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Von Tetzel zu Luther

Jüterbog Von Tetzel zu Luther

Rund 50 Radler begaben auf den Weg der 500 Jahre alten Reformationsgeschichte. Von Jüterbog nach Lutherstadt Wittenberg legten sie 48 informative Kilometer auf ihren Drahteseln zurück. Viele Einheimische, aber auch Jüterbog-Besucher radelten eifrig mit.

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Trocken aber kühl: Trotz der wenig frühlingshaften Temperaturen ließen sich die zahlreichen Radler nicht von ihrer Tour abbringen.

Quelle: Isabelle Richter

Jüterbog. Rund 50 Radler waren gekommen, um den geschichtsträchtigen Weg von Jüterbog nach Lutherstadt Wittenberg zu bestreiten. Die begeisterten Radler eröffneten am Sonnabend die Fahrradsaison mit einer gemeinsamen Tour ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums. Von dem erfolgreich in Jüterbog Ablassbriefe vertickenden Dominikanermönch Johann Tetzel zu Martin Luther sollte es also gewissermaßen gehen. Dessen Thesen in Wittenberg wurden eine machtvolle Reaktion auf Ablassprediger, vor allem Tetzel.

Auf der ersten Etappe der 48 Kilometer langen Strecke wurden die Besucher zunächst von Pfarrer Bernhard Gutsche an der Nikolaikirche sowie dem Stadtverordneten Falk Kubitza in Mönchskutte als Johann Tetzel verkleidet und Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue empfangen. „Ich freue mich, dass viele Jüterboger mitradeln“, sagte der Bürgermeister. Auch die „unbekannten Gesichter“ begrüßte er mit Freude und bedankte sich für das Interesse an den Kultureinrichtungen seiner Stadt.

Einheimische und Besucher der Stadt gemeinsam unterwegs

Zu den Unbekannten gehört auch die Familien- und Freizeitgruppe rund um Frank Berger. Der Berliner hat 22 weitere Personen mit zum Anradeln nach Jüterbog gebracht. Die Berliner machen solche Fahrradtouren jedes Jahr über den ersten Mai. Trotzdem ist die Strecke dieses Jahr wieder etwas ganz Neues. „Das ist jetzt das erste Mal, dass wir so eine längere Tour mit einer geführten Gruppe machen“, berichtet Frank Berger, „das ist sehr schön mit den Kirchenführungen.“ Der Berliner genießt die Bewegung und den Spaß mit seinen Freunden. Für drei Tage wohnen sie in einem Jüterboger Hotel und wollen sich weitere interessante Punkte rund um die Stadt ansehen. Die Fläming-Skate konnte Frank Berger bereits während der Fahrt überzeugen.

Eher untypisch für so eine Tour sind die beiden Teilnehmer Rudolf und Jari. Die 16-Jährigen gehören mit zu der Berliner Gruppe und erzählen: „Wir sind hier mehr oder weniger einfach reingeraten.“ Die beiden Jungs wurden von ihren Eltern zunächst zu dem kleinen Sport– und Kulturprogramm verdonnert. Nach den ersten Stationen klingen aber auch die beiden Teenager etwas positiver. „Das kann man sich ja alles mal angucken“, sagt Jari.

Elbe-Elsters Landrat mit Panne

Ohne Vorahnung, dass seine Anradel-Tour schneller enden würde als gedacht, ging der Landrat des Landkreises Elbe-Elster ebenfalls mit an den Start. Nach dem Beginn an der Nikolaikirche und dem zweiten Halt im Kulturquartier Mönchenkloster ging es noch in Jüterbog weiter zur Liebfrauenkirche. Auf dem Weg dorthin war die Fahrt dann für Christian Heinrich-Jaschinski zu Ende. Falk Kubitza erklärte, der Landrat müsse die Fahrt „aufgrund von technischen Problemen“ schon an dieser Stelle abbrechen. Sein Reifen hatte scheinbar schon nach den ersten Metern genug von der Tour – ihm ging die Luft aus. Für alle anderen Radler ging es aber weiter auf dem Weg in die Lutherstadt, wo sie vom örtlichen Bürgermeister empfangen wurden.

Von Isabelle Richter

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