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Wenn Plastik nicht mehr in die Tüte kommt

Takeda-Mitarbeiterin initiiert Umweltprojekt Wenn Plastik nicht mehr in die Tüte kommt

Die Takeda-Mitarbeiterin Roswitha Kempfer hat eine Umweltaktion auf den Weg gebracht: „Stoffbeutel statt Plastiktüten“ sollen mehr Menschen benutzen. Und sie trifft dabei den Zeitgeist auch in Oranienburg. Fünf Unternehmen machen bei der Aktion mit.

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Roswitha Kempfer (r.) lässt nicht locker und hat bisher fünf Unternehmen für die Aktion ins Boot geholt. Bisher.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Ziemlich eklig fand Roswitha Kempfer, was da so an den Strand gespült wurde: „Das waren gar keine Quallen, sondern Plastiktüten“, erinnert sie sich an ihren Urlaub im Februar 2015 in Thailand. Sich darüber zu ärgern und das Ganze abzuhaken, fand sie allerdings zu wenig. „Jeder muss bei sich anfangen, um etwas zu bewegen“, so die Oranienburgerin, die seit 20 Jahren als Reinigungskraft beim Pharmariesen Takeda in der Lehnitzstraße arbeitet.

Mit ihrer Umweltinitiative „Plastiktüten – nein danke!“, stieß sie bei ihrem Arbeitgeber auf offene Ohren. Stoffbeutel mit diesem Aufdruck ließ Takeda herstellen. Bei Umwelttagen gab es die Beutel für jeden Mitarbeiter. Und Jens-Uwe Fritz, Koordinator für Arbeits- und Umweltschutz nahm sie sogar bis zum Mutterkonzern nach Japan mit. Von 1000 Stück sind noch 100 geblieben: „Inzwischen sehe ich bei uns immer mehr mit diesem Beutel. Das Umdenken hat eingesetzt“, freut sich Roswitha Kempfer.

Doch die 57-Jährige wollte mehr. Sie sprach Dutzende Firmen und Arbeitgeber in Oranienburg an. Der Erfolg war unterschiedlich. Ab und zu sei sie schon beim Anruf in der Chefetage abgeblitzt. „Man lernt viel dazu“, sagt sie. Nicht lange bitten musste sie bei der Stadt: „Wir haben 500 Beutel mit Stadtlogo herstellen lassen. Es gibt sie beim Stadtjubiläum oder am Infomobil der TKO bei Messeauftritten“, so Stadtsprecherin Susanne Zamecki. Der Landkreis ließ gar eine feste Tasche mit dem Anti-Plastiktüten-Spruch herstellen. Zu haben für fünf Euro.

Keine Frage, dabei zu sein, war es auch für die Stadtwerke: „Wir versorgen unserer Kunden mit grünem Strom, da liegt die Umweltaktion mit den Stoffbeuteln ganz nah dabei“, so Marketingchefin Juliane Beyer. Beim Stadtwerke-Sommerfest im Juli zum 25-jährigen Bestehen gibt es für die Mitarbeiter die umweltfreundliche Stoffbeutel. Als Gedankenstütze sozusagen.

Bis zu 18 000 Plastiktüten gingen früher in den Filialen von Bäcker Plentz im Monat über die Tresen. Seit 1. April kosten die zehn Cent. Mancher habe gemurrt, „aber es gab ein breites Verständnis“. Und viel besser: „Seitdem ist der Verbrauch an Plastiktüten um 86,5 Prozent zurückgegangen, das sind 15 000 Tüten weniger.“ Das habe ihn dann doch überrascht. Er schäme sich ein wenig, dass er das nicht schon viel früher der Umwelt zuliebe getan habe. Zudem ließ er 5000 Stoffbeutel herstellen. Es gibt sie für einen Euro.

„Ich möchte ein Stoffbeutelwelle erreichen, die immer weiter schwappt“, wünscht sich Roswitha Kempfer und will weitere Unternehmen ansprechen. Plastiktüten kommen bei ihr längst nicht mehr in die Tüte. Ob Gardasee oder Venedig, sie habe jetzt kleine Faltbeutel mit auf Reisen.

Von Heike Bergt

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