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Lokales Tochter des Toten: „Ich habe eine solche Wut im Bauch“
Lokales Tochter des Toten: „Ich habe eine solche Wut im Bauch“
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00:21 11.02.2018
Bushaltestelle Salzufler Allee in Luckenwalde Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Der 65-jährige Luckenwalder, der am Montag an der Bushaltestelle an der Salzufler Allee zusammengebrochen und später im Krankenhaus verstorben war, sorgt für Diskussionen – nicht nur in Luckenwalde. Der Familienvater und liebevolle Großvater war seit 35 Jahren Mitglied der Feuerwehr. In seiner schwersten Stunden kam die Hilfe für ihn zu spät.

Kinder und Enkel vermissen ihren Vater und Opa

„Er hat immer an alle gedacht, nur nicht an sich selbst,“ sagt die Tochter des Verstorbenen. Sie ist fassungslos, dass ihrem Vater nicht geholfen wurde; dass Menschen ihn haben liegen sehen, ohne sich um ihn zu kümmern. „Ich habe neben der Trauer eine solche Wut im Bauch. Damit werde ich nicht fertig. Ich schaffe es auch nicht, zur Bushaltestelle zu gehen, wo es passiert ist“, sagt sie. Deshalb hat sie einen Bekannten gebeten, dort eine Rose und eine schwarze Schleife anzubringen. Nicht nur die Tochter, sondern auch ihre Geschwister und ihre Kinder werden den Vater und Opa aufs Schmerzlichste vermissen.

Dank an den „Gelben Engel“

Der 65-Jährige wollte am Montag mit der Stadtlinie um 9.30 Uhr zum Arzt fahren, um sich durchchecken zu lassen. Doch dazu kam es nicht mehr. Die Tochter bedankt sich bei Guido Schulze, der mit seinem ADAC-Auto unterwegs war und die hilflose Person sah. „Ich hatte bisher noch keine Gelegenheit, mich persönlich bei ihm zu bedanken. Auch wenn es mein Vater nicht geschafft hat, danke ich dem ,Gelben Engel’ ganz herzlich“, sagt sie.

Bei der Luckenwalder Feuerwehr löste der Tod des Kameraden ebenso Bestürzung aus. Er war von 1983 bis 2012 aktiv in der Einsatzabteilung tätig und seit 2012 Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung. „Er war jahrelang für die Versorgung der Kameraden zuständig und hat seine Kraft für die Feuerwehr eingesetzt“, sagt Stadtbrandmeister Jens Reichwehr.

Entsetzten und Bedauern

Auch auf Facebook haben etliche ihr Entsetzen und ihr Bedauern ausgedrückt. „Leider ist es nicht jedem bewusst, dass es auch ihn treffen kann. Wenigstens anhalten und Hilfe holen. Ein Handy hat doch jeder dabei“, schreibt Ines Thamke. „Ich möchte auch, dass mir jemand hilft, wenn mir etwas passiert. Also helfe ich auch. Schade, dass man nicht weiß, wer nicht geholfen hat. Es ist und bleibt unterlassene Hilfeleistung und das ist strafbar.“

Erik Wende fragt sich, ob viele vielleicht Angst haben, bei der Ersten Hilfe etwas falsch zu machen. „Aber lieber eine gebrochene Rippe, als ein Menschenleben“, so Wende.

Von Margrit Hahn

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