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Laster-Legende W50 wieder im Fernsehen

Ludwigsfelde Laster-Legende W50 wieder im Fernsehen

Es gibt neue Fernsehbilder über die Laster-Legende W50 aus Ludwigsfelde. Ab 8.Februar sind sie in der Dokumentation „Trecker, Laster und Multicar“ als neue Folge der Reihe „DDR mobil“ zu sehen.

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Renato Pietsch reiste mit seinem zum Wohnmobil umgebauten W 50 durch die USA und die Sahara; auch er wird in der neuen ZDF-Folge vorgestellt.

Ludwigsfelde. Motor- und Fahrzeugfans der Region fiebern der Erstausstrahlung eines Fernsehbeitrags entgegen, der eine Viertelstunde lang einiges aus der Geschichte der Ludwigsfelder Lkw-Legende W 50 zeigt. Das ZDF info nennt seine neue Folge in der Reihe „DDR mobil“ Trecker, Laster und Multicar. Jedem Fahrzeug sind 15 Minuten gewidmet, Bildschirmpremiere soll am 8. Februar um 23.45 Uhr sein.

Ifa-Reste weiterhin in Ludwigsfelde

„Aber wie in den vorigen Folgen gibt es danach noch etliche familienfreundlichere Sendetermine“, sagt Gerald Fritsche. Er verkörpert heute in Ludwigsfelde, was vom IFA-Kombinat mit seinem Stammbetrieb übrig blieb: Geschäftsführer der IFA-Ersatzteil-Firma, Mitglied im Verein Freunde der Industriegeschichte Ludwigsfelde und Mitorganisator der alle zwei Jahre veranstalteten IFA-Treffen „Laster und Leute“.

Das Drehtem in der Ludwigsfelder Firma IFA-Fahrzeughandel von Gerald Fritsche, die Aufnahmen sind für die ZDF-Info-Reihe "DDR mobil"

Das Drehtem in der Ludwigsfelder Firma IFA-Fahrzeughandel von Gerald Fritsche, die Aufnahmen sind für die ZDF-Info-Reihe "DDR mobil"

Quelle: Gerald Fritsche

Dass es das Allradfahrzeug in die ZDF-Fernsehreihe schaffte, war trotz seiner Berühmtheit Zufall. „Der Regisseur hatte irgendwo einen Menschen getroffen, der mit einem zum Wohnmobil umgebauten W 50 unterwegs war. Und außerdem hatte er die ZDF-Anfrage auf dem Tisch, einen Beitrag zu Traktoren, W 50 und Multicar zu machen“, erzählt Fritsche, es habe also gepasst.

Kult-Fahrzeuge aus der DDR

Die Ankündigung des Senders hört sich so an: „Sie knattern und rattern auch heute noch – die alten Schlepper aus LPG-Beständen, die Lkw von IFA und der Kleinlaster- und Transporter Multicar aus Thüringen. Tausende kommen jedes Jahr zusammen bei Trecker- und Lastertreffen, es wird gefachsimpelt, bestaunt und gefeiert. Im ostsächsischen Kemnitz werden sogar Trecker-Weltmeister gekürt – Weltmeister im Steinwalze-Ziehen.“ Die einstigen DDR-Nutzfahrzeuge seien aber nicht nur als Oldtimer Kultobjekte, sondern bis heute noch oft im Einsatz, in der Landwirtschaft ebenso wie im Transport.

Unternehmer und W-50-Fan Gerald Fritsche in seinem IFA-Teile-Lager

Unternehmer und W-50-Fan Gerald Fritsche in seinem IFA-Teile-Lager

Quelle: ZDF

Fritsche lacht. „Das können sich Westler schwer vorstellen. Aber wir wissen ja, wie lange die Teile halten können“, sagt der Kfz-Schlosser und Ingenieur für Maschinenbau, der frühere Hauptabteilungsleiter Ersatzteile im IFA Automobilwerke Ludwigsfelde und heutige Unternehmer. „Wie bekommen oft Anfragen aus aller Welt, ob es tatsächlich noch Ersatzteile für unseren W 50 gibt, gerade erst vergangene Woche wieder“, sagt er.

Noch intakte W50 in vielen Teilen der Welt

Damit alle intakten W50 auch noch eine ganze Weile fahren können, lässt Fritsche Ersatzteile nachfertigen, inzwischen weltweit: „In Vietnam, in China, in Tschechien, in Ungarn, in Südamerika...“ Auch die Fernsehleute waren beeindruckt. „Einfach im Aufbau und in der Handhabung, robust beim Einsatz – mit diesem Konzept waren die DDR-Fahrzeugbauer durchaus erfolgreich“, heißt es in der Moderation.

Der Multicar aus Waltershausen hat als einziges DDR-Transportfahrzeug bis heute überlebt, auch um ihn geht es in der neuen Folge "DDR mobil"

Der Multicar aus Waltershausen hat als einziges DDR-Transportfahrzeug bis heute überlebt, auch um ihn geht es in der neuen Folge "DDR mobil".

Quelle: ZDF

Und es wird ein den Ostdeutschen zugeschriebener Satz zitiert: „Hast du Hammer, hast du Draht, kommst du bis nach Leningrad.“ Außerdem heißt es: „Trotz Mangelwirtschaft machten die DDR-Fahrzeugbauer aber auch geniale Erfindungen. So entwickelten findige Ingenieure zum Beispiel den weltweit ersten Common-Rail-Motor. Heute gehört der Common Rail – Direkteinspritzung und elektronische Motorsteuerung – zum Standard in Dieselautos. Damals waren die DDR-Fahrzeugentwickler dem Westen zehn Jahre voraus.“

W50-Teile im Traktor

Die Dokumentation „Trecker, Laster und Multicar“ geht auf Geschichte und Gegenwart der bekanntesten und wichtigsten Nutzfahrzeuge der DDR ein  – den legendären Traktor ZT 300, den berühmten Lkw W50 und den vielfach einsetzbaren Multicar, der als einziges DDR-Nutzfahrzeug überlebt hat und bis heute mit großem Erfolg im thüringischen Waltershausen gebaut wird. Wieder schmunzelt Fritsche. Und der Experte sagt: „Im Traktor ZT 300 aus Schönebeck steckt ja auch ein Berg W-50-Teile – Motor, Achsteile und etliches andere.“

Von Jutta Abromeit

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