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Lokales Viele Schätze noch zu heben
Lokales Viele Schätze noch zu heben
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06:06 04.02.2017
Tatjana Trögel ist Leiterin der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte in Lehnitz. Quelle: Robert Roeske
Lehnitz

„Hier gibt es noch viele Schätze zu heben“, weiß Tatjana Trögel. „Briefe, Briefe, Briefe“, sagt die Enkelin Friedrich Wolfs, und beschreibt mit dem Arm einen großen Kreis. „Die sind so lebendig, menschlich, spannend wie dramatisch und politisch aktuell, nur ein Bruchteil davon ist veröffentlicht.“ Eine Doktorandin recherchiere gerade zu den Einflüssen russischer Schriftsteller auf Wolf, eine Filmemacherin aus Österreich zum Leiden von Flüchtlingen und nimmt dabei Bezug auf Wolfs Buch „Das Schiff auf der Donau“. Der Nachlass des Schriftstellers, Arztes, Naturheilers wird viel genutzt. Die Journalistin Tatjana Trögel kümmert sich darum. Und sie ist Vorstandsmitglied der Friedrich-Wolf-Gesellschaft. Einer Gemeinschaft, die vor 25 Jahren gegründet worden war. Am 20. März 1992 im Saal der Akademie der Künste in Berlin.

Erster Vorsitzendes war damals Professor Hermann Haarmann. Im Oktober 2016 war der Literaturwissenschaftler Paul Werner Wagner zum Vorsitzenden der Gesellschaft wiedergewählt worden, die aktuell 190 Mitglieder zählt. Auch in Lehnitz, wo im Alten Kiefernweg 5 das ehemalige Wohnhaus Wolfs steht, in dem er 1953 starb. Heute ist das Stammhaus der Gesellschaft das Archiv für Studienzwecke, das jeden Freitag von 10 bis 14 Uhr Besuchern offensteht.

Die Wohnung ist nahezu unverändert: Es hat den Anschein, der Schriftsteller sei nur zu einem Spaziergang unterwegs. Tatjana Trögel war vier, als der Großvater starb. „Splitterhaft“ kann sie sich an Momente mit ihm erinnern: „Er war heiter, mir zugewandt. Hat mich nicht hinausgeworfen, wenn er arbeiten wollte, sondern durchgekitzelt.“ Sie schmunzelt und erinnert sich an die große Ostereiersuche im Garten mit der ganzen Familie, „das ist bis heute Tradition“. Sie freut sich darauf.

In der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte werden sich auch 2017 im Jubiläumsjahr wieder viele Schriftsteller, Musiker und bekannte Autoren, die den Nachlass Wolfs lebendig halten, zu den „Lehnitzer Lesungen“ einfinden und das traditionsreiche Frühlingsfest in Haus und Garten mit den Besuchern feiern. Auch die Zusammenarbeit mit der Partnerschule, dem Mosaik-Gymnasium und der Friedrich-Wolf-Schule in Lehnitz wird weitergeführt. Neben den „Lehnitzer Lesungen“ hat die Gesellschaft den Fokus stärker auf Veranstaltungen in Berlin gerichtet, wie die Gespräche im „Café Sibylle“ in der Karl-Marx-Allee oder die Filmvorführungen im Kino „Toni und Tonino“ in Weißensee. So ist zum 70. Geburtstag von Schauspielerin Jenny Gröllmann der Streifen „Ich will da sein“ von 2008 am 8. Februar oder „Berlin – Ecke Schönhauser“ am 29. März zu sehen.

Für das Haus in Lehnitz „sind wir juristisch der Träger, müssen alles auf eigenen Kosten erhalten“. Das sei schwierig, „mit den Mitgliedsbeiträgen ist das nicht möglich. Die Stadt gewähre einen Heizkostenzuschuss, „den Löwenanteil trägt die Familie Wolf zusammen“. Und wenn sie plötzlich 50 000 Euro zur Verfügung hätte? „Dann würde ich dafür eine energetische Sanierung am Haus machen. Die Heizung ist uralt, die Holzfenster auch. Aber mehr Geld würden wir gern in Publikationen stecken, wie Klassensätze des Buchs ’Professor Mamlock’.“

Wolf hat sich immer für den Aufbruch der Entrechteten interessiert. Dabei auch deren Niederlagen verarbeiten müssen. Er hat als Arzt Elend in Stadt und Land erlebt.“ Ebenso das Elend von Flüchtlingen. Themen, die nichts an Aktualität eingebüßt haben. „Und solange es rechtes Gedankengut gibt, ist Wolf nicht erledigt“, sagt Tatjana Trögel.

Von Heike Bergt

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