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Wenn die Polizei an Deck kommt

Auf Tour mit der Wasserschutzpolizei Wenn die Polizei an Deck kommt

Die 40 Beamten der Wasserschutzpolizei der Direktion Nord haben im vergangenen Jahr 350 Binnenschiffe und rund 5500 Freizeitkapitäne kontrolliert. Die Delikte ähneln denen auf der Straße: Es wird gedrängelt, falsch geparkt oder es ist Alkohol am Steuer im Spiel.

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Das Flaggschiff der Brandenburger Wasserschutzpolizei an der Lehnitzschleuse.

Oranienburg. Bald ist es wieder soweit: Die Freizeitkapitäne lassen ihre Boote zu Wasser und machen sich auf, Richtung Müritz. „Rund 20 000 Schleusungen erfolgen jedes Jahr in den 20 Schleusen in unserem Zuständigkeitsbereich“, so Polizeihauptkommissar Jürgen Jäkel, Leiter der Wasserschutzpolizei der Direktion Nord (WSP). Und genau dort passiert es immer wieder: Es wird vorgedrängelt, die Lichtsignale werden ignoriert, oder bei Selbstbedienungsschleusen der Schleusengang ausgelöst, bevor alle Schiffe in der Kammer sind. Fazit: „Die Schleusen gehören zu den Unfallschwerpunkten auf dem Wasserstraßen“, so Jürgen Jäkel. „Dort sind wir deshalb viel vor Ort.“

Insgesamt haben die 40 Beamten der Wasserschutzpolizei im vergangenen Jahr 5495 Sportboote, davon 995 Charterboote und 1194 Boote, die ohne Führerschein gesteuert werden dürfen, kontrolliert und dabei 1053 Verstöße festgestellt. Dazu gehören Delikte wie „Falschparken“ ebenso wie in der Schleuse überholen, ein fehlendes Kennzeichen am Boot, ein vergessener Sportbootführerschein oder aber das Fahren unter Alkohol. Davon gab es fünf Fälle. Den Vogel schoss ein Freizeitkapitän am Himmelfahrtstag mit 2,11 Promille im Blut ab. Der Fall wird jetzt vorm Schifffahrtsgericht verhandelt.

An den 31 registrierten Sportbootunfällen waren 13 Charterbootführer als Verursacher beteiligt. Es sei eben nicht so einfach, zum Beispiel solch ein Bungalowboot zu steuern. Unfallschwerpunkt sei auch die Marina in Rheinsberg, so Jäkel. „Hier steht oft der Wind drauf“, dann ist das Einparken gar nicht so einfach, weiß er.

Was die Berufsschifffahrt betrifft, so hat die Wasserschutzpolizei im vergangen Jahr insgesamt 350 Binnenschiffe kontrolliert und dabei 123 Verstöße festgestellt. Hier ging es unter anderem um technische Mängel an den Schiffen, um ausgelaufene Patente der Kapitäne oder es fehlten ärztliche Atteste. Ein Schiffer wurde unter Alkohol am Steuerrad erwischt. Auch auf der Wasserstraße gilt in dieser Hinsicht die Regel der Straßenverkehrsordnung. Im Dezember kam es gar zu einem tödlichen Unfall, als ein polnischer Matrose in der Lehnitzschleuse geborgen werden musste (MAZ berichtete). Und wie auch 2014 schon, so holte auch 2015 ein Kapitän seine Steuerhaus vor einer Brückendurchfahrt zu spät ein _ es wurde heruntergerissen.

Insgesamt habe es 2015 im Vergleich zum Vorjahr reichlich 1000 Kontrollen weniger gegeben, was am Niedrigwasser lag. „Der Schiffsverkehr auf der Elbe kam zum Erliegen.“

Leicht zugenommen hat der Klau auf dem Wasser: 132 Diebstähle gab es im vergangenen Jahr, wobei in 37 Fällen der Außenbordmotor gestohlen wurde. Im Jahr zuvor wurden 123 Diebstähle registriert. In Oberhavel stieg die Zahl von 76 auf 81.

Auf dem Flaggschiff der Polizei hatte gestern Frank Müllercke das Steuer als Kapitätn in der Hand. Er kennt zwar die Schleusen wie seine Westentasche, „aber wenn auf beiden Seiten nur sechs Zentimenter Platz bleiben, kann das bei Wind und Wellengang schon ganz schön schwierig sein“, räumt er ein. Gestern steuerte er die „WSP1“ über den ruhigen Lehnitzsee. Keine Gefahr, seekrank zu werden.

Von Heike Bergt

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