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Teltow-Fläming Zwei Dörfer richten Party für Behinderten aus
Lokales Teltow-Fläming Zwei Dörfer richten Party für Behinderten aus
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04:20 06.06.2016
Tobias Michaelis beim Auspusten der Geburtstagskerzen. Quelle: Gudrun Ott (2)
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Mietgendorf

Mit nur einem Pusten löschte Tobias Michaelis am Samstag die 30 Kerzen auf seiner Geburtstagstorte. Im Dorfgemeinschaftshaus applaudierten mehr als einhundert Einwohner der Dörfer Mietgendorf und Schiaß dem jungen Mann. Sie alle waren nicht nur zur runden Geburtstagsparty erschienen, sie hatten sie auch ausgerichtet. Ein riesiges Buffet lockte mit Lammkeulen, Salaten und Kuchen, mit Gebratenem und Gesottenem, mit Bier, Wein, Bowle und vielem mehr. „Das ist das Geschenk unserer beiden Dörfer für Tobi“, erklärte Edwin Krüger, von dem auch die Idee für dieses Fest stammt.

Tobias Michaelis ist immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird

Seine vorherigen Geburtstage hatte Tobias Michaelis im kleinen Kreis im Haus seiner Eltern gefeiert. Aber nachdem im letzten Herbst sein Vater starb, die Mutter war bereits Jahre vorher verstorben, sollte dieses Geburtstagsfest auch eine Art Dankeschön für den geborenen Mietgendorfer sein, der stets dort zur Stelle ist, wo Hilfe gebraucht wird. Tobias Michaelis ging als Kind in Ludwigsfelde zur Förderschule, arbeitet jetzt als Erwachsener in der Elster-Werkstätten GmbH für Behinderte als Maschinenführer. Er ist Mitglied der Feuerwehr Mietgendorf-Schiaß, hat mit Unterstützung seiner Kameraden die mündliche Prüfung zum Truppmann bestanden. „Das war eine große Hürde für ihn und er hat sie gemeistert“, lobte Krüger. Der stellvertretende Wehrführer der Stadt Ludwigsfelde, Uwe Hagen, erklärte: „Tobias ist ein guter Kamerad.“ Inzwischen gehört Tobias der Wehr seit acht Jahren an.

 Eine funktionierende Gemeinschaft: Die AKtiven aus Mietgendorf und Schiaß Quelle: Gudrun Ott

Seit ungefähr sechs Jahren ist er auch Mitglied im Heimatverein. Dessen Vorsitzender Michael Humeniuk schätzt vor allem die Backkünste des 30-Jährigen. „Tobias hilft Veranstaltungen vorzubereiten und steuert so manchen Kuchen, so manche Torte bei.“ Er hat das Backen von seinem Vater, das Führen eines Haushaltes von seiner Mutter gelernt. Als das Dorfgemeinschaftshaus eröffnet wurde, befand der damalige Bürgermeister Frank Gerhard, dass Tobias das rote Band zur Freigabe des Hauses durchschneidet. Denn er mischte den Beton für die Außenanlagen, fasste beim Bauen immer dort zu, wo eine helfende Hand gebraucht wurde. „Ich helfe, weil ich gerne hier lebe und weil ich mich in der Gemeinschaft wie in einer großen Familie fühle“, sagt Tobias.

Tränen der Rührung am Geburtstag

Wenn er von der Arbeit aus Ludwigsfelde nach Hause kommt, kümmert er sich um seine Tiere. Er hat Hühner und Kaninchen, die er gerne versorgt. Als die Gratulanten am 1. Juni, seinem Geburtstag, vor seiner Tür standen, hatte er sich eine Träne der Rührung aus den Augen gewischt, als am Sonnabend die Einwohner beider Dörfer gratulierten, sah man ihn nur strahlen. Sein elf Jahre älterer Bruder Ron, er lebt in Siethen, sagt über Tobias: „Er ist liebevoll, zuverlässig und hat ein großes Herz.“ Für die Zukunft wünscht sich Tobias „dass alles so bleibt. Bei mir, bei den Mietgendorfern und Schiaßern. Sie sind meine Familie, und ich habe es mit ihnen gut getroffen.“

Von Gudrun Ott

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