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Teltow-Fläming Zwangsbaustopp für junge Braumeister
Lokales Teltow-Fläming Zwangsbaustopp für junge Braumeister
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08:02 05.02.2016
Maischpfanne und Läuterbottich sind im Gebäude. Quelle: Abromeit
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Großbeeren

Seit vergangenem Sommer schon wollten Maximilian Schwab und Tobias Ketterer in Großbeeren Bier brauen, hoch oben über Straßen und Schienen, mitten im „Spaghettiknoten“ am Bahnhof, in der eigenen Stellwerk-Brauerei. Die Großteile der Ausrüstung für diesen ausgefallenen Traum  – Maischpfanne, Läuterbottich und Panoramafenster – hatten sie im Dezember spektakulär durchs Dach hieven lassen, das Treppenhaus ist zu eng dafür. Doch noch immer fehlt den jungen Braumeistern – die TU-Absolventen sind 24 und 27 Jahre alt – die Baugenehmigung.

Sonnabend, 5. Dezember: Autofahrer und Bahnreisende staunten nicht schlecht: Im Dach des Stellwerks Großbeeren verschwanden riesige Teile, in die Höhe bugsiert von einem Kran. Maximilian Schwab und Tobias Ketterer machen aus dem maroden Stellwerk, das niemand haben wollte, eine Brauerei, ihre Stellwerk-Brauerei. „Eine geile Idee“, finden Kranführer und Passanten.

Genau daran stieß sich jüngst Norbert Jurtzik, Chef der Unteren Bauaufsicht. Nach Berichten über die auffällige Kran-Aktion hatte Jurtzik einen Kontrolleur auf die Baustelle geschickt und einen Baustopp verhängt. „Seitdem hat sich dort wohl nichts mehr getan“, sagt der Behördenchef. Er verweist darauf, dass niemand ein noch so tolles Projekt ohne Genehmigung beginnen dürfe. Genehmigungsfähig sei das Vorhaben der beiden vermutlich, ergänzt Jurtzik. Das müsse nur halt in einem Verfahren geprüft werden um sicherzustellen, dass Statik und Standfestigkeit nicht beeinträchtigt sind.

Noch ist der Traum von der Brauerei nicht geplatzt. Quelle: Abromeit

Das alles ist Jungunternehmer Schwab offenbar bewusst: „Klar muss ich eine Nutzungsänderung beantragen. Doch dazu brauchte ich von der Bahn die Freigabe vom Bahnverkehr. Das hat statt ein paar Wochen anderthalb Jahre gedauert.“ Um im Moment überhaupt Geld zu verdienen, arbeitet er zurzeit in einer Brauerei in Franken. Und er erzählt am Telefon erstmals von Überraschungen und Enttäuschungen auf dem Weg zum Brauerei-Traum: „Ich bin dem Makler auf den Leim gegangen, der uns ein voll erschlossenes Grundstück verkauft hat, das weder Strom noch Wasser hat. Und ich musste den Architekten wechseln.“ Wer ahne denn auch, dass trotz der vielen Schalter und Steckdosen im Haus kein öffentlicher Stromanschluss fürs Stellwerk existiert, so der Braumeister. Mit der Gebäudestilllegung habe die Bahn ihre Leitung gekappt.

Per Kran werden die ersten Arbeitsutensilien geliefert. Quelle: Abromeit

„Und trotz der Waschbecken und Duschen gibt es hier kein Wasser. Wer kommt denn auf so was?“ An öffentliche Wasseranschlüsse ist wegen der Lage nicht zu denken: Niemand könnte Gleis- und Straßenunterquerungen bezahlen. „Ich bin mit dem Wasserverband Warl im Kontakt. Jetzt geht es darum, einen Brunnen zu bohren und eine Abwassergrube zu bauen“, sagt Schwab.

Die von Jurtziks Behörde verhängten 500 Euro ärgern ihn. „Wir hatten geklärt, dass wir die Ausrüstung vor der Dachsicherung reinbringen dürfen. Man darf doch auch ohne Genehmigung Möbel ins Haus stellen und das Bad fliesen.“ Trotz Aussicht auf Halbierung habe er bezahlt. „Ich kann keinesfalls noch mehr Geld mit irgendwelchen Verfahren verbrennen“, sagt Braumeister Schwab.

Von Jutta Abromeit

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