geständnisses von Chris P. sind weiterhin einige Fragen ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sich es sich bei den DNA-Spuren an den Scherben der Brandsätze nicht um Genmaterial des Angeklagten handele.

Ob sich DNA des ebenfalls Tatverdächtigen, aber noch nicht angeklagten Freunds von Chris P., auf den Scherben befindet, werde gerade analysiert. Der Prozess wird in zehn Tagen fortgesetzt. Das Urteil soll Mitte Oktober fallen.

Von Peter Degener

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