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Wölfe töten 17 Kälbchen

Dobbrikow Wölfe töten 17 Kälbchen

Landwirte verlangen endlich Lösungen – trotz aufwendiger Schutzmaßnahmen gibt es in der Region immer mehr tote Weidetiere. Die rasante Entwicklung der Wolfspopulation von etwa 30 Prozent macht den Tierhaltern zu schaffen.

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Die Wölfe haben bei Landwirt Joachim Schmidt vor allem Kälber gerissen. Aber auch erwachsene Tiere werden von ihnen verletzt oder getötet.
 

Quelle: Foto: privat

Dobbrikow.  Als würde das Wetter in diesem Jahr den Bauern nicht genug zu schaffen machen, kommen auch noch Wolfsrisse hinzu. Davon kann Joachim Schmidt ein Lied singen. Der Landwirt kümmert sich als Mitarbeiter des Betriebs Pöns und Schmidt um fünf Herden in Berkenbrück, Hennickendorf, Dobbrikow, Nettgendorf und Beelitz. Insgesamt sind es 200 Mutterkühe und Kälber.

Doch die Kälbchen sind bedroht: 17 wurden in diesem Frühjahr und Sommer von Wölfen gerissen. „Es hat in diesem Jahr im März in Nettgendorf begonnen. Fünf Kälbchen sind über Nacht verschwunden“, berichtet Joachim Schmidt. Er hatte sie erst kurz zuvor gekennzeichnet und, da es sich um eine kleine Herde handelte, bemerkte den Verlust sofort. Von da an ging es Schlag auf Schlag, es verging kaum eine Woche, in der Schmidt keine toten Kälber – oder Reste davon – auf den Weiden fand. Einmal lag nur noch ein Vorderbein, beim nächster Mal auf der anderen Weide entdecke er einen einzelnen Kopf.

Den vorerst letzen grausigen Fund machte er am 23. August zwischen Hennickendorf und Dobbrikow. Ein weiteres Tier hatte zudem ein blutigen Schwanz, andere hatten Bisswunden am Ohr. Rissgutachter haben bestätigt, dass es sich um Wölfe gehandelt hat.

„So kann das nicht weitergehen“, schätzt der 62-Jährige die Lage ein. Die rasante Entwicklung der Wolfspopulation mit einem jährlichen Zuwachs von 30 Prozent, wie der Landesbauernverband einschätzt, stellen immer mehr Tierhalter vor große zum Teil unlösbare Probleme. „Wir kommen mit dem Zaunziehen kaum hinterher“, sagt der Landwirt. Acht Kilometer Zaun wurde bisher aufgestellt. Mindestens 16 Kilometer werden noch benötigt, damit die Kühe vernünftig weiden können. Voriges Jahr beim Grashächseln konnte er die Wölfe in aller Ruhe fotografieren. Sie hatten keine Scheu und verzogen sich erst als große Technik anrollte.

Diese Erfahrung hat auch Stephan Ziehe aus Hennickendorf gemacht. Der selbstständige Landwirt entdeckte am Mittwochnachmittag zwischen Hennickendorf und Stangenhagen einen ausgewachsenen großer Wolf, der sich an einen Kranich heranschlich. „Der war höchstens 100 Meter von mir entfernt. Ich war froh, dass ich im Traktor saß, sonst hätte ich es vermutlich mit der Angst zu tun bekommen“, so Ziehe. Er fuhr dann mit dem Traktor in Richtung Wolf, schoss dabei Fotos und verscheuchte ihn auf diese Weise – Glück für den Kranich.

Die Landwirte sind sich einig, dass in Sachen Wolf praxistaugliche Lösungen und unbürokratische Regelungen zum Schutz der Weidetiere gefunden werden müssen. Trotz aufwendiger und teurer Herdenschutzmaßnahmen nimmt die Zahl der gerissenen Weidetiere ständig zu. „Wenn nicht bald etwas geschieht, müssen wir die Tiere abschaffen“, fügt Joachim Schmidt hinzu.

Von Margrit Hahn

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