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Waldfest in der Oberförsterei

Hammer Waldfest in der Oberförsterei

Viele Besucher kamen zum Waldfest in der Oberförsterei Hammer. Dort wurde einiges geboten: Schafe scheren in Rekordzeit, alte Handwerke, die die Rohstoffe des Waldes nutzen, wurden vorgeführt, und es gab Ausstellungen zum Thema Forstwirtschaft und Pilzberatungen.

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Hannes und sein Vater Ronald Rocher scheren Schafe in Rekordzeit und unter den neugierigen Blicken der Besucher.

Quelle: Heidrun Voigt

Hammer. Zum Rauschen der Bäume gesellen sich Jagdhörner. Es riecht nach Wald, Wildbratwurst und Crêpes. Ein Fuchs mit Glasaugen schaut in die Runde. Ein Glücksrad rattert. Die Oberförsterei Hammer hatte am Samstag zum Waldfest eingeladen. Und das abwechslungsreiche Programm, das die Forstleute auf die Beine gestellt hatten, zog viele Besucher an. „Es ist unser zwölftes Waldfest und die Resonanz ist immer gut“, meinte Oberförster Tim Ness erfreut. Viele Mitstreiter seien von Anfang an dabei. Dazu gehören beispielsweise der Jagdgebrauchshundeverein (JGV) Königs Wusterhausen und die Töpchiner Jagdhornbläser.

Alexandra Weibrecht vom JGV stellte die einzelnen Jagdhunderassen vor. Circa 30 bellende Vierbeiner präsentierten sich stolz den Besuchern. Etwa 15 Schafe hatte Ronald Rocher mitgebracht. Der Mann betreibt in Möllendorf (Storkow) im Nebenerwerb eine Schäferei mit 400 Tieren. „Heute habe ich Skudden dabei, die gehören zu den ältesten Hausschafrassen“, sagte der Schäfer. Interessiert schauten Groß und Klein zu, wie er in nur einer Minute mit einer elektrischen Schere ratzfatz das Tier von seinem dicken Pelz befreite. Tatkräftig unterstützt wurde er dabei von seinem Sohn Hannes. Der Zehnjährige erzählte nicht nur selbstbewusst und fachkundig von den Schafen, er schor mit einer großen Handschere auch mit Kraft und Geschick. Um beide Hände frei zu haben, hielt der Junge das Tier nur mit den Beinen fest. „Die Arbeit mit den Schafen ist wundervoll und man ist immer an frischer Luft und hat die Hunde dabei“, schwärmte Hannes, der im vergangenen Jahr Deutscher Vizemeister der Jungzüchter (Schafe) wurde. Als er gefragt wird, ob er einmal Schäfer werden will, grinst er und sagt: „Nein, das bin ich doch schon! Ich möchte aber mal Tierzucht studieren.“ Sohn und Vater waren zum ersten Mal beim Waldfest dabei und fühlten sich sehr wohl dort.

Michael Stibane beim Betätigen einer Drechselmaschine wie es sie vor 1500 Jahren schon gab

Michael Stibane beim Betätigen einer Drechselmaschine wie es sie vor 1500 Jahren schon gab.

Quelle: Heidrun Voigt

Magret Wolff hat nicht gezählt, wie oft sie zu Veranstaltungen in Hammer war. „Ich habe 30 Jahre bei der Forst gearbeitet und jedes Jahr werden die alten Kollegen eingeladen“, erzählte die Königs Wusterhausenerin. Es sei immer richtig schön beim Waldfest, schwärmt sie.

Rund um das historische Forsthaus herrschte ein buntes Treiben. Die Tanz-Kids aus Halbe zeigten ihr Programm und auch Island-Pferde konnten die Besucher bewundern. Bei forstlichen Wettkämpfen konnten sie ihre Geschicklichkeit testen und jede Menge über den Wald erfahren. Heinrich Waldschütz hatte Maronen, Parasole und andere Pilze mitgebracht und gab Tipps zum Suchen. Marco Beldner vom Jagdverband Königs Wusterhausen hatte ausgestopfte Tiere und Lehrmaterial dabei. Freischneider, eine Art Trimmer, die im Forst eingesetzt werden, wurden im Stallgebäude gezeigt. Günter Haim betreute die Ausstellung und hatte selbst gebaute Modelle von Sägen mit. Der studierte Forstwirt sammelt übrigens seit 70 Jahren Sägen.

Auch alte Handwerke waren vertreten, die ihren Rohstoff aus dem Wald bekommen. Michael Stibane zeigte, wie er aus einheimischem Laubholz auf einer Wipp-Drechselbank Schalen und Teller herstellt. „Die Technik ist etwa 1500 Jahre alt“, erzählte er. Am Waldfee-Stand verkaufte Jacqueline Lobner im Waldfeen-Kleid Pfirsich-Bowle und Crêpes. „Wir sind vom Forstverein und gestalten hier ehrenamtlich das Fest mit und auch den Kino-Sommer in der Försterei“, sagte die junge Niederlehmerin. Die Besucher fühlten sich sichtlich wohl in Hammer. Viele wollen auch im nächsten Jahr wiederkommen.

Von Heidrun Voigt

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