Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Zwangspause für das Schülercafé

Jüterbog Zwangspause für das Schülercafé

Fast ein halbes Jahr lang haben Schüler, Lehrer und Eltern um den Erhalt des Schülercafé an der Jüterboger Wiesenschule gerungen. Trotzdem schließt das sozialpädagogische Projekt ab heute. Das Jobcenter hat keine Ausnahmegenehmigung für die Betreuung über ein Förderprojekt zugelassen.

Voriger Artikel
Amphitheater für Klubhaus-Hof in Frage gestellt
Nächster Artikel
Abwasserverband muss Sitzung wiederholen

Karola Renner (M.) mit einigen ihrer Mitstreiter.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Auch wenn sie auf dem Abschiedsfoto lächeln: Ihre Enttäuschung verbergen können die Schüler, die bislang in jeder Hofpause hinter dem Tresen ihres Schülercafés standen und ihre Mitschüler und Lehrer mit Brötchen, Süppchen und Snacks versorgten, nicht. Fast ein halbes Jahr lang haben sie zusammen mit Schulleitung und Sozialarbeiter, Elternvertretern und Stadtverordneten für den Erhalt der Einrichtung gekämpft. Ab heute bleibt der Tresen verwaist. Für wie lange oder ob womöglich für immer, weiß derzeit niemand genau zu sagen.

Abgeordnete scheitern mit Unterstützungsversuchen

Ein letztes Mal schaute Karola Renner am Dienstag vorbei, nicht nur um hungrigen Schülern Brötchen zu verkaufen, sondern auch, um Adieu zu sagen. Zwei Jahre lang hatte sie das Schülerteam geleitet und war Ansprechpartnerin für die großen und kleinen Sorgen ihrer Schützlinge. Bemühungen, die mit dem alten Schuljahr ausgelaufene Förderung ihres Arbeitsplatzes durch das Jobcenter zu verlängern, sind gescheitert. Sowohl die Stadtverordnete und Kreistagsabgeordnete Maritta Böttcher (Linke) als auch der SPD-Landtagsabgeordnete Erik Stohn hatten sich darum bemüht.

Eingang zum Schülercafé an der Wiesenoberschule

Eingang zum Schülercafé an der Wiesenoberschule.

Quelle: Uwe Klemens

Noch während der Sommerferien schien sich eine Wendung zum Positiven abzuzeichnen. Kurz vor dem Start ins neue Schuljahr kam seitens des Jobcenters die endgültige Absage, da eine Ausnahmeregelung nicht möglich sei. „In Aussicht gestellt wurde uns, dass die Stelle erhalten bleibt und mit jemand anderem besetzt wird“, sagt Schulleiter Ralf Mund enttäuscht, „aber wann das sein wird und ob es wirklich so geschieht, kann derzeit niemand sagen.“

Sozialarbeiterin: „Das hier war mein Leben.“

„Wir kämpfen für unsere Frau Renner“, steht noch immer auf einem kleinen Transparent neben der Eingangstür des Pausentreffs. Traurig sind nicht nur die Schüler, sondern auch die 59-Jährige, die nun über das Jobcenter einen Arbeitsplatz in einer Luckenwalder Jugendeinrichtung angeboten bekommen hat. „Schön, ja. Aber das hier war mein Leben“, sagt sie.

Von Uwe Klemens

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Ein neues Geheimdienst-Gesetz steht an: Sollte der BND mehr Befugnisse erhalten?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg