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Teltow-Fläming Zwei Jahre auf Bewährung wegen Gasexplosion
Lokales Teltow-Fläming Zwei Jahre auf Bewährung wegen Gasexplosion
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20:02 24.10.2013
Der Verurteilte am Donnerstag in Potsdam. Quelle: dpa
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Potsdam/ Ludwigsfelde

Nach einer Gasexplosion in einem Mehrfamilienhaus in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) ist ein 25-Jähriger am Donnerstag zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 100 gemeinnützigen Arbeitsstunden verurteilt worden. Das Landgericht Potsdam sah es als erwiesen an, dass er aus Verzweiflung im Juli 2012 in der Wohnung seiner Ex-Freundin die Gasleitung aufgedreht hat, weil sie mit ihrem neuen Freund in den Urlaub gefahren war.

„Er hat sich dabei vorgestellt, sich zu vergiften”, sagte der Vorsitzende Richter Frank Tiemann in der Urteilsbegründung. Das habe nicht funktioniert. Daraufhin habe er sich eine Zigarette angezündet und es kam zur Explosion. „Er war dabei so auf sich bezogen, dass er einfach vergessen hatte, dass sich in der Küche der Ex-Freundin ein hochexplosives Luft-Gas-Gemisch gebildet hatte”, erklärte Tiemann.

Daher gehe das Gericht von einer fahrlässigen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und Brandstiftung aus. Der 25-Jährige sowie zwei Hausbewohner wurden verletzt. Der Sachschaden beläuft sich laut Gericht auf insgesamt 115 000 Euro. Davon entfallen 85 000 auf das Unglückshaus und weitere 30 000 auf Schäden an einem Nachbarhaus. Mit dem Urteil folgt das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Als strafmildernd habe sich unter anderem sein „glaubwürdiges Geständnis” ausgewirkt. Außerdem stamme der 25-Jährige aus zerrütteten Familienverhältnissen. Eine leichte dissoziale Neigung sei nach einem Gutachter nicht von der Hand zu weisen. Diese sei laut Gericht bei der Urteilsfindung zu beachten gewesen. Der 25-Jährige verzichtete auf Rechtsmittel. „Das Urteil ist gerecht und auch mit der Bewährungszeit von fünf Jahren in Ordnung”, erklärte Verteidiger Jörg Sebald.

Die Urteilsverkündung hörten neben T.s Mutter auch ehemalige Nachbarn, die wegen der Explosion umziehen mussten. Das 60-Familien-Haus wird abgerissen. T.s Mutter verließ das Gericht mit gemischten Gefühlen: „Für meinen Sohn ist das gut. Aber dass ich jetzt dastehe, als ob ich schuld bin, weil ich gesoffen hätte, das ist nicht in Ordnung.“

dpa und Jutta Abromeit

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