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Wenn Schulden krank machen

Schuldnerberatungswoche Wenn Schulden krank machen

Vom 6. bis zum 10. Juni findet eine bundesweite Beratungswoche zum Thema „Schulden machen krank, Krankheit macht Schulden“ statt. am Mittwoch, 8. Juni, beteiligt sich die Schuldnerberatung des Märkischen Sozialvereins mit zwei Beratungsangeboten. Denn auch in Oberhavel steigt die Zahl der Menschen mit Schulden rasant.

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André Schultz, Leiter der Schuldnerberatung des MSV.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburg. Immer mehr Menschen geraten in die Schuldenfalle: Die Schuldnerberatung des Märkischen Sozialvereins (MSV) in Oranienburg berät aktuell 465 Frauen und Männer aus ganz Oberhavel. 180 davon sind „Neufälle“ aus 2016. Dabei steigt die Zahl von Menschen mit Job bei den Schuldnern stetig, so André Schultz, Leiter der Schuldner- und Insolvenzberatung des MSV in der Liebigstraße 4. „Von den 465 Klienten sind 137 erwerbstätig.“ Ihr Einkommen ist zumeist gering. „Mit einem durchschnittlichen Einkommen von knapp über 1000 Euro, darf man sich keinen Fehler erlauben. Einmal unbedacht einen Kredit aufgenommen oder das Konto überzogen, schnell ist man in der Schuldenfalle“, weiß Schultz. Denn die meisten haben keine finanziellen Reserven, „um den Wettlauf mit den dann stetig wachsenden Schulden aufgrund Zinsen und Kosten zu gewinnen. Für viele bleibt dann nur noch die Verbraucherinsolvenz.“

Vom 6. bis 10. Juni findet die bundesweite Aktionswoche der Schuldnerberatung zum Thema „Schulden machen krank, Krankheit macht Schulden“ statt. Die Beratungsstelle des MSV beteiligt sich und bietet am Mittwoch, 8. Juni, zwei Infoveranstaltungen an: Von 15 bis 17 Uhr geht es um die Fragen: Was macht eine Schuldnerberatung eigentlich? Wer kann sich beraten lassen und wo? Wie läuft eine Beratung ab und wie kann sie ganz konkret helfen?

Von 17 bis 19 Uhr gibt es dann einen weiteren Vortrag zum Thema „Insolvenzverfahren“: Was ist das? Wer kann es machen, wem ist es anzuraten und wie läuft es ab? Dann können in lockerer Runde Fragen gestellt werden.

Dass Schulden krank machen, ist erwiesen. Bundesweit gibt es rund drei Millionen überschuldete Haushalte. Das sind etwa 7,3 Millionen Menschen. Nach einer Studie der Uni Mainz sind acht von zehn überschuldeten Personen krank. „Mehr als 40 Prozent klagen über Angstzustände, Depressionen oder Psychosen. Darunter leiden vorrangig Frauen, wohingegen die Männer zu Suchterkrankungen neigen.“ Und es gibt viele Befürchtungen: Komme ich in den Knast! Verliere ich meine Kinder? Räumt der Gerichtsvollzieher meine Wohnung aus? Muss der Ehegatte für Schulden haften?„Der Gang zur Schuldnerberatung ist der erste Schritt zum Weg zurück in ein Leben in wirtschaftlich geordneten Verhältnissen“, macht Schultz Mut, das Angebot zu nutzen. Kontakt: a.schultz@msvev.de.

Von Heike Bergt

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