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Zwischen Realität und Abstraktion

Jüterbog Zwischen Realität und Abstraktion

Einblicke in sein Schaffen und in sein Leben gewährte bei den Tagen des offenen Ateliers auch der Jüterboger Maler, Bildhauer und Möbelrestaurator Guido Schenkendorf, der in seiner Wahlheimatstadt Jüterbog schon lange kein Unbekannter mehr ist.

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Guido Schenkendorf im Spannungsfeld zwischen abstrakt und realistisch. Der Betrachter darf selbst entscheiden, was ihm mehr zusagt.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Der Dobbrikower Weinberg passt am besten in das Ambiente, das sich der Jüterboger Maler, Bildhauer und Möbelrestaurator Guido Schenkendorf für den Tag des offenen Ateliers als Domizil ausgesucht hatte. In der Nikolaibar vis-a-vis der Nikolaikirche zeigte der 46-Jährige am Wochenende eine winzige Auswahl seines umfangreichen Schaffens. Auch die trotz ihrer Wuchtigkeit zierlich wirkende Eichenholz-Skulptur mit dem Titel „Florale Bewegung im Raum“ gehörte zu den ausgestelltem Werken, die den Blick wie magisch auf sich zogen.

Abstrakt und spielerisch

Dass das Weinberg-Aquarell aus einer Schaffens- periode stammt, mit der der aus der Bodenseeregion stammende Künstler derzeit hadert, erfuhren die Besucher erst später beim Plaudern bei einem Glas Wein oder einem Kaffee. „Vielleicht habe ich mich ein wenig zu lange mit dem realistischen Malen beschäftigt“, nannte Schenkendorf, der inzwischen mehr als die Hälfte seines Lebens in der Flämingregion verbracht hat, als wichtigsten Grund, warum ihm abstraktes Malen und spielerisch anmutende Objektkunst derzeit am meisten gefallen.

In seiner Wahlheimatstadt Jüterbog, in der Guido Schenkendorf seit 1999 lebt, ist er schon längst kein Unbekannter mehr. Mit seiner Beteiligung an Gemeinschaftsausstellungen und zahlreichen Einzelausstellungen in der Stadt und im Landkreis hat sich der Künstler bereits seit langem einen Namen erworben. Die von ihm geschaffene Holzskulptur des Hans Kohlhase, die seit sieben Jahren die Gerichtslaube des Jüterboger Rathauses ziert und damit ein Stück Stadthistorie bebildert, ist einer seiner Arbeiten für den öffentlichen Raum.

Malen als Flucht vor dem Elternhaus

„Angefangen mit dem Malen hat es bei mir, als ich so 13, 14 war“, erinnert sich Guido Schenkendorf. „Für mich war das damals so etwas wie eine Flucht aus einem schwierigen Elternhaus und einer dadurch schwierigen Zeit“ blickt er zurück.

Das stundenlange Spazierengehen, um später die entdeckten Formen auf Papier zu bringen, hat er damals für sich entdeckt und bis heute bewahrt. Fasziniert von der Weichheit des Holzes, entschloss er sich später zu einer Tischlerlehrer und begann mit dem Restaurieren alter Möbel, die sich so wohltuend von dem langweiligen Mobiliar seines Elternhauses abhoben. Nach und nach entstand aus der Liebe zum Holz die Begeisterung für die Bildhauerei.

Das Material gibt die Form vor

„Oft ist es so, dass der Stamm oder der Stein die Form vorgeben, die ich dann herausarbeite. Mir selbst bleibt dann wenig Spielraum“, beschreibt er ein wenig untertreibend seinen Anteil.

Über Besucher in seinem Atelier im Planeberg 79 freut sich der Künstler immer. „Einfach klingeln oder vorher unter 0 33 72/4 42 39 23 anrufen“, lautet seine Einladung.

Von Uwe Klemens

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